Die Lokomotiven und Triebwagen der Deutschen Eisenbahn-Betriebsgesellschaft (DEGB) fuhren von 1898 bis 1967 auf Strecken, die von der Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Vering & Waechter KG GmbH & Co. gebaut wurden.

Später übernahm die Gesellschaft noch andere Bahnstrecken der Badischen Lokal-Eisenbahnen B.L.E.A.G. sowie einige norddeutsche Strecken. Die übernommenen Triebfahrzeuge waren anfangs einfache zweiachsige Fahrzeuge, später wurden dem Anforderungsprofil entsprechende Fahrzeuge nachbeschafft. Die Lokomotiven waren vielfach für den Nebenbahnbetrieb geeignete Fahrzeuge, die sich über Jahrzehnte bei den Staatsbahnen bewährten. Die Gesellschaft unternahm auch Neuentwicklungen im Rahmen des Finanzbudgets, wobei sich die Werkstätten in Bodenwerder-Linse und Busenbach als innovativ erwiesen. Besonderes Augenmerk wurde auf die Einführung von Überhitzern oder der Senkung des Kohleverbrauchs durch Maßnahmen wie Abdampfvorwärmer und Rauchgaserwärmer gelegt.

Auf den norddeutschen Strecken wurde vielfach der Einmannbetrieb eingeführt. Seit den 1930er Jahren wurden auch Fahrzeuge der Verbrennungsantriebstechnik und mit Elektroantrieb beschafft. Die Lokomotiven der DEBG waren in den Spurweiten 750 mm, 1000 mm und Normalspur vorhanden. Die einzigen Schlepptenderlokomotiven der 750mm-Spur, die DEBG 151 und 152, waren auf der Jagsttalbahn eingesetzt.Meinhard Döpner: Die Deutsche Eisenbahn Betriebs-Gesellschaft AG, Verlag Zeit und Eisenbahn, Lokrundschau Verlag GmbH, Gülzow 2002, ISBN 3-931647-13-7, Seite 137

Die Fahrzeuge sollten in Nummerngruppen unterteilt werden: Nummerngruppe 1–10 = zweiachsige Lokomotiven mit Naßdampf- und Heißdampfantrieb, Nummerngruppe 21–35 = dreiachsige Lokomotiven mit Naßdampf, Nummerngruppe 41–44 = dreiachsige Lokomotiven mit Heißdampf, Nummerngruppe 51–52 = Nassdampflokomotiven der Achsfolge C1 n2t und 1C n2t sowie Nummerngruppe > 90 = Altfahrzeuge. Vielfach wurde die Bezeichnungen von den vorherigen Bahngesellschaften oder Strecken mit übernommen, mit der Folge, dass es beispielsweise bei den Normalspurlokomotivem mit der Nummer 1 vier Exemplare gab. Vielfach gab es Dopplungen, sodass nur mit Herstellerangaben und Fabriknummern die Fahrzeuge eindeutig zu identifizieren sind.

Dampflokomotiven/Triebwagen Schmalspur 750 mm

Die Dampflokomotiven sowie der Triebwagen für die Spurweite von 750 mm fuhren auf der Jagsttalbahn von Möckmühl nach Dörzbach. Dabei handelt es sich ausschließlich um Fahrzeuge, die auch im Regelbetrieb auf der Strecke gefahren sind. Entsprechend der Streckencharakteristik mit den vielen Ortsdurchfahrten und engen Kurvenradien waren leistungsstarke Lokomotiven gefordert, die außerdem guten Kurvenlaufeigenschaften aufweisen mussten. Die Loknummer 24s war doppelt besetzt. Es ist nicht genau bekannt, wann die DEBG ihr neues Nummernschema einführte. Zuerst trug die Nummer die ehemalige MD 1 von 1899. 1929 erschien die DEBG 24s von Henschel, die dieselbe Nummer erhielt. Die MD 1 wurde bereits 1934 ausgemustert, die DEBG 24s lief bis 1966. In den ersten Jahren waren die Fahrzeuge mit einer Heberleinbremse ausgerüstet, mit der Lieferung der DEBG 24s wurden sie auf Westinghouse-Bremse umgerüstet.Internetseite über die Lokomotive 24s bei den Freunden der Jagsttalbahn Die Lokomotiven 24s und 152 sind erhalten geblieben.

Baureihe Bild Loknummer Achsfolge Hersteller Fabriknr./Baujahr Herkunft Dienstgew. Leistung Anmerkung MD 1–4 150px 24s C n2t Borsig 4759/1899 MD 1 14,5 t 1934 ausgemustert DEBG 24s 150px 24s C h2t Henschel 20993/1929 24 t 250 PS seit 1967 Denkmal in Krautheim, erhalten bei Jagsttalbahnfreunde e. V. MD 1–4 150px 25s C n2t Borsig 4760/1899 MD 2 14,5 t 1952 ausgemustert MD 1–4 26s C n2t Borsig 4761/1899 MD 3 14,5 t 1961 ausgemustert MD 1–4 27s C n2t Borsig 4762/1899 MD 4 14,5 t 1952 ausgemustert DEBG 151 und 152 150px 151 E n2 Henschel 26462/1944 HF 24751 210 PS 1954 ausgemustert DEBG 151 und 152 152 E n2 Henschel 26466/1944 HF 24755 210 PS erhalten im RSE-Museum in Asbach Württembergischer DWss 150px 203 (1A) 2' h2 Esslingen 3399/1906 ex. DR 24,74 t 80 PS 1934 ausgemustert

