Die Pawlaks ist eine deutsch-österreichische Fernsehserie. Sie wurde 1982 von „windrose“ HamburgIm Abspann wird die Windrose-Produktionsgesellschaft kleingeschrieben. S. a. und Oase-Film Essen im Auftrag von ZDF und ORF produziert und im Februar 1982 erstmals ausgestrahlt.

Handlung Im Frühsommer des Jahres 1872 reist Obersteiger Bollkamp von der Zeche Morgenrot im fiktiven „Lütgenhorst“ in Westfalen nach Masuren, um mit überzogenen Versprechungen die Tagelöhner von den östlichen Feldern als Bergarbeiter in die westlichen Bergwerke zu locken. Von der Aussicht auf Reichtum und Angst vor Verfolgung getrieben, macht sich auch Karl Pawlak, dessen Familie vom Gutsbesitzer Baron von Gottberg ausgebeutet wird und den er im Affekt mit einem Kronleuchter niedergeschlagen hat, auf den Weg ins Ruhrgebiet. Doch die Masuren werden dort von streikenden Bergleuten mit Ablehnung empfangen. Vor dem Hintergrund der sozialen Kämpfe während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71, nach dem im Ruhrgebiet ein wirtschaftlicher Boom und eine enorme Nachfrage nach Kohle einsetzte, wird die Geschichte von Karl Pawlak erzählt.

Besetzung Rolle Schauspieler Episoden RollenbeschreibungGroßmutter PawlakJohanna Hofer1Großmutter von Karl, verstirbt in der ersten FolgeMagdalene Maria PawlakKatharina Tüschen1, 5–12Mutter von KarlJohann PawlakHannes Kaetner1Vater von Karl, emigriert nach AmerikaKarlDietrich Adam1–12ältester Sohn von Johann Pawlak, Hauptperson der SerieJeremiasClaus Obalski1, 5–7, 9, 11jüngerer Bruder von KarlJudithAnemone Poland1, 5–12jüngere Schwester von KarlElliGabriele Fischer1, 5, 11, 12Karls „Braut“ in Masuren, sein Kind erwartendBaron von GottbergDieter Wagner1, 5, 8–10Gutsbesitzer, wird von Karl niedergeschlagenEmma de RougemontMarie Versini1, 5, 8–11Lebensgefährtin des BaronsWilhelm Bollkampwird gelegentlich u. a. vom Sprecher fälschlicherweise „Gustav“ genanntGernot Duda1–12Obersteiger der Zeche MorgenrotAnne-Sophie BollkampNora BarnerTochter des Schauspielers Klaus Barner3, 8–12Tochter von Wilhelm Bollkamp, Freundin von KarlTraugott RothertRudolf Brand2–9, 11, 12Koloniesteiger und Leiter des Konsums, erpresst KarlAlfons KrechtingWolfgang Höper2–12Schwiegersohn des Barons von Gottberg und ZechendirektorAnnette KrechtingSilvia Reize2–4, 8–12Tochter des Barons und Ehefrau von Alfons KrechtingDer alte KrechtingErnst von Klipstein2–5, 8–10Vater des Zechendirektors Alfons KrechtingSteiger ZissmannWolfgang Bathke2–9, 11, 12wird von Ludwig Harig niedergeschlagen und ausgeraubtLudwig HarigEmmerich Schäffer2–5Hauer und Ortsältester, nimmt Karl als Kostgänger aufRosa HarigMonika Schwarz3–12Ehefrau von Ludwig Harig, Geliebte von KarlJesuitenpaterGottfried Kramer4, 7Sympathisant der Streikenden

Produktion Anfang der 1980er Jahre entstand mit Die Pawlaks – Eine Geschichte aus dem Ruhrgebiet eine 12-teilige Serie über die Anfänge des Ruhrbergbaus, die zwischen September und Dezember 1982 im ZDF ausgestrahlt wurde. Am Dienstag, den 28. September 1982 ging ein 90-minütiger Pilotfilm auf Sendung, die weiteren 45-minütigen Folgen liefen dann jeweils Samstags um 19:30 Uhr.

Das Drehbuch zu der Serie stammte vom Schriftsteller und Filmemacher Otto Jägersberg, der zusammen mit anderen im gleichen Jahr bei „Goldmann“ einen Materialband veröffentlichte.Zur Vorgeschichte der Serie, zum damaligen Kulturkampf und zum politischen Zeitgeschehen siehe Jägersbergs Beitrag „Achtzehnhundert siebzig und zwei. Notierungen aus meinem Serientagebuch 1977/78“; in: „Die Pawlaks“, Goldmann 1982, S. 98–142. Als Regisseur diente Wolfgang Staudte, der als einer der wichtigsten deutschen Filmregisseure der Nachkriegszeit gilt. Gedreht wurde von Februar bis Oktober 1981 an 145 Tagen. Die Szenen unter Tage wurden in einer alten Zeche in Kladno bei Prag gefilmt. Insgesamt verbrachte ein Teil des Teams fast drei Monate in der Tschechoslowakei. In Mettmann bei Düsseldorf musste der Marktplatz für die Dreharbeiten an die damalige Zeit angepasst werden.Interview von Claus Hubalek mit Wolfgang Staudte; in: „Die Pawlaks“, Goldmann 1982, S. 14–22.

Seit 2008 gibt es die Serie als DVD in 4 Teilen zu je 144 Minuten.

Rezeption Die Serie wurde von der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung in die Liste sehenswerter Ruhrgebietsfilme aufgenommen, in der insgesamt 47 Filme gelistet sind. Der Westen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Fernsehserie der 1980er Jahre Kategorie:Fernsehserie (ZDF) Kategorie:Familienfernsehserie Kategorie:Migration im Film