Commiphora ist eine Gattung der Balsambaumgewächse (Burseraceae). Sie ist eng mit der Gattung Bursera verwandt. Der wissenschaftliche Name setzt sich zusammen aus dem griechischen kommi (‚Gummi‘) und phoreus (‚tragend‘) und bezieht sich auf die Gummiharze, welche die meisten Arten produzieren.Dan Mahr: Commiphora: An Introduction to the Genus. In: Cactus and Succulent Journal. Band 84, Nr. 3, 2012, S. 141.
Beschreibung Vegetative Merkmale Commiphora-Arten wachsen als meist laubabwerfende Bäume oder Sträucher, oft sind sie bewehrt oder dornig. Die meist unpaarig drei- bis mehrzählig gefiederten Blätter sitzen wechselständig oder zusammen stehend, manchmal ist nur ein Endblättchen vorhanden. Die sitzenden oder fast sitzenden Blättchen sind gesägt, gekerbt oder ganzrandig.Commiphora bei Flora of Pakistan Nebenblätter fehlen.
Generative Merkmale Die Pflanzen sind meist zweihäusig diözisch. Die kleinen, zwittrigen oder meist eingeschlechtigen Blüten stehen achselständig, einzeln, oder in Bündeln von zwei bis fünf oder in Rispen. Die meist funktionell eingeschlechtlichen Blüten sind 4–5-zählig mit doppelter Blütenhülle. Es kann ein Blütenbecher vorhanden sein. Die Kronblätter sind valvat. Es sind ein oder zwei, oft ungleiche, Staubblattkreise vorhanden. Der Fruchtknoten ist meist oberständig mit kurzem Griffel. Es ist ein Diskus vorhanden. Im weiblichen Blüten sind meist Staminodien und in männlichen ein Pistillode ausgebildet.
Die Steinfrüchte sind kugelig und manchmal seitlich abgeflacht. Die Samen bzw. Steinkerne besitzen einen Pseudoarillus.
Verbreitung und Systematik Die Gattung umfasst etwa 185 Arten in Indien, Westpakistan, der Arabischen Halbinsel und im tropischen und südlichen Afrika.
Die Erstbeschreibung der Gattung durch Nikolaus Joseph von Jacquin wurde 1797 veröffentlicht.Nikolaus Joseph Jacquin: Plantarum rariorum horti caesarei Schoenbrunnensis descriptiones et icones. Band 2, C. F. Wappler, Wien 1797, S. 66, Tafel 249 (online). Ihre Typusart ist Commiphora madagascariensis .
Sukkulente Arten Folgende Arten sind sukkulent:
Commiphora benguelensis Commiphora buruxa Commiphora capensis Commiphora cervifolia Commiphora dinteri Commiphora gariepensis Commiphora giessii Commiphora gracilifrondosa Commiphora kaokoensis Commiphora kraeuseliana Commiphora namaensis Commiphora namibensis Commiphora oblanceolata Commiphora otjihipana Commiphora saxicola Commiphora virgata Commiphora wildii
Nutzung Einige Arten werden als Myrrhe, manche als Bdellium genutzt.
Literatur Klaus Kubitzki: The Families and Genera of Vascular Plants. Band 10, Springer, 2011, ISBN 978-3-642-14396-0, S. 79, 81–88, 91 und 94. Morgan R. Gostel, Peter B. Phillipson, Andrea Weeks: Phylogenetic reconstruction of the Myrrh genus, Commiphora (Burseraceae), reveals multiple radiations in Madagascar and clarifies infrageneric relationships. In: Systematic Botany. Band 41, Nr. 1, 2016, S. 67–81 (doi:10.1600/036364416X690598). Dan Mahr: Commiphora: An Introduction to the Genus. In: Cactus and Succulent Journal. Band 84, Nr. 3, 2012, S. 140–154 (doi:10.2985/0007-9367-84.3.140). María Félix Ramos-Ordoñez, M. del Coro Arizmendi, Martha Martínez, Judith Márquez-Guzmán: The pseudaril of Bursera and Commiphora, a foretold homology? In: Revista Mexicana de Biodiversidad. Band 84, Nr. 2, 2014, S. 509–520 (doi:10.7550/rmb.32114). Tao Shen, Guo-Hui Li, Xiao-Ning Wang, Hong-Xiang Lou: The genus Commiphora: A review of its traditional uses, phytochemistry and pharmacology. In: Journal of Ethnopharmacology. Band 142, Nr. 2, 2012, S. 319–330 (doi:10.1016/j.jep.2012.05.025).
Einzelnachweise
Weblinks
Commiphora In: M. Thulin: Flora Somalia. Band 2, 1999 bei JSTOR.
Kategorie:Seifenbaumartige Kategorie:Sapindales