Kitāb al-ʿIbar (voller Titel ) ist ein Buch von Ibn Chaldūn. Das als Hauptwerk von Ibn Chaldūn angesehene Buch ist eine Universalgeschichte in sieben Büchern, von denen gleich das erste, al-muqaddima („Die Einleitung“), wohl auch das wichtigste ist. In den Büchern zwei bis fünf wird die Menschheitsgeschichte erzählt bis zu der Zeit von Ibn Chaldūn (gestorben 1406). Den bedeutendsten Part stellen für Ibn Chaldūn selber die Bücher sechs und sieben dar. Dort wird die Geschichte der Berbervölker und des Maghrebs thematisiert.
Das Buch wurde auch unter dem arabischen Titel aufgelegt.
Vermächtnis und Konzeption des Buches Im wohl wichtigsten Buch, in der al-muqaddima („Die Einleitung“), befasst sich Ibn Chaldūn vor allem mit der Frage des Aufstiegs und Untergangs der arabisch-islamischen Dynastien. Dadurch, dass er weder bestimmte Dynastien legitimieren will noch identitätsstiftend darstellt, bringt er eine neue Qualität ins Spiel. Er geht an die Problemstellung sehr analytisch heran, damit betreibt er zumindest eine Vorform dessen, was wir heute als kritische Geschichtswissenschaft bezeichnen. Er ist stets auf der Suche nach den Ursachen der identifizierten Entwicklung und fragt nach Einflussfaktoren, gewichtet sie und unterscheidet Zivilisationstypen (nomadisch-ländliche und urbane Kultur). Deswegen kam Ibn Chaldūn auch zu der Überzeugung, er habe eine komplett neue Wissenschaft begründet.
Literatur
Aziz Al-Azmeh: Ibn Khaldun.: An Essay in Reinterpretation (Arabic Thought and Culture), Routlege 1990, ISBN 978-0415035989 Robert Simon: Ibn Khaldun: History As Science and the Patrimonial Empire (Bibliotheca Orientalis Hungarica), Akademiai Kiado 2003, ISBN 978-9630579346
Einzelnachweise
Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (Arabisch) Kategorie:Berber Kategorie:Geschichte (Maghreb) Kategorie:Literatur (15. Jahrhundert)