mini|Aus: Berlin. Die Sinfonie der Großstadt, 1929 Die Liste deutscher Dokumentarfilme enthält deutsche Dokumentarfilme in Auswahl. Sie sollten einen Wikipedia-Artikel oder eine besondere Bedeutung haben.

Deutschland 1895–1932

Zwischen 1895 und 1932 entstanden über 5.000 Dokumentarfilme im Deutschen Reich, von denen die meisten sehr kurz waren und nur wenige erhalten sind.Uli Jung, Martin Loiperdinger (Hrsg.): Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland. Band 1. Kaiserreich (1896–1918). Reclam, Stuttgart 2005 (PDF), besonders S. 22, das Gesantzensurverzeichnis in Berlin enthielt zwischen 1912 und 1920 über 40.000 Filme, von denen einige Dokumentarfilme waren, in München waren es in dieser Zeit über 30.000 Dazu gehörten

1895–1918

1895: Wintergartenprogramm, von Max Skladanowsky, erste öffentliche Aufführung von Filmen im Deutschen Reich 1896: Ankunft eines Eisenbahnzuges, Leben und Treiben am Alexanderplatz in Berlin, von Max Skladanowsky 1911 Das verkehrte Berlin, von Guido Seeber, mit rückwärts gezeigten Aufnahmen

1917: Der Kaiser bei unseren türkischen Verbündeten

1918–1932 In der Weimarer Republik wurden die Dokumentarfilme meist als Kulturfilme bezeichnet.Klaus Kreimeier, Antje Ehmann, Jeanpaul Goergen (Hrsg.): Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland. Band 2. Weimarer Republik (1918–1933). Reclam, Stuttgart 2005 (PDF)

1918: Die Alpen. Geographische Laufbilder zu Lehrzwecken, von Felix Lampe, Kompilationsfilm, erster UFA-Kulturfilm 1922–1925: Das Blumenwunder, Zeitrafferaufnahmen von Pflanzen 1925: Wege zu Kraft und Schönheit von Wilhelm Prager, Plädoyer für mehr gesunde Bewegung, einer der wichtigsten Dokumentarfilme dieser Zeit 1925: Die Stadt der Millionen. Ein Lebensbild Berlins, von Adolf Trotz, experimenteller Dokumentarfilm 1926: Die Biene Maja und ihre Abenteuer, von Waldemar Bonsels, Naturfilm mit Handlung 1927: Natur und Liebe. Vom Urtier zum Menschen, von Ulrich K. T. Schulz, über die Entwicklung des Lebens von den Anfängen bis zur Gegenwart

1927: Berlin. Die Sinfonie der Großstadt, von Walter Ruttmann, einer der bedeutendsten deutschen Dokumentarfilme 1929: Melodie der Welt, von Walter Ruttmann, Kompilationsfilm, erster deutscher Tonfilm 1929: Menschen am Sonntag, von Edgar G. Ulmer und Robert Siodmak, Drehbuch Billy Wilder, mit vielen Dokumentaraufnahmen des Alltags in Berlin

Deutschland 1933–1945

Die bedeutendste Dokumentarfilmerin dieser Zeit war Leni Riefenstahl, besonders ihre Filme Olympia und Triumph des Willens gelten als künstlerisch anspruchsvoll trotz der politischen Ausrichtung.Dokumentarfilm in Deutschland Hans Helmut Prinzler, Rezension zu Peter Zimmermann, Der Dokumentarfilm in Deutschland, 2022, auch Uli Gaulke und andere Filmlexika teilen diese Einschätzung, siehe internationale Preise Die meisten anderen deutschen Dokumentarfilme dieser Ära waren stark propagandistisch beeimflusst.Peter Zimmermann, Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland. Band 3. Das Dritte Reich (1933–1945), 2005 (PDF, 14 MB)

Ostdeutschland 1946–1990 DEFA-Dokumentarfilme

Im DEFA-Studio für Dokumentarfilme entstanden etwa 10.000 Produktionen zwischen 1946 und 1993, die meisten davon Kurzfilme. Zu den bedeutendsten gehörenDie zehn wichtigsten deutschen Dokumentarfilme Goethe-Institut, von Uli Gaulke, mit drei DDR-DokumentarfilmenDer DEFA-Dokumentarfilm Filmportal, mit den wichtigsten DEFA-Dokumentarfilmen und -Regisseuren

1960–2006 Die Kinder von Golzow, von Winfried und Barbara Junge, Langzeitdokumentation über Bewohner eines Dorfes 1985–1988 Flüstern und Schreien von Dieter Schumann, über unangepasste Jugendbands in der DDR 1988 Winter adé, von Helke Misselwitz, kritischer Film über die Situation von Frauen in der DDR

Weitere wichtige Dokumentarfilmer waren Jürgen Böttcher, Volker Koepp und weitere.

Fernsehdokumentationen Im Fernsehen der DDR (zeitweise Deutscher Fernsehfunk) wurden zahlreiche Reportagen und Dokumentationen gezeigt. Diese waren aber meist staatsnaher als einige DEFA-Dokumentarfilme, da sie ein breiteres Publikum erreichten und stärker kontrolliert wurden. Einige wurden speziell vom DEFA-Studio für Dokumentarfilme für das Fernsehen hergestellt und nur dort gezeigt (siehe DEFA-Dokumentarfilme, bei Bemerkungen zu den einzelnen Filmen).

Einige Dokumentarfilme, die vom DDR-Fernsehen produziert wurden, waren (kleine Auswahl)

1970 Sonntag, den ..., von Bernd Scharioth, mit Texten von Brigitte Reimann und Liedern mit Manfred Krug, 1977 verboten, 1984 vernichtet, 2023 Kopie entdeckt 1973 Ändere die Welt, sie braucht es, von Günter und Jutta Lippmann, über den Komponisten Hanns Eisler 1977 Berliner in Pankow, von Ulrich Teschner 1980 Ein Haus in Berlin Prenzlauer Berg, von Rainer Pavel, mit Gesprächen mit Hausbewohnern, zum Buch Berliner Mietshaus von Irina Liebmann 1983 Gundi Gundermann, von Richard Engel, über den populären Sänger 1986 Offiziere (1986), über zwei NVA-Offiziere 1986 Chef des Generalstabes oder Tod auf dem Schafott, von Ulrich Teschner, über Henning von Treskow 1989 Ist Leipzig noch zu retten?, von Gerlinde Marquardt, für neues Politikmagazin Klartext, über verfallende Altbausubstanz 1989 Wandlitz: Einzug ins Paradies, von Jan Carpentier, erstmals in der Politbürosiedlung 1989 Der aufrechte Gang, von Sabine Grote, kritischer Bericht über die Situation in der DDR 1990 Inside – Outside, von Lilly Grote, für Klartext, über Wohnheim für moçambiquanische und angolanische Kinder

Staatliche Filmdokumentation

Beim Filmarchiv der DDR gab es eine Arbeitsgruppe Staatliche Filmdokumentation, die Filme über Personen, historische Straßen in Berlin-Mitte und weitere Sachthemen anfertigte, die aber in der Regel nicht öffentlich gezeigt wurden. Diese unterlagen keiner formalen Zensur und boten so ein authentischeres Bild des DDR-Alltags als die meisten öffentlich gezeigten Filme. Über 300 sind erhalten und einsehbar, zu den bemerkenswertesten gehören 1973 Ackerstraße, von Veronika Otten, mit Ansichten der Grenzanlagen in Berlin 1979 Almstadtstraße, von Veronika Otten, mit Gesprächen zur jüdischen Geschichte der Straße 1984 Das Haus, von Thomas Heise, mit Aufnahmen aus dem Berolinahaus am Alexanderplatz bei verschiedenen Behörden 1985 Volkspolizei, von Thomas Heise, aus einem Polizeirevier mit authentischen Aufnahmen des Berufsalltags

Studentenfilme

An der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg drehten die Studierenden jeweils mehrere Filme, darunter auch Dokumentarfilme. Einige waren recht innovativ. Diese werden in der Gegenwart gelegentlich bei Retrospektiven auf Filmfestivals und in Programmkinos gezeigt.

Weitere Filmdokumentationen

Daneben ließen viele Einrichtungen und Organisationen Lehrfilme und Dokumentationen anfertigen, darunter Betriebe (wie die Deutsche ReichsbahnDeutsche Reichsbahn (DD) Filmportal, mit über 250 Filmen, meist Kurzfilme ), Massenorganisationen, die Nationale Volksarmee und Ministerien. Erhalten sind auch einige Lehrfilme des Ministeriums für Staatssicherheit.

Filme von kleineren Filmstudios waren 1946 Befreite Musik, von Peter Pewas, Demo-Film, über die Wiedereröffnung der Staatsoper in Berlin, erster deutscher Dokumentarfilm der Nachkriegszeit 1981 Hilfe, ich bin eine Frau! von Edith und Joachim Schneider, Betriebsfilmstudio des VEB Braunkohleschachtbohrungen Welzow, Satire über die angebliche Gleichberechtigung in der DDR

Westdeutschland 1946–1990 Zu den wichtigsten westdeutschen Dokumentarfilmern dieser Zeit gehörten Bernhard und Michael Grzimek, Peter Nestler, Klaus Wildenhahn, Erika Runge, Helmut Herbst, Eberhard Fechner, Werner Herzog, Theo Gallehr, Rolf Schübel, Peter Schamoni, Peter Krieg, Jutta Brückner, Helke Sander, Peter Heller, Harun Farocki und Wim Wenders. Bitte nur wichtige Filme mit Preisen oder Wikipedia-Artikeln eintragen, um eine repräsentative Übersicht zu gewährleisten (es gab mehr als 10.000 Dokumentarfilme in dieser Zeit), weitere sind in den Artikeln zu den Regisseuren angegebenDokumentarfilme BR Deutschland Filmdienst, aus Lexikon des internationalen Films, mit weiteren Filmen aus dieser Zeit

