mini|hochkant|Das während der Sedisvakanz um Basilikaschirm und Petrusschlüssel erweiterte Wappen des Camerlengo Farrell mini|hochkant|Leo XIV. nach seiner Wahl am 8. Mai 2025 zum Papst auf der Benediktionsloggia des Petersdoms mini|hochkant|Kardinalbischof Pietro Parolin, Leiter des Konklaves mini|hochkant|Papst Franziskus († Ostermontag, 21. April 2025) Beim Konklave 2025, das am 7. Mai 2025 begann, wurde am 8. Mai 2025 Kardinal Robert Francis Prevost zum Nachfolger des verstorbenen Papstes Franziskus gewählt. Er nahm den Papstnamen Leo XIV. an.

Vorgeschichte

Gemäß dem im Februar 2013 von Papst Benedikt XVI. promulgierten Motu proprio Normas nonnullas musste nach dem Eintritt der Sedisvakanz bis zur Papstwahl 15 Tage auf die noch nicht anwesenden wahlberechtigten Kardinäle gewartet werden. Bei „schwerwiegenden Gründen“ hätte man noch einige Tage länger warten können, jedoch hätte die Wahl spätestens 20 Tage nach Eintritt der Sedisvakanz beginnen müssen. Das Kardinalskollegium hätte sie allerdings vorverlegen können, sobald alle wahlberechtigten Kardinäle anwesend gewesen wären. Da der Tod von Papst Franziskus am Ostermontag, dem 21. April 2025, bekanntgegeben wurde, ergab sich aus dieser Vorgabe ein regulärer Beginn des Konklaves am 6. Mai 2025 mit Möglichkeit zur Verschiebung bis zum 11. Mai 2025. Die Generalkongregation der Kardinäle legte den Beginn schließlich auf den 7. Mai 2025 fest.

Sedisvakanz Ämter Während der Sedisvakanz 2025 blieben folgende Ämter bestehen und wurden weiterhin ausgeübt:

Camerlengo: Kevin Kardinal Farrell Großpönitentiar: Angelo Kardinal De Donatis Kardinalvikar der Diözese Rom: Baldassare Kardinal Reina Kardinalerzpriester der Vatikanbasilika: Mauro Kardinal Gambetti OFMConv Generalvikar für die Vatikanstadt: Mauro Kardinal Gambetti OFMConv Substitut des Staatssekretariats: Edgar Peña Parra Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten: Paul Gallagher Präfekt des Dikasteriums für den Dienst der Nächstenliebe: Konrad Kardinal Krajewski

Kardinalskollegium Das Kardinalskollegium hatte den regulären Verwaltungsbetrieb bis zur Wahl eines neuen Papstes sicherzustellen. Es war ihm ausdrücklich untersagt, grundlegende Änderungen in der Leitung der Gesamtkirche vorzunehmen. Im Kardinalskollegium hatten folgende Kardinäle besonders herausgehobene Funktionen:

Kardinaldekan: Giovanni Battista Kardinal Re Kardinalsubdekan: Leonardo Kardinal Sandri Kardinalprotopriester: Michael Michai Kardinal Kitbunchu Kardinalprotodiakon: Dominique Kardinal Mamberti

Der Dekan informierte sämtliche Kardinäle über die Sedisvakanz und bestellte sie zum Konklave in die Vatikanstadt. Geleitet wurde das Konklave jedoch durch den ranghöchsten wahlberechtigten Kardinal, Pietro Kardinal Parolin, da sowohl Dekan Giovanni Battista Re als auch Subdekan Leonardo Sandri bereits das 80. Lebensjahr vollendet hatten.

Ablauf Am Montag, dem 5. Mai 2025, fand um 17:30 Uhr in der Cappella Paolina im Apostolischen Palast die Vereidigung der Beamten und Teilnehmer des Konklaves statt. Alle vom Camerlengo und den drei Kardinalassistenten gemäß der Apostolischen Konstitution Universi Dominici gregis Nr. 48 anerkannten Teilnehmer des bevorstehenden Konklaves, sowohl Geistliche als auch Laien, mussten den vorgeschriebenen Eid ablegen und unterschreiben. Gemäß den Nrn. 46 bis 47 derselben Konstitution fanden sie sich um 17 Uhr in der Cappella Paolina ein:

