Die Spindelbaumgewächse (Celastraceae) sind eine Pflanzenfamilie innerhalb der Ordnung der Spindelbaumartigen (Celastrales). Die fast 100 Gattungen mit etwa 1210 Arten sind hauptsächlich in den Tropen verbreitet. Einige Arten liefern Holz oder sind Zierpflanzen in Parks und Gärten.

Beschreibung und Ökologie mini|links|Illustration des Gewöhnlichen Spindelstrauches (Euonymus europaea)

In der Familie Celastraceae nach neuem erweiterten Umfang sind besonders die vegetativen Merkmale und die Früchte sehr variabel.

Erscheinungsbild und Blätter Die Celastroideae und Hippocrateoideae sind verholzende Pflanzen: Sträucher, Bäume oder Lianen. Die Parnassioideae und Stackhousioideae sind ausdauernde krautige Pflanze. Sie sind immergrün oder laubabwerfend. Viele Arten führen Milchsaft. Eine überwiegende Anzahl von Taxa hat Triterpen-Derivate in ihre Rinde. Die einfachen Laubblätter sind gegenständig, gelegentlich auch wechselständig, ihre Ränder sind oft gezähnt. Bei den meisten Taxa sind kleine Nebenblätter vorhanden.

Blütenstände und Blüten Die Blüten stehen end- oder achselständig in meist zymösen, oder selten traubigen, Blütenständen oder bündelig zusammen. mini|hochkant|Blütendiagramm von Euonymus europaea Die Blüten sind zwittrig oder eingeschlechtig. Wenn die Blüten eingeschlechtig sind, können die Arten einhäusig (monözisch) oder zweihäusig (diözisch) getrenntgeschlechtig sein. Die radiärsymmetrischen Blüten sind meist unscheinbar und (selten zwei-) vier- bis fünfzählig. Insgesamt ist eine starke Vereinfachung der Struktur der Blütenorgane und eine Reduktion ihrer Zahl festzustellen. Die Blüten sind zwar fünf-, seltener vierzählig. Die Blütenhülle ist in Kelch und Krone untergliedert, doch fehlen oft die Kronblätter. In der Regel ist nur ein Kreis mit (selten nur zwei) meist drei bis fünf Staubblättern fruchtbar (fertil), der innere Staubblattkreis sind (selten nur zwei) meist drei bis fünf Staminodien oder Pseudostaminodien zur Produktion von Nektar, es ist meist ein flacher, polster- oder becherförmiger Diskus vorhanden. Zwei bis fünf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen bis unterständigen Fruchtknoten verwachsen. In jeder Fruchtknotenkammer sind pro Fach meist ein bis zwei oder mehrere Samenanlagen vorhanden. Jede Blüte enthält einen Griffel mit einer einfachen bis fünfteiligen Narbe. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie).

Früchte und Samen In dieser Familie gibt es ganz unterschiedliche Früchte. Die meisten Taxa bilden Kapselfrüchte. Manche Taxa haben geflügelte Samen (Samara), andere Arten haben Samen mit Samenmantel (Arillus). Außerdem gibt es Beeren und Steinfrüchte.

Inhaltsstoffe Häufig findet man Guttapercha (Polyterpene), Dulcit, Alkaloide und Digitaloide (Evonosid, Evobiosid, Evomonosid).

mini|Unterfamilie Cassinoideae: Cassine peragua mini|Unterfamilie Cassinoideae: Elaeodendron melanocarpum mini|Unterfamilie Cassinoideae: Laubblätter und Blüten von Mortonia utahensis mini|Unterfamilie Celastroideae: Habitus von Brexia madagascariensis mini|Unterfamilie Celastroideae: Rundblättriger Baumwürger (Celastrus orbiculatus) mini|Unterfamilie Celastroideae: Denhamia oleaster mini|Unterfamilie Celastroideae: Ausschnitt eines Blütenstandes von Gymnosporia montana mini|Unterfamilie Celastroideae: Zweig mit Laubblättern und Blüten von Maytenus boaria mini|Unterfamilie Celastroideae: Zweig mit Laubblättern und Blüten von Paxistima myrsinites mini|Unterfamilie Celastroideae: Zweig mit Laubblättern und Blüten von Putterlickia pyracantha mini|Unterfamilie Hippocrateoideae: Blütenstand von Prionostemma aspera mini|Unterfamilie Parnassioideae: Habitus und Blüten von Parnassia fimbriata mini|Unterfamilie Salacioideae: Cheiloclinium cognatum mini|Unterfamilie Salacioideae: Frucht von Salacia aurantiaca mini|Unterfamilie Stackhousioideae: Blütenstände von Stackhousia monogyna mini|Unterfamilie Tripterygioideae: Wilfords Dreiflügelfrucht (Tripterygium wilfordii)

Systematik und Verbreitung Die Familie Celastraceae wurde 1814 von Robert Brown in A Voyage to Terra Australis, 2, S. 554 aufgestellt. Typusgattung ist Celastrus Molekulargenetische Untersuchungen haben dazu geführt, dass der Umfang der Familie erweitert wurde. Synonyme für Celastraceae sind: Parnassiaceae , Lepuropetalaceae , Brexiaceae , Canotiaceae , Chingithamnaceae , Euonymaceae , Hippocrateaceae , Plagiopteraceae , Pottingeriaceae , Salaciaceae , Siphonodontaceae , Stackhousiaceae

Die meisten Arten gibt es in den Tropen, aber einige Taxa gibt es auch in den gemäßigten Gebieten.

