mini|Vorderansicht der St.-Josef-Kirche in Bümmerstede (2026) St. Josef ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im Stadtteil Bümmerstede der niedersächsischen Großstadt Oldenburg. Sie steht unter dem Patrozinium des Heiligen Josef und gehört zum Bistum Münster.

Lage Die Kirche liegt im südlichsten Stadtteil Oldenburgs, Bümmerstede. Östlich des Kirchengeländes verläuft die Bauordenstraße, südlich der Westerholtsweg und westlich die Sandkruger Straße, eine Hauptverkehrsstraße.

Die gegenüberliegende Seite der nahe gelegenen Kreuzung gehört mit dem Röverskamp bereits zum Ortsteil Klein Bümmerstede in der Gemeinde Wardenburg. Das Umfeld ist durch Wohngebiete, kleinere Gewerbebetriebe und das angrenzende Marschgebiet geprägt.

Geschichte

Entstehung der Kirche Oldenburg wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem durch die vielen Vertriebenen und Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten stark an. Weit über 40.000 Katholiken fanden in Oldenburg eine neue Heimat. Die beiden bisher vorhandenen katholischen Kirchen, St. Peter im Zentrum und Heilig Geist in Osternburg, konnten die größere Zahl der Gottesdienstteilnehmenden nicht mehr fassen. Im Jahr 1951 übernahm ein Herz-Jesu-Priester die Seelsorge im Stadtsüden. Als Notkirche gab es nur eine noch vom Reichsarbeitsdienst errichtete alte Baracke, die schon bald zu klein wurde.

Um regelmäßig Gottesdienste für alle Gläubigen in Bümmerstede feiern zu können, wünschten sich die katholischen Einwohner ein eigenes Gotteshaus mit dem Namen „St. Josef“. Die Namensgebung geht auf den Hintergrund zurück, dass der Heilige Josef als Ehemann von Maria und Ziehvater von Jesus den Beruf des Zimmermanns hatte. Symbolisch stehe er für den Aufbau der neuen Wohnsiedlung mit größtenteils Handwerkern und deren Familien. Auf knapp 170 Hektar entstand zu dieser Zeit die katholische Siedlung St. Peter in Bümmerstede.

Die Kirche wurde von dem aus Cloppenburg stammenden Architekten Gerd Rohling entworfen und 1965/1966 gebaut. Am 30. Oktober 1966 wurde sie durch Weihbischof Heinrich Tenhumberg, dem späteren Bischof von Münster, geweiht. Die erste gespendete Kirchenglocke war eine Schiffsglocke eines Dampfers der Lloydwerft aus Bremen.

Jüngere Geschichte In den ersten Jahrzehnten stellte St. Josef die Garnisonkirche für die im Stadtsüden stationierten Soldaten dar, unter anderem für die Soldaten der nahen Henning-von-Tresckow-Kaserne.

Zur 2006 neu gegründeten Kirchengemeinde St. Josef gehören die drei Filialkirchen St. Michael (Oldenburg-Kreyenbrück), St. Ansgar (Hatten-Sandkrug) und Heilige Drei Könige (Wardenburg).

Ihr 50-jähriges Bestehen feierte die Kirche im Jahr 2016.

Am 1. Januar 2024 schlossen sich die drei Oldenburger Pfarren St. Josef, St. Willehad und St. Marien sowie fünf Kirchengemeinden aus benachbarten Landkreisen zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Oldenburg-Delmenhorst“ mit Sitz in Oldenburg.

Gebäude und Gelände Die Saalkirche ist ein moderner Rundbau im Stil der Moderne und bietet Platz für bis zu 440 Gläubige. Damit ist sie die größte katholische Kirche der Stadt Oldenburg. Neben dem Gotteshaus befinden sich auf dem Kirchengelände ein Gemeindezentrum, ein Pfarrhaus und ein 37 Meter hoher, weißer Glockenturm.

Die Inneneinrichtung der Kirche ist mit dem Aufbau der Petersiedlung verbunden, so fertigten die Siedlungsbewohner in den 1950ern die erste Kircheneinrichtung selbst an. Das notwendige Improvisieren der wirtschaftlich schwierigen Nachkriegszeit zeigte sich beispielsweise darin, dass die Saallampe über dem Pult ursprünglich der Scheinwerfer eines alten VW-Käfers war.

Schutzkonzept Im Jahr 2017 erarbeitete eine Steuerungsgruppe der Kirchengemeinde ein umfassendes Schutzkonzept zur Verhinderung von sexualisierter Gewalt. Durch die Verwirklichung dieses Präventionskonzepts sollen sich nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch schutz- oder hilfsbedürftige Erwachsene in der Gemeinde geschützt werden.

Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Pfarrgemeinde sind seitdem verpflichtet regelmäßig an Präventionsschulungen teilzunehmen. Ein Handlungsleitfaden beschreibt die Verfahrensweise im Verdachtsfall von sexualisierter Gewalt in der Kirchengemeinde. Alle vier Jahre überprüft ein durch den Pfarreirat berufener Arbeitskreis „Prävention“ das institutionelle Schutzkonzept und führt bei Bedarf aktuelle Überarbeitungen durch.

Glocken mini|Rückseite des Kirchturms St. Josef (2026) Im Turm des Gotteshauses St. Josef hängen die folgenden vier Kirchenglocken, die in der Glockenstadt Gescher gegossen wurden.

Glocke 1: Schlagton: f1, Ø 114 cm, Gießer: Petit und Edelbrock, Gussjahr: 1966 Glocke 2: Schlagton: as1, Ø 98 cm, Gießer: Petit und Edelbrock, Gussjahr: 1966 Glocke 3: Schlagton: b1, Ø 86 cm, Gießer: Petit und Edelbrock, Gussjahr: 1966 Glocke 4: Schlagton: des1, Ø 71 cm, Gießer: Petit und Edelbrock, Gussjahr: 1966

Orgel Die Kirchenorgel wurde 1989 von der Firma Siegfried Sauer aus Höxter-Ottbergen erbaut. Die Disposition entstand in Zusammenarbeit mit Werner Haselier und Oliver Dierks. Eine Reparatur erfolgte im Jahr 2000 durch den aus Wilhelmshaven stammenden Orgelbauer Alfred Führer.

Die Orgel besitzt ein Hauptwerk (C-g3), ein Schwellwerk (C–g3) und ein Pedal (C–f1). Das Schleifladen-Instrument hat 27 Register. Die Spieltraktur ist mechanisch und die Registertraktur elektrisch. Außerdem gibt es einen 64-fachen Setzer.

Literatur

Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9. Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Wolfgang Runge: Kirchen im Oldenburger Land, Band III. Kirchenkreise Oldenburg 1 und 2. Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1988, ISBN 3-87358-298-8.

Weblinks

Website von St. Josef (Oldenburg) Website der Katholischen Kirche im Oldenburger Land

Einzelnachweise

Josef Kategorie:Erbaut in den 1960er Jahren Oldenburg Josef Oldenburg Oldenburg Oldenburg Oldenburg Oldenburg Oldenburg