Dampflokomotiven Schmalspur 1000 mm

Die Lokomotiven für die Spurweite 1000 mm waren bei der Lokalbahn Rhein–Ettenheimmünster und der meterspurigen Albtalbahn eingesetzt. Während erstere bereits um den Ersten Weltkrieg von der DEBG übernommen wurde, geschah dies bei der Albtalbahn erst um 1932. Dabei war die DEBG bestrebt, auch die Nummern der ursprünglichen Betreiber in ihr Nummernschema zu integrieren. Während erste Bahn lediglich kleine Lokomotiven für einsetzte, die bis zur Umspurung dort Dienst taten, waren die Fahrzeuge für die Albtalbahn größere Maschinen, die starke Steigungen und enge Kurvenradien mit zum Teil schweren Lasten bis zur Elektrifizierung der Strecken leisten mussten.

Das erforderte den Einsatz von Mallet-Lokomotiven. Speziell nach den Weltkriegen, als die Stromversorgung der inzwischen elektrifizierten Albtalbahn unterbrochen war, wurde noch vielfach auf die Maschinen zurückgegriffen bzw. gebrauchte Maschinen von der Heeresfeldbahn zugekauft. Die zwei übernommenen Kastenlokomotiven, die bei der Albtalbahn bzw. der Pforzheimer Kleinbahn fuhren, waren nicht mehr im Regelbetrieb eingesetzte Maschinen. Besondere Beachtung verdient auch die Nummernreihe DEBG 5s bis 8s. 5s, 7s und 8s gehörten zur Baureihe Albtalbahn 5kk bis 8kk, dazu gehörte ursprünglich noch die ehemalige B.L.E.A.G. 6kk. Diese musste aber im Ersten Weltkrieg an die Heeresfeldbahn abgegeben werden. Deshalb wurde als Ersatz nach Kriegsende die ehemalige HK 100 beschafft und als 6s bezeichnet. Die Lokomotive 7s ist erhalten geblieben.

Baureihe Bild Loknummer Achsfolge Hersteller Fabriknr./Baujahr Herkunft Dienstgew. Leistung Anmerkung DEBG 1s–3s 150px 1s C n2t Borsig 4427/1893 ROE 16 t 1926 verkauft an privat DEBG 1s–3s 2s C n2t Borsig 4428/1893 ROE 16 t 1927 verkauft an privat DEBG 1s–3s 3s C n2t Borsig 4429/1893 ROE 16 t 1926 verkauft an privat Albtalbahn 5kk bis 8kk 150px 5s B'Bn4vt Karlsruhe 1458/1898 Albtalbahn 37 t 324 PS 1966 ausgemustert HK 94–100 150px 6s B'Bn4vt Karlsruhe 2056/1918 Albtalbahn 36 t 270 PS 1958 ausgemustert Albtalbahn 5kk bis 8kk 150px 7s B'Bn4vt Karlsruhe 1478/1898 Albtalbahn 37 t 324 PS 1966 ausgemustert, bei DEV erhaltenAuflistung der Museumsfahrzeuge des DEV mit Erwähnung der DEGB 7s Albtalbahn 5kk bis 8kk 8s B'Bn4vt Karlsruhe 1572/1900 Albtalbahn 37 t 324 PS 1952 ausgemustert B.L.E.A.G. 10 und 11 150px 10s C n2t Tubice 1188/1899 Albtalbahn 20 t 1937 ausgemustert HK 82–93 150px 11s D n2t Krauss 7561/1919 HK 90 38 t 1956 ausgemustert SEG 104 150px 12s C'C n4vt Hanomag 10570/1928 Albtalbahn 56,5 t 1934 verkauft an Brohltalbahn, dort 1957 ausgemustert Albtalbahn 5v und 6v 150px 16s B n2t Hohenzollern 1109/1899 Albtalbahn 25,2 t 1937 ausgemustert

Dampflokomotiven Normalspur

Bei den Normalspurlokomotiven dominierten bis zuletzt leistungsstarke und wendige Lokomotiven.Meinhard Döpner: Die Deutsche Eisenbahn Betriebs-Gesellschaft AG, Verlag Zeit und Eisenbahn, Lokrundschau Verlag GmbH, Gülzow 2002, ISBN 3-931647-13-7, Seite 137

Anfangs wurden von Vering & Waechter kleine, zweiachsige Naßdampflokomotiven gekauft, die sich schon bald leistungsmäßig als zu schwach erwiesen. Über viele Jahre waren die Dampflokomotiven der Preußischen Gattung T 3 die dominierenden Beförderungsmittel. Als deren Leistung nicht mehr ausreichte, folgte ein Versuch mit einem Umbau der DEBG 41 auf Heißdampftechnik, um 1922 folgten Neubaulokomotiven mit Überhitzer.

Die DEBG hat oftmals Lokomotiven von den Vorgängergesellschaften sowie Neukonstruktionen der Herstellerfirmen und Gebrauchtlokomotiven von der Deutschen Reichsbahn oder anderer Privatbahngesellschaften übernommen. In Bezug auf Verbesserungen der Leistungsfähigkeit und Gebrauseigenschaften erwies sich die Gesellschaft sehr innovativ, z. B. bei der Einführung der Lentz-Steuerung mit rotierender Nockenwelle der Lokomotiven VEE 5 und 6 und DEBG 51. Zahlreiche Lokomotiven sind heute als Denkmal oder fahrfähige Exponate erhalten.