Harmalin ist ein psychoaktives Indolalkaloid aus der Gruppe der Harman-Alkaloide. Es ist die reduzierte (hydrierte) Form des Harmins.
Geschichte Im Jahr 1841 wurde Harmalin aus der Steppenraute von Goebel isoliert. 1919 erfolgte durch Perkin Jr. (Sohn von W. H. Perkin) und Robinson ein Strukturvorschlag,Perkin, W. H., Jr.; Robinson, R. "LXXIX. Harmine and harmaline. Part III." Journal of the Chemical Society, Transactions 1919, 115, 933–967.Perkin, W. H., Jr.; Robinson, R. "LXXX. Harmine and harmaline. Part IV." Journal of the Chemical Society, Transactions 1919, 115, 967–972. der 1927 durch die erstmalige Synthese von Manske, Perkin und Robinson untermauert wurde.Manske, R. H. F.; Perkin, W. H., Jr.; Robinson, R. "Harmine and Harmaline. Part IX. A Synthesis of Harmaline." Journal of the Chemical Society 1927, 1–14. Im selben Jahr publizierte Hasenfratz eine verbesserte Extraktionsmethode für Harmalin.Hasenfratz, V. "Harmaline and harmine." Annali di Chimica Applicata 1927, 7, 151–226.
Vorkommen
mini|links|Steppenraute (Peganum harmala) mini|links|Harmalin und Harmin unter UV-Licht Die Pflanzen Banisteriopsis caapi (eine Dschungelliane) und Peganum harmala (Steppenraute) sowie Ayahuasca enthalten Harmalin.
Wirkung Harmalin wirkt oneirogen (traumerzeugend) und bewirkt Ataxie. Von den Halluzinogenen unterscheidet es sich in seiner Pharmakologie deutlich. Harmalin ist ein reversibler Monoaminooxidase-Hemmer und kann die Wirkung mancher Drogen mitunter enorm bis unkontrollierbar steigern. Harmalin erzeugt keine körperliche oder psychische Abhängigkeit.
Weblinks
TIHKAL, #13 (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Indol Kategorie:Dihydropyridin Kategorie:Methoxyaromat Kategorie:MAO-Hemmer Kategorie:Psychotroper Wirkstoff Kategorie:Psychotropes Indolalkaloid