Die Familie der Spindelbaumgewächse (Celastraceae) wurde 2004 in fünf, aber 2012 in sieben Unterfamilien gegliedert und zu ihr gehören fast 100 Gattungen mit etwa 1210 Arten:

Unterfamilie Cassinoideae : Sie enthält etwa 17 Gattungen mit etwa 120 Arten: Acanthothamnus (Syn.: Scandivepres ): Sie enthält nur eine Art: Acanthothamnus aphyllus : Sie kommt in Mexiko vor. Allocassine : Sie enthält nur eine Art: Allocassine laurifolia : Sie kommt in Mosambik, Simbabwe sowie Südafrika vor. Cassine (Syn.: Hartogia , Hartogiella ): Sie enthält nur mehr etwa drei Arten in Südafrika. Crossopetalum (Syn.: Rhacoma , Myginda ): Die etwa 26 Arten sind in der Neotropis verbreitet. Elaeodendron (Syn.: Crocoxylon , Pseudocassine , Telemachia ): Die etwa 40 Arten kommen auf Karibischen Inseln, in Afrika (vier in Zimbabwe, fünf in Mosambik), Madagaskar, Indien, Makaronesien und Australien vor. Fraunhofera : Sie enthält nur eine Art: Fraunhofera multiflora : Sie gedeiht nur in Trockengebieten des nordöstlichen Brasiliens. Goniodiscus : Sie enthält nur eine Art: Goniodiscus elaeospermus : Sie kommt nur im brasilianischen Bundesstaat Amazonas vor. Gyminda : Die etwa vier Arten kommen in der Neotropis vor. Hartogiopsis : Sie enthält nur eine Art: Hartogiopsis trilobocarpa : Sie kommt nur in Madagaskar vor. Lauridia : Sie enthält zwei Arten in Südafrika: Maurocenia : Sie enthält nur eine Art: Maurocenia frangula : Sie kommt nur in Südafrika vor. Mortonia : Die etwa fünf Arten gedeihen in Wüstengebieten von den südwestlichen USA bis Mexiko. Mystroxylon : Sie enthält nur eine Art: Mystroxylon aethiopicum : Sie kommt in Afrika und Madagaskar vor. Orthosphenia : Sie enthält nur eine Art: Orthosphenia mexicana : Sie kommt nur in mexikanischen Wüstengebieten vor. Pleurostylia (Syn.: Cathastrum , Herya ): Die etwa acht Arten sind in der Paläotropis verbreitet. Schaefferia : Die etwa 23 Arten sind in der Neotropis verbreitet. Tetrasiphon : Sie enthält nur eine Art: Tetrasiphon jamaicensis : Dieser Endemit kommt nur in Jamaika vor.