1951 Abenteuer im Roten Meer, von Hans Hass, Taucherfilm

1952 Der gehorsame Rebell, von Curt Oertel, erster Lutherfilm nach 1945, mit Aufnahmen in Ost- und Westdeutschland Portugal, unbekanntes Land am Meer, von Alfred Ehrhardt

1953 Nanga Parbat, von Hans Ertl, über die Erstbesteigung des Nanga Parbat Bis fünf nach zwölf – Adolf Hitler und das 3. Reich

1954 Schicksal und Vermächtnis, von Alfred Ehrhardt, Soldatengräber vom Nordkap bis Nordafrika Unternehmen Xarifa, von Hans Hass, Taucherfilm

1955 Im Schatten des Karakorum, von Eugen Schuhmacher, über Expedition in der Wuste Die verschwundene Stadt Dresden, von Curt A. Engel, mit Aufnahmen von 1940

1956 Kein Platz für wilde Tiere, von Michael und Bernhard Grzimek Stählerne Adern, von Hugo Niebeling, Film über die Produktion nahtloser Stahlrohre Gold aus Gletschern, von Luis Trenker Schöpfung ohne Ende, von Karl G’schrey, Film über die Chemieindustrie

1958 Im Zauber der Kordilleren – Das Reich der Inkas und Indios, von Martin Schliessler Er ging an meiner Seite, von Peter Pewas, über den Zweiten Weltkrieg Traumstraße der Welt, 1. Teil, von Hans Domnick, Reisefilm von Alaska bis Mexiko

1959 Serengeti darf nicht sterben, von Michael und Bernhard Grzimek, erster Oscar für einen deutschen Dokumentarfilm Paradies und Feuerofen, von Herbert Viktor, Film über Israel Impuls unserer Zeit, von Otto Martini, Film über Elektrotechnik

1960 Mein Kampf, von Erwin Leiser, über Hitler, die Nazi-Diktatur und den 2. Weltkrieg

1961 Brutalität in Stein, von Alexander Kluge und Peter Schamoni, über das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg Eichmann und das 3. Reich, von Erwin Leiser Kahl, von Haro Senft, über das Kernkraftwerk Kahl, Oscar-Nominierung Moshi-Moshi (Hallo Japan), von Hans H. Hermann und Walter Knoop

1962 Vom Zaren bis zu Stalin, von Raphael Nussbaum und Peter Rosinski Galápagos – Trauminsel im Pazifik, von Heinz Sielmann Alvorada – Aufbruch in Brasilien, von Hugo Niebeling Traumstraße der Welt, 2. Teil, von Hans Domnick, Reisefilm über Südamerika Notabene Mezzogiorno, von Hans Rolf Strobel und Heinrich Tichawsky, über Bodenreform und Industrialisierung in Süditalien Flying Clipper – Traumreise unter weißen Segeln, von Hermann Leitner und Rudolf Nussgruber, über schwedisches Segelschulschiff im Mittelmeer

1963 Am Siel, von Peter Nestler, über ein Dorf an der Nordsee

1964 Nisshin Geppo – Großes Sportland Japan, von Gert Abelbeck Aus der Geschichte der Menschheit, von Hans-Joachim Hossfeld, über archäologische Entdeckungen im Irak, Iran und der Türkei Ödenwaldstetten, von Peter Nestler, über ein Dorf in Baden-Württemberg Bagnolo – Dorf zwischen schwarz und rot, von Bruno Jori, über ein Dorf in Italien

1965 Der vorletzte Akt, von Walter Krüttner, über das KZ Theresienstadt

1966 Von Griechenland, von Peter Nestler Alaska – Wildnis am Rande der Welt, von Eugen Schuhmacher und Freimut Kalden Das Wunder von Mailand, von Hans Rolf Strobel und Heinrich Tichawsky, über die Vorstädte von Mailand Ski-Faszination, von Willy Bogner junior

1967 Romy – Portrait eines Gesichts, von Hans-Jürgen Syberberg, über Romy Schneider Die letzten Paradiese, von Eugen Schuhmacher , über gefährdete Tierarten Die widerrechtliche Ausübung der Astronomie, von Peter Schamoni, über den Astronomen Ernst Wilhelm Leberecht Tempel Zum Beispiel Bresson, von Theodor Kotulla, über den französischen Regisseur Robert Bresson Der Polizeistaatsbesuch – Beobachtungen unter deutschen Gastgebern, von Roman Brodmann, NDR, über den Schahbesuch in West-Berlin und die Folgen, einer der wichtigsten deutschen Dokumentarfilme dieser Zeit mit mehreren Filmpreisen Herbst der Gammler, von Peter Fleischmann Helga – Vom Werden des menschlichen Lebens

1968 Warum ist Frau B. glücklich?, von Erika Runge, mehrere Preise