The Chronology of Water ist ein romantisches Filmdrama und das Regiedebüt der Schauspielerin Kristen Stewart. In der Filmbiografie spielt Imogen Poots die frühere Schwimmerin und heutige Schriftstellerin und Herausgeberin Lidia Yuknavitch, die im Jahr 2011 ihre titelgebenden Memoiren The Chronology of Water veröffentlichte. Der Film feierte im Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes seine Premiere und kam Anfang März 2026 in die deutschen Kinos.

Handlung

Die langjährige Schwimmerin und Olympiahoffnung Lidia Yuknavitch nimmt ein Schwimmstipendium für ein College in Texas an, um ihrem gewalttätigen Vater und ihrer alkoholkranken, selbstmordgefährdeten Mutter zu entkommen. Sie hat es ihrer älteren Schwester Claudia gleichgetan, die die Familie schon vor Jahren verließ. Während ihres Studiums lernt Lidia Philip kennen, den sie trotz einer problematischen Beziehung schnell heiratet. Noch immer durch den Missbrauch ihres Vaters traumatisiert, empfindet sie Philips sensibles und sanftes Wesen als schwach und passiv und beginnt, ihn verbal und körperlich zu misshandeln. Als sie schwanger wird, verlässt sie ihn, um zu ihrer Schwester Claudia zu ziehen, in der Hoffnung, ihr Kind gemeinsam mit ihr großzuziehen. Doch das Baby wird tot geboren, was Lidia zutiefst erschüttert. Sie versöhnt sich mit Philip, verstreut die Asche des Babys im Meer, und sie lassen sich im Guten scheiden.

Ihr Stipendium verliert Lidia aufgrund von Drogen und Alkohol. Eine Freundin empfiehlt ihr danach zur University of Oregon in Eugene zu gehen. Als Doktorandin schreibt sie mit zwölf weiteren Personen und dem Professor Ken Kesey einen gemeinsamen Roman namens Caverns.The Chronology of Water. In: loremipsument.com. Abgerufen am 24. April 2025.The Chronology Of Water. In: filmstarts.de. Abgerufen am 16. Mai 2025. Sie entwickelt eine enge Bindung zu Kesey, der ihr Talent erkennt. Während ihres weiteren Studiums engagiert sie eine BDSM-Therapeutin, um mithilfe dieser Methode ihr Trauma zu verarbeiten. Sie heiratet erneut. Die Beziehung zu ihrem zweiten Ehemann Devin ist von Leidenschaft und Unbeständigkeit geprägt, doch die Ehe zerbricht schnell.

Nach einer öffentlichen Lesung ihrer Werke erhält Lidia ein Angebot von einem Verlag, doch sie versinkt weiterhin immer tiefer im Alkoholismus. Schließlich verursacht sie betrunken am Steuer einen Autounfall, wird verhaftet und zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Sie beginnt, kreatives Schreiben an der Eastern Oregon University zu unterrichten, wo sie ihren dritten Ehemann Andy kennenlernt. Gemeinsam bekommen sie auch ein Kind. Lidia hält weiterhin Kontakt zu ihrem alternden Vater, wobei sich die Beziehung normalisiert. Der Film endet damit, dass die junge Familie im Wasser schwimmt, während Lidia über die heilende Kraft des Wassers nachdenkt.

Biografisches

Die 1963 geborene Lidia Yuknavitch war früher Schwimmerin und ist heute Schriftstellerin und auch bekannt für ihren TED-Talk The Beauty of Being a Misfit, der über 3,2 Millionen Mal angesehen wurde.

Nach der High School zog Yuknavitch nach Texas, wo sie mit einem Schwimmstipendium das Austin Community College besuchte. Während ihres Studiums arbeitete sie als Empfangsdame an der University of Texas in Austin. Yuknavitch hoffte, sich für die US-amerikanische Olympia-Schwimmmannschaft zu qualifizieren, doch der Boykott ihres Landes der Olympischen Spiele 1980 in Moskau und ihr eigener Drogen- und Alkoholmissbrauch beendeten ihre Wettkampfschwimmkarriere.

Im Jahr 2011 veröffentlichte Yuknavitch ihre Memoiren mit dem Titel The Chronology of Water.Matthew Trueherz: Lidia Yuknavitch, Kristen Stewart, and an Ocean Outside of Time. In: pdxmonthly.com, 4. Februar 2025. In einer deutschsprachigen Übersetzung von Claudia Max erschien das Buch unter dem Titel In Wasser geschrieben. Es geht darin um das Streben nach Schönheit, Selbstdarstellung, Begehren und das berauschende Gefühl des Schwimmens.In Wasser geschrieben. In: thalia.de. Abgerufen am 20. April 2025. Vor allem konzentriert sie sich in dem Buch auf die Entwicklung eines Selbstbewusstseins als bisexuelle Frau.

Produktion Filmstab, Besetzung und Dreharbeiten Regie führte Kristen Stewart, die gemeinsam mit Andy Mingo und Autorin Yuknavitch deren Memoiren für den Film adaptierte. Es handelt sich bei Chronology of Water um das Regiedebüt der Schauspielerin.Tatiana Tenreyro: Kristen Stewart Directing First Film in Latvia Because She Needs “Radical Detachment” From Hollywood. In: The Hollywood Reporter, 6. Mai 2024. Stewart und Mingo gehören auch zu den Produzenten des Films, ebenso Ridley Scott.Jordan Ruimy: Kristen Stewart’s 'Chronology of Water' to Trim Runtime for Cannes Consideration. In: worldofreel.com, 18. April 2025. Über Yuknavitchs Memoiren sagte Stewart: „Sie waren eines dieser Bücher, die ich all meinen Freunden laut vorlesen wollte.“Lily Ford: Kristen Stewart Wants to „Crash and Burn“ in Cannes: „We Barely Finished This Movie“. In: The Hollywood Reporter, 15. Mai 2025.

Den Filmschnitt übernahm Olivia Neergaard-Holm, die zuletzt für Filme wie Holy Spider und The Apprentice – The Trump Story von Ali Abbasi, Motståndaren von Milad Alami und Emilie Blichfeldts Spielfilmdebüt The Ugly Stepsister tätig war.

Produziert wurde The Chronology of Water von CG Cinema International, Forma Pro Films, Scott Free, Curious Gremlin, Lorem Ipsum Entertainment, Scala Films und auch dem von Stewart gemeinsam mit Dylan Meyer und Maggie McLean gegründeten Produktionsunternehmen Nevermind Pictures.K.J. Yossman: Kristen Stewart’s Nevermind Pictures Inks First-Look Deal With Fremantle. In: Variety, 25. Juni 2024.

Die Britin Imogen Poots spielt Lidia Yuknavitch. Earl Cave, der Sohn des australischen Rockmusikers Nick Cave, spielt ihren Ehemann Philip, den sie zutiefst dafür verachtet, dass er nett und sanft ist.Peter Bradshaw: 'The Chronology of Water' review: Kristen Stewart makes a traumatic splash with directorial debut. In: The Guardian, 17. Mai 2025. Jim Belushi spielt den Autor Ken Kesey, in dessen Schreibprogramm Lidia aufgenommen wird. Eine weitere Hauptrolle besetzte Stewart mit der Sonic-Youth-Sängerin Kim Gordon.Rachel Handler: Why Kristen Stewart Didn’t Star in Her Own Directorial Debut. In: Vulture, 16. Mai 2025. In weiteren Rollen sind Thora Birch als Lidias ältere Schwester Claudia, Michael Epp als ihr Vater und Tom Sturridge zu sehen.

Die Dreharbeiten fanden von Ende Juni bis Ende Juli 2024 in Lettland statt. Weitere Aufnahmen entstanden auf Malta und Ende Juli 2024 in Eugene.Ellise Shafer: Kristen Stewart Directs Imogen Poots in First Look at Feature Filmmaking Debut 'The Chronology of Water'. In: Variety, 9. September 2024. Dorthin war Yuknavitch gezogen, nachdem sie aufgrund von Drogen- und Alkoholproblemen ihr Stipendium verloren hatte.The Chronology of Water. In: productionlist.com. Abgerufen am 24. April 2025. Als Kameramann fungierte Corey C. Waters.