Unterfamilie Celastroideae : Sie enthält seit 2012 nur noch etwa 50 Gattungen: Apatophyllum : Die etwa fünf Arten kommen in Australien vor. Brassiantha : Sie enthält nur eine Art: Brassiantha pentamera : Sie kommt nur in Neuguinea vor. Brexia (Syn.: Thomassetia , Venana ): Die etwa vier Arten kommen nur in Madagaskar vor. Darunter: Brexia madagascariensis : Sie kommt im „Mittleren“ Ostafrika und Madagaskar vor. Brexiella : Die etwa zwei Arten kommen nur in Madagaskar vor. Canotia : Die etwa zwei Arten kommen in Kalifornien oder in Mexiko vor. Catha (Syn.: Dillonia ): Sie enthält nur mehr eine Art: Khat (Catha edulis ) Baumwürger (Celastrus ), inklusive Monocelastrus (): Die etwa 30 Arten sind in tropischen, subtropischen und gemäßigten Gebieten Asiens, Australiens, Madagaskars und der Neuen Welt weitverbreitet. In China kommen 25 Arten vor, 16 davon nur dort. Denhamia : Die etwa sieben Arten kommen im östlichen und nördlichen Australien vor. Dicarpellum : Die etwa vier Arten kommen in Neukaledonien vor. Empleuridium : Sie enthält nur eine Art: Empleuridium juniperinum : Sie kommt in Südafrika vor. Spindelsträucher (Euonymus , Syn.: Evonymus orth. var., Kalonymus , Pragmotessara , Pragmotropa , Quadripterygium , Sphaerodiscus ): Sie wird in zwei Untergattungen gegliedert und enthält etwa 130 Arten. Sie ist in Eurasien, Nordafrika (eine Art), Australasien, Madagaskar sowie Nordamerika weitverbreitet. In China kommen etwa 90 Arten vor, 50 davon nur dort. Die Arten Euonymus s. str. sind auf der Nordhalbkugel verbreitet und das Zentrum der Artenvielfalt ist Asien. Evonymopsis , manchmal mit Schreibweise nach ICBN 60.5. Euonymopsis orth. var.: Die etwa fünf Arten kommen in Madagaskar vor. Gloveria : Sie enthält nur eine Art: Gloveria integrifolia : Sie kommt in Südafrika vor. Glyptopetalum : Die etwa 20 Arten sind im tropischen und subtropischen Asien weitverbreitet. In China kommen neun Arten vor; sieben davon nur dort. Gymnosporia : Die etwa 80 Arten sind in den Tropen bis Subtropen der Alten Welt verbreitet. Die drei neotropischen Arten wurden 2011 ausgegliedert. Gymnosporia senegalensis : Afrika und Arabische Halbinsel bis nach Südspanien. Haydenoxylon : Die Gattung Haydenia wurde 2011 aufgestellt, der Name Haydenoxylon ersetzt 2014 den Namen Haydenia da es bereits die Gattung Haydenia , eine Gattung fossiler Arten aus der Familie Cyatheaceae. Die drei neotropischen Arten wurden aus der Gattung Gymnosporia ausgegliedert. Hedraianthera : Sie kommt in Australien vor. Hexaspora : Sie enthält nur eine Art: Hexaspora pubescens : Sie kommt nur im nördlichen Queensland vor. Hypsophila : Die etwa drei Arten kommen nur im nordöstlichen Australien vor. Kokoona : Von den etwa acht Arten kommen eine in Sri Lanka sowie südlichen Indien, eine in Myanmar und sechs in Sumatra, auf der Malaiischen Halbinsel, Borneo und auf den Philippinen vor. Lophopetalum (Syn.: Solenospermum ): Die etwa 18 Arten sind in Südostasien und Malesien weitverbreitet. Lydenburgia : Die etwa zwei Arten kommen nur in Südafrika vor. Maytenus (Syn.: Boaria ): Die seit 2017 nur noch 15 bis 24 Arten gedeihen in den Páramos in Costa Rica sowie Panama und im subtropischen Südamerika, in den Anden von Venezuela bis Argentinien. Menepetalum : Die etwa sechs Arten kommen nur in Neukaledonien vor. Microtropis (Syn.: Chingithamnus , Otherodendron , Paracelastrus ): Die etwa 60 Arten sind von den Subtropen bis Tropen in Afrika, in der Neuen Welt, im östlichen Asien und Südostasien weitverbreitet. In China kommen 27 Arten vor 20 davon nur dort. Monimopetalum : Sie enthält nur eine Art: Monimopetalum chinense : Sie gedeiht in Höhenlagen von 400 bis 700 Metern in den chinesischen Provinzen südliches Anhui (nur in Qimen), östliches Hubei (nur im Tongshan) sowie nördliches Jiangxi (nur in Jingdezhen). Monteverdia (Syn.: Moya ): Die seit 2017 etwa 120 Arten sind in der Neotropis weitverbreitet. Paxistima (inklusive Pachystima ): Die nur zwei Arten sind in Nordamerika verbreitet. Peripterygia : Sie enthält nur eine Art: Peripterygia marginata : Sie kommt nur in Neukaledonien vor. Polycardia : Die etwa vier Arten kommen nur in Madagaskar vor. Psammomoya : Die nur zwei Arten kommen nur im westlichen Australien vor. Pseudosalacia : Sie enthält nur eine Art: Pseudosalacia streyi : Sie kommt nur im Pondoland im südlichen KwaZulu-Natal und im östlichen Transkei-Gebiet des Ostkap, nahe der Uvongo, Küste bis Port St. John’s vor. Er wächst als Strauch oder kleiner Baum und wird in der roten Liste der IUCN als „vulnerable“ = „gefährdet“ bewertet. Pterocelastrus : Die etwa vier Arten kommen im südöstlichen Afrika vor. Pterocelastrus tricuspidatus : Aus Südafrika. Putterlickia : Die etwa vier Arten kommen in Südafrika und im südlichen Mosambik vor. Quetzalia : Die etwa elf Arten kommen von Mexiko bis Zentralamerika vor. Robsonodendron : Die nur zwei Arten kommen im südlichen Afrika vor. Salaciopsis (Syn.: Lecardia ): Die etwa sechs Arten kommen nur in Neukaledonien vor. Salvadoropsis : Sie enthält nur eine Art: Salvadoropsis arenicola : Sie kommt nur in Madagaskar vor. Sarawakodendron : Sie enthält nur eine Art: