Christian von der Marwitz (geb. 11. September 1705 in Diedersdorf (?); gest. 18. April 1775) war ein preußischer Landrat.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1905. Sechster Jahrgang. Mit: Adelige Häuser nach alphabetischer Ordnung. Justus Perthes, Gotha 1904, S. 501-502.

Leben und Herkunft mini|130px|Wappen derer von der Marwitz.

Christian von der Marwitz war Angehöriger des brandenburgischen Adelsgeschlechts Marwitz. Er war der Sohn von Joachim Siegmund von der Marwitz (1657–1710), fürstlich anhalt-köthenscher Stallmeister und Erbherr auf Diedersdorf im Teltow und Rosenthal.Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafenthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts; oder geographisch=historisch=statistische Beschreibung der Provinz Brandenburg. Band 2, Druck und Verlag von Adolph Müller, Brandenburg a.H. 1855, S. 540. Seine Mutter war Catharina Elisabeth (1669–1714), Tochter des kurbrandenburgischen Obristen Alexander Magnus von Sydow (1622–1679). Unter dem Kirchenpatronat des Vaters, respektive der Mutter, fand eine bauliche Erweiterung der Dorfkirche Diedersdorf statt, mit Kirchturm und Patronatsloge. Die Wetterfahne erinnert mit dem Wappen an die Marwitz.Vgl. Angaben (Totenkrone von der Marwitz) zur Dorfkirche Diedersdorf, In: Willy Spatz: Der Teltow. 3. Teil: Geschichte der Ortschaften des Kreises Teltow, Gebr. Rohde, Berlin 1912. Reprint, In: Brandenburgische Landesgeschichte. Band 57, Klaus D. Becker, Potsdam 2022. ISBN 978-3-88372-379-2.Sibylle Badstübner-Gröger: Diedersdorf. Teltow Fläming. In: Schlösser und Gärten der Mark. 156-2. Auflage, Freundeskreis Schlösser der Mark Brandenburg. Deutsche Gesellschaft, Berlin 2019. ISBN 978-3-941675-99-5.

Christian besuchte ab 1718 zunächst die Ritterakademie (Brandenburg an der Havel), bevor er sich am 17. Januar 1724 an der Universität Halle für ein Studium der Rechte immatrikulierte. Nach Ende seines Studiums kehrte er zurück in die Heimat und wandte sich der Landwirtschaft zu. 1751 war Marwitz brandenburgischer Ständedeputierter.Wolfgang Neugebauer: Schule und Absolutismus in Preussen. Akten zum preussischen Elementarschulwesen bis 1806. In: Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin / Quellenwerke; Band 8, de Gruyter, Berlin/New York 1992, ISBN 3-11-012304-5, S. 786. 1752 wurde er Nachfolger des verstorbenen Landrats Hans Joachim von Bornstedt im Kreis Friedeberg Nm. Im Juli 1762 wurde er zunächst von seinem Amt als Landrat suspendiert, dem 1763 die Resignation folgte. Amtsnachfolger wurde der zweite Sohn seines Vorgängers Carl Wilhelm von Bornstedt.

Persönliches Christian von der Marwitz erwarb im Jahr 1736 das Gut Falkenstein im Wert von 15.000 Talern. Als das Gut später mit 18.000 Talern verschuldet war, wurde es 1755 unter die Verwaltung eines Sequesters gestellt. Das Gut Falkenstein ging schließlich im Jahr 1770 an den Hauptgläubiger Friedrich Wilhelm von Knobelsdorf auf Wuthenow über. Diedersdorf wurde von der Verwandtschaft bewirtschaftet, Rittmeister Otto von der Marwitz-Beerfelde (1701–1757), seine Ehefrau Eva geb. von der Marwitz stammte aus Diedersdorf. Diedersdorf wurde durch deren Erben verkauft, nach mehreren historischen Angaben sogar von Christian selbst.Hermann von Redern: Zur Geschichte der Familie von der Marwitz. Regesten, Stammtafeln und andere Materialien. Carl Heymanns Verlag, Berlin 1879, u. a. S. 63, S. 122–123.Wichtige Sekundär-Hinweise zur Dorfkirche Diedersdorf und der Fam. von der Marwitz | Teils abzugleichen mit den Jahreszahlen u. versch. Marwitz-Unterlinien: Siehe: Carsten Preuß, Hiltrud Preuß: Die Guts- und Herrenhäuser im Landkreis Teltow-Fläming. Hrsg. Förderverein Naturpark „Baruther Urstromtal e.V.“ Zossen, Lukas Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86732-100-6, S. 49.Totenkrone Katharina von der Marwitz-Diedersdorf, In: Wolfgang Neumann: Totenhochzeit mit Kranz und Krone. Zur Symbolik im Brauchtum des Ledigenbegräbnisses. Hrsg. Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur, Selbstverlag Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal, Kassel 2007. ISBN 3-924447-37-3.

