Die Steinach ist ein 19,257 km langer Bach, der größtenteils auf dem Gebiet von Bad Waldsee verläuft.
Namen Der Fluss Steinach trägt denselben Namen wie der gleichnamige Stadtteil Steinach von Bad Waldsee, durch den er fließt. Lokal sind jedoch auch weitere Bezeichnungen für verschiedene Flussabschnitte gebräuchlich.Der Teil der Steinach, der bis zum Stadtsee fließt, ist in der lokalen Bevölkerung auch unter dem Namen Urbach bekannt. Im amtlichen Gewässernetz hingegen trägt der Name Urbach offiziell nur ein etwa 969 Meter langer Seitenbach im Kurgebiet von Bad Waldsee, der von der Steinach abzweigt und kurz vor der Wurzacher Straße wieder in diese mündet. Somit existiert eine lokale Namenskonvention für den Oberlauf der Steinach, die sich von der offiziellen, auf einen kleineren Zufluss beschränkten Namensgebung im amtlichen Verzeichnis unterscheidet.
Ein weiterer lokaler Name existiert für den Abschnitt der Steinach zwischen dem Stadtsee und dem Schloßsee: Hier wird der Bach von den Einheimischen auch als Pfaffenbach bezeichnet. Diese inoffizielle Bezeichnung ist im amtlichen Gewässernetz jedoch nicht verzeichnet.
Die Zuflüsse NN-PS7 und NN-ZT1 sowie zwölf kleinere Seen im Bereich des Riedbachs – darunter der künstliche See NN-ABJ und die Seen NN-HHF, NN-MSC, NN-WXT, NN-FWW, NN-RMJ, NN-HYB, NN-GKX, NN-AUZ, NN-LQH, NN-JMZ und NN-YZ – besitzen keine offiziellen Eigennamen, sondern werden lediglich mit technischen Bezeichnungen aus der amtlichen Gewässerkarte geführt.
Geographie Verlauf Die Steinach entspringt östlich der Landesstraße L 316 zwischen Alttann und Wolfegg auf der Gemarkung Wolfegg. Ihr Lauf folgt zunächst mit etwas Abstand der L 316 entlang und passiert die Ortschaften Gaishaus, Engetweiler und Roßberg bis Oberurbach. Hinter Oberurbach wendet sie sich leicht nach Osten und verläuft entlang der Kreisstraße K 7936 und der Hauptstraße durch Mittelurbach und Unterurbach. In Bad Waldsee fließt sie unmittelbar am Elisabethenbad, der Waldsee-Therme und dem Mayenbad vorbei und mündet wenige Meter südlich des Freibads in den Stadtsee. Aus dem Stadtsee tritt die