mini|hochkant|Humbert Walcher von Molthein Humbert Walcher von Molthein (* 12. September 1865 in Wien; † 22. Februar 1926 in Fürstenstein) war ein österreichischer Architekt, der sich auf die Restaurierung, Rekonstruktion, den Umbau und die Erweiterung historischer Burg- und Schlossbauten des Adels in Österreich, Böhmen und Schlesien konzentriert hat. Er gilt als Vertreter des späten Historismus. Österreichisches Biographisches Lexikon: Walcher von Molthein (abgerufen am 14. April 2025) Architektenlexikon Wien 1770–1945: Humbert Walcher v. Molthein (abgerufen am 14. April 2025) Ritter Humbert Walcher von Molthein (abgerufen am 14. April 2025)

Leben und Wirken Humbert Walcher von Molthein war der Sohn des Diplomaten Leopold Walcher von Molthein (1824–1911). Sein jüngerer Bruder war der Kunsthistoriker und Kunstsammler Alfred Walcher von Molthein (1867–1928). Er studierte von 1889 bis 1892 an der Technischen Hochschule in Wien und absolvierte 1892/93 eine Spezialausbildung für mittelalterliche Architektur bei Victor Luntz (1840–1903) an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Ab 1893 war er im Atelier von Carl Gangolf Kayser (1837–1895) in Wien tätig. Ab 1895 war er selbständiger Architekt und übernahm von Kayser dessen unvollendet gebliebenen Aufträge für den Wiederaufbau der Burg Kreuzenstein, Burg Hardegg und Burg Liechtenstein in Niederösterreich. Ab 1903 hat er Restaurierungen an mehreren Schlössern in Böhmen vorgenommen, z. B. in Červená Lhota, Křivoklát (Pürglitz), Jindřichův Hradec (Neuhaus) und Častolovice (Častolowitz). Ab 1912 begannen die Erweiterungsbauten am Schloss Fürstenstein in Niederschlesien im Stil der deutschen Renaissance, die ihn bis zu seinem Tod beschäftigt haben. Er starb 1926 in Fürstenstein (Schlesien).

Humbert Walcher von Molthein stand beim Wiederaufbau von mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Burgen im Gegensatz zu seinem Vorgänger Carl Kayser den modernen Auffassungen zur Restaurierung von Baudenkmalen näher. So ließ er die Reste der alten Bausubstanz nach Möglichkeit stehen und versuchte, sich bei seinen Erweiterungsbauten in Konstruktion und Form dem älteren Bau anzunähern. Während Carl Kaysers Bauten eine große stilistische Bandbreite zwischen Romanik und Barock aufweisen, hat sich Humbert Walcher vor allem auf die Wiederherstellung von mittelalterlichen Bauten konzentriert. Dabei sind seine Um- und Erweiterungsbauten am Schloss Fürstenstein in Schlesien zwischen 1912 und 1926 als späthistoristische Synthese von romanischen, gotischen, Renaissance- und Barock-Stilen zu verstehen.

Bauten, Umbauten und Restaurierungen 1874–1906: Wiederaufbau der Burg Kreuzenstein in Leobendorf, Kreuzensteiner Straße, zuerst durch Carl Kayser und ab 1895 durch Walcher von Molthein im Auftrag von Johann Nepomuk Graf Wilczek (1837–1922) 1878–1905: Wiederaufbau der Burg Hardegg in Hardegg, zuerst durch Carl Kayser und ab 1895 durch Walcher von Molenthein 1895–1903: Wiederaufbau der Burg Liechtenstein in Maria Enzersdorf, Am Hausberg, für Fürst Johann II. von Liechtenstein (1840–1929), durch Carl Kayser und Walcher von Molenthein 1897/98: Neubau der Liebieg-Villa in Reichenberg – Liberec, Jablonecká 47, für Theodor Liebieg jun. (1872–1939) Architektur in Nordböhmen – Humbert Walcher von Molthein (abgerufen am 14. April 2025) Architektur in Nordböhmen – Liebiegova vila (abgerufen am 14. April 2025) 1898/99: Umbau und Neubau des Palais Wilczek in Wien, Herrengasse 5, für Johann Nepomuk Graf Wilczek um 1900: Restaurierung des Esterhazy-Schlosses in Tata (Totis), Rákóczi utca 1903–1913: Restaurierung und Umbau von Schloss Červená Lhota im Stil der Neorenaissance in Červená Lhota (Rothlhotta), OT von Pluhův Žďár, Okres Jindřichův Hradec 1904: Restaurierung und den Umbau des Theaters in Marienbad Architektur der Deutschen in Böhmen 1848–1891: Divadlo – Mariánské Lázně (abgerufen am 14. April 2025) und des Stadttheaters in Saaz Architektur der Deutschen in Böhmen 1848–1891: Divadlo – Žatec (abgerufen am 14. April 2025) 1905: Neubau der Filialsanitätsstation Graf-Wilczek-Stiftungshaus Wien, Mariahilfer Gürtel 20 1906: Urbanihaus Wien, Am Hof 12; Restaurierung des mittelalterlichen Urbani-Kellers 1906–1912: Restaurierung der Schloss Pürglitz in Křivoklát 1906–1925: Restaurierung von Schloss Neuhaus in Jindřichův Hradec, Dobrovského 1 1907/08: Restaurierung von Schloss Leesdorf in Leesdorf, Leesdorfer Straße 69 1910/11: Restaurierung von Schloss Častolovice in Častolovice, Masarykova 1 1913: Neue Gruftkapelle der Familie Auersperg in Markovice, errichtet als kleiner Nachbau der Kathedrale des hl. Jakob in Šibenik, 1984 abgerissen, siehe Bild Auersperská hrobka (abgerufen am 14. April 2025) 1912–1926: Um- und Neubau von Schloss Fürstenstein um 1912: Umbau am Schloss Bad Carlsruhe in Carlsruhe O/S, 1945 zerstört

Galerie seiner Bauten und Umbauten (Auswahl)

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Einzelnachweise

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