Familie Christian von der Marwitz war zwei Mal verheiratet. In erster Ehe vermählte er sich am 22. September 1739 mit Ernestine Friderike Gottliebe, geb. von Mörner aus dem Hause Klossow. In zweiter Ehe war er seit dem 23. Januar 1743 mit Sophie Luise von Brüsewitz-Staaz (* 27. Februar 1727; † 1. Oktober 1758) verheiratet. Die Kinder aus dieser Ehe waren:Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. (Uradel). 1905. Sechster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1904, S. 501-502. Hedwig Sophie Katharina (* 2. März 1744) Luise Charlotte Elisabeth (* 7. November 1745; † 16. Mai 1802 in Greisenberg) Joachim Christian (* 27. Oktober 1746; früh verstorben) Kurt Friedrich (* 6. Oktober 1747; früh verstorben) Ernestine Christiane (* 16. April 1749) Hans George (* 21. Mai 1750; 7. Januar 1804 in Greifenberg), königl. preuß. Major; vermählt am 14. März 1782 mit Auguste Christiane Friderike von Krockow (* 7. November 1756) Hans Friedrich Anton (* 20. März 1752; † 28. März 1809 in Breslau), königl. preuß. Hauptmann; vermählt seit dem 31. Juli 1794 mit Helene Sophie Elisabeth Seidenburg († 11. April 1799) Christian Gotthilf (* um 1753; früh verstorben) Balthasar Konstantin (* 20. September 1754; † 20. Dezember 1783), königl. preuß. Fähnrich Karl Fides (* 5. Oktober 1756; † 24. September 1793), königl. preuß. Leutnant im Regiment von Kanitz Nr. 39[Maercker]: Die von der Marwitz im brandenburgische-preußischen Heere. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1891, S. 66.

Der Enkel Ludwig von der Marwitz (* 6. Juni 1783 Polzin; † 30. März 1839 Stargard) zu Gut Woitsick wurde LandratSiehe: Ahnenreihe v. Pfuhlstein, Nr. 122, In: Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Ambrosius Graf von Spee, Hans-Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch des Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1959. Band IV, Band 20 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1959, , S. 584. des Kreises Saatzig, die Urenkelin Julie (* 9. November 1810; † 31. August 1877) ehelichte den Landrat Karl von Waldow (* 2. November 1804; † 19. Januar 1874) zu Sadelberg und Steinhöfel,E. David (Hrsg.): Handbuch für das Preußische Herrenhaus. Carl Heymanns Verlag, Berlin, 20. November 1911, S. 239. die Urenkelin Valerie (1824–1908) den General Bernhard von Conta.

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1905. Jahrgang 6, Justus Perthes, Gotha 5. November 1904, S. 500–502. Online, Online Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a.H. 1705–1913. P. Riemann-Ludwigslust-Selbstverlag des Vereins der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H., Brandenburg a.H./Ludwigslust 1913, S. 31. Online Walther von Diest: Geschichte der Familie von der Marwitz. Hrsg. Familienverbandes, Selbstverlag im Kolberger Tageblatt, Kolberg in Pommern 1929, u. a. S. 23. Online Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85, K. G. Saur Verlag, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 117. Online Rolf Straubel: Adlige und bürgerliche Beamte in der friderizianischen Justiz- und Finanzverwaltung. Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH (BWV), Berlin 2010, ISBN 978-3-8305-1842-6, S. 369. Online Rolf Straubel: Biographisches Handbuch neumärkischer Offiziere (1715–1806). Walter de Gruyter GmbH, Berlin, Boston 2024, ISBN 978-3-11-131995-7, S. 450. Online

Einzelnachweise

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