der Sekretär des Kardinalskollegiums der Meister der päpstlichen liturgischen Zelebrationen die Päpstlichen Zeremonienmeister der vom Kardinal, der den Vorsitz im Konklave innehat, ausgewählte Geistliche, der ihn in seinem Amt unterstützt die der päpstlichen Sakristei zugeteilten Ordensleute die Ordensleute der verschiedenen Sprachen für die Beichte die Ärzte und Krankenschwestern die Aufzugswärter des Apostolischen Palastes das Personal der Kantine und der Reinigungsdienste das Personal des Päpstlichen Ausstattungs- und Geräteamtes (Floreria) und der technischen Dienste das Personal für den Transport der wahlberechtigten Kardinäle von der Domus Sanctae Marthae zum Apostolischen Palast der Oberst und ein Major der Päpstlichen Schweizergarde, die mit der Überwachung der Sixtinischen Kapelle beauftragt sind der Direktor der Sicherheitsdienste und des Zivilschutzes des Status Civitatis Vaticanae (SCV) mit einigen seiner Mitarbeiter

Nachdem sie über die Bedeutung des Eides belehrt worden waren, mussten sie die vorgeschriebene Formel vor Kardinal Kevin Joseph Farrell, Camerlengo der Heiligen Römischen Kirche, persönlich aussprechen und unterschreiben. Kardinal Farrell und zwei Apostolische Protonotare waren als Zeugen zugegen.

Beginn des Konklaves Das Konklave begann am Mittwoch, 7. Mai 2025 vormittags um 10:00 Uhr. Es wurde zunächst im Petersdom die Messe pro eligendo Romano Pontifice („für die Wahl des Bischofs von Rom“) gefeiert, die die Wahl des neuen Papstes einleitet. Die Heilige Messe wurde von Kardinal Giovanni Battista Re, Dekan des Kardinalskollegiums, geleitet.

Einzug in das Konklave Das Konklave selbst begann mit dem anschließenden feierlichen Einzug der Kardinäle. An der Prozession nahmen außer den Kardinälen folgende Personen teil, die ihre Chorkleidung trugen:

der Sekretär des Konklaves und Vize-Camerlengo der Meister der päpstlichen liturgischen Zelebrationen zwei Mitglieder des Kollegiums der Apostolischen Protonotare zwei Mitglieder des Kollegiums der Prälatenauditoren der Römischen Rota die Päpstlichen Zeremonienmeister der Sekretär des Kardinals, der dem Konklave vorsteht die Päpstliche Musikkapelle

Um 16 Uhr durften folgende Personen die Sixtinische Kapelle betreten:

der Stellvertreter für allgemeine Angelegenheiten des Staatssekretariats der Sekretär für die Beziehungen zu Staaten und internationalen Organisationen des Staatssekretariats der Regent des Päpstlichen Hauses die der päpstlichen Sakristei zugeordneten Ordensleute die für die Beichte zuständigen Priester der Oberst des Päpstlichen Schweizergardekorps

Das Dienstpersonal des Amtes für die liturgischen Feiern des Papstes, das Päpstliche Schweizergardekorps, die Gesundheits- und Hygienedirektion, die Floreria und das Dikasterium für die Kommunikation waren mit Sondererlaubnis ebenfalls anwesend.

Eintritt in das Konklave Um 16:30 Uhr begann der Eintritt in das Konklave mit einem Gebet in der Cappella Paolina und dem anschließenden feierlichen Einzug der Kardinäle. Die Kardinäle des lateinischen Ritus trugen dabei das rote Chorgewand mit Schärpe, Rochetto, Mozetta, Brustkreuz an einer roten und goldenen Kordel, Ring, Zucchetto und rotem Birett. Die Kardinäle der katholischen Ostkirchen erschienen in ihrem jeweiligen traditionellen Chorhabit. Von der Cappella Paolina aus zogen die Kardinäle in einer feierlichen Prozession, begleitet vom Gesang der Allerheiligenlitanei, zur Sixtinischen Kapelle. Dort legten sie nach dem Gesang der Hymne Veni creator spiritus den vorgeschriebenen Eid zur Geheimhaltung und Gewissenhaftigkeit zur Papstwahl ab. Anschließend rief der Zeremonienmeister „extra omnes“ (alle hinaus!). Daraufhin verließen alle Nicht-Wahlberechtigten die Sixtina und der Zeremonienmeister verschloss die Türen der Sixtina.