Filmmusik, Marketing und Veröffentlichung Die Filmmusik komponierte Paris Hurley.Paris Hurley Scoring Kristen Stewart’s 'The Chronology of Water'. In: filmmusicreporter.com, 15. Mai 2025.

Erstes Bildmaterial wurde Ende April 2025 vorgestellt.Jordan Ruimy: First Look: Kristen Stewart’s 'The Chronology of Water'. In: worldofreel.com, 24. April 2025. Die Premiere des Films war am 16. Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes, wo er in der Reihe Un Certain Regard gezeigt wurde.Horaires Des Projections / Screenings Guide Festival du Cannes 2025. In: festival-cannes.com. Abgerufen am 8. Mai 2025. (PDF; 399 KB) Dort stellte Les Films du Losange The Chronology of Water auch beim Marché du film vor.cineuropa.org Im Juli 2025 wurde er bei Nowe Horyzonty und im August 2025 beim Melbourne International Film Festival gezeigt.Peter Gray: Melbourne International Film Festival unveils full program for 2025. In: theaureview.com, 10. Juli 2025. Im September 2025 wurde der Film beim Festival des amerikanischen Films und bei der Filmkunstmesse Leipzig gezeigt und im Oktober 2025 beim Internationalen Filmfestival Warschau, beim AFI Fest und beim Savannah Film Festival.The Chronology of Water. In: filmkunstmesse.de. Abgerufen am 18. September 2025.Chris Gardner: AFI Fest Adds Films Starring George Clooney, Emma Stone, Sydney Sweeney and Bruce Springsteen. In: The Hollywood Reporter, 25. September 2025.Jazz Tangcay: 'Frankenstein', 'Hamnet' and 'Bugonia' Added to SCAD Savannah Film Festival Lineup. In: Variety, 3. Oktober 2025. Ein erster Trailer wurde im Januar 2026 vorgestellt.the-spot-mediafilm.com Der Kinostart in Deutschland war am 5. März 2026. WME Independent übernimmt den Vertrieb von The Chronology of Water in Nordamerika und BFI Distribution im Vereinigten Königreich und in Irland, während Les Films du Losange für den internationalen Vertrieb zuständig ist.Tim Dams: Les Films du Losange, WME Independent board Kristen Stewart’s 'The Chronology Of Water'; first look unveiled. In: screendaily.com, 9. September 2024.deadline.com

Rezeption Kritiken Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 91 Prozent positiv bei einer durchschnittlichen Bewertung mit 7,1 von 10 möglichen Punkten. Dabei wird als Konsens der Kritiker angegeben: „Mit beeindruckender Leichtigkeit begleitet Kristen Stewarts Spielfilm-Regiedebüt eine Reise der emotionalen Heilung, getragen von Imogen Poots kraftvoll natürlicher Darstellung.“The Chronology of Water. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 4. September 2026. Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 78 von 100 möglichen Punkten.The Chronology of Water. In: Metacritic. Abgerufen am 21. Januar 2026.

David Katz schreibt in seiner Kritik für das Online-Filmmagazin Cineuropa, auch wenn The Chronology of Water Klischees bediene und der Film seine sperrige, repetitive Struktur nicht immer zu seinem Vorteil nutzen kann, sei er eine beeindruckende Erweiterung dessen, was Kristen Stewart dem US-amerikanischen und internationalen Kino gebracht hat. Ihr schauspielerisches Können setze sich auch auf der anderen Seite der Kamera durch. Stewart identifiziere sich so stark mit Lidia Yuknavitchs, dass es so wirke, als sei sie auch auf der Leinwand präsent. Katz bemerkt, wenn Schauspieler Regieanweisungen von ihren Regisseuren übernehmen, imitierten sie oft deren verbale und körperliche Manierismen, und in The Chronology of Water gebe Imogen Poots als Yuknavitch eine bemerkenswert Stewart-artige Darstellung. Die visuellen Elemente und der Filmschnitt von Olivia Neergaard-Holm, der über Zeitlinien und Intensitäten gleitet, erinnerten jedoch zu sehr an ein kunstvolles Alternative-Rock-Musikvideo der 1990er Jahre.cineuropa.org mini|hochkant|Regisseurin Kristen Stewart