Die wahlberechtigten Kardinäle mussten alle digitalen Kommunikationsmittel abgeben, durften keine Zeitung lesen und nicht fernsehen. Auch durften sie weder telefonieren noch soziale Medien nutzen. Während des Konklaves wohnten die Kardinäle abgeschottet im vatikanischen Gästehaus Santa Marta. Die Zimmer hatten kein Tageslicht, alle Fenster waren versiegelt und die Rollläden waren geschlossen. Es war den Kardinälen untersagt, Verhandlungen zu führen, Verträge abzuschließen oder Versprechen zu geben, die sie in die Lage versetzen könnten, einer bestimmten Person die Stimme zu geben oder diese zu verweigern. Andernfalls wäre gemäß den geltenden Bestimmungen automatisch die Exkommunikation, also der Ausschluss aus dem kirchlichen Gemeinschaftsleben, verhängt worden.

Wahlversammlungen und Wahl Die Leitung der Wahlversammlung oblag dem ranghöchsten wählenden Kardinal, Pietro Kardinal Parolin. Jeder Wahlgang begann mit einem Gebet. Danach schrieb jeder Kardinal den Namen derjenigen Person auf einen Zettel, die er wählen wollte. Die Kardinäle traten einzeln – nach Rangfolge und Ernennungsalter – vor den Altar. Jeder hielt seinen Stimmzettel hoch und gelobte im Angesicht des wiederkehrenden Christus, er wähle den, von dem er glaube, dass es derjenige sei, den Gott zum Papstamt beruft. Danach legte er den Zettel mit einem Namen in die Urne. Die Auszählung der Stimmen erfolgte durch das Verlesen der Namen und die Erstellung von Strichlisten. Gewählt war, wer mindestens zwei Drittel der Stimmen, in diesem Konklave 89, auf sich vereinte und die Wahl annahm. Der erste Wahlgang fand am Nachmittag des 7. Mai 2025, weitere zwei Wahlgänge am Vormittag sowie der vierte Wahlgang am Nachmittag des 8. Mai 2025 statt. Aufsteigender Rauch über dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle diente als Kommunikation nach außen, ob der jeweilige Wahlgang erfolgreich war oder nicht: Die Stimmzettel wurden das erste Mal nach dem ersten Wahlgang verbrannt. Ab dem zweiten Wahlgang erfolgte das Verbrennen der Stimmzettel immer nur nach jedem zweiten Wahlgang, also nach dem 3. für den 2. und 3. Nach einem Wahlgang mit gerader Nummer erfolgte ein – dann weißes – Rauchzeichen somit nur, wenn die Wahl abschließend erfolgt war, in diesem Konklave also nach dem erfolgreichen 4. Wahlgang.

Da die Kardinäle sich unter Eid zur Geheimhaltung verpflichteten, ist der genaue Hergang des Konklaves nicht bekannt. Nach dem Vorkonklave habe es Rainer Kardinal Woelki zufolge eine allgemeine Tendenz zum bisherigen Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin gegeben. Blase Kardinal Cupich berichtete, zu Beginn des Konklaves habe es ein breites Feld an geeigneten Kandidaten gegeben, dabei Reinhard Kardinal Marx zufolge jedoch weder große Debatten noch Streit. Der vor Beginn des Konklaves als Favorit geltende Kardinal Parolin habe im ersten Wahlgang einen schlechten Start gehabt und sei deutlich unter den bis zu 50 Stimmen, die ihm eigentlich zugerechnet worden waren, geblieben. Demgegenüber schnitt Prevost gleich zu Anfang stark ab und landete auf dem zweiten Platz. Weitere Kandidaten wie Luis Antonio Kardinal Tagle, der als progressive geltende Matteo Kardinal Zuppi, der Generalsekretär der Bischofssynode Mario Kardinal Grech, Pierbattista Kardinal Pizzaballa und Jean-Marc Kardinal Aveline erhielten Stimmen im niedrigen zweistelligen oder im einstelligen Bereich. Bereits im zweiten Wahlgang am Vormittag des zweiten Konklavetages überholte Prevost den, nach manchen Darstellungen, im ersten Wahlgang noch führenden Parolin. Parolin nahm sich in der folgenden Mittagspause als Kandidat selbst aus dem Rennen, indem er seine Wähler aufforderte, Prevost zu wählen. Am Ende des dritten Wahlgangs hatte Prevost zwar noch nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit von 89 Stimmen, lag aber beinahe uneinholbar vorn.Ludwig Ring-Eifel: Wie Prevost zum Papst gewählt wurde. katholisch.de, 13. Mai 2025. Désiré Kardinal Tsarahazana gab an, Prevost habe im vierten (letzten) Wahlgang über 100 Stimmen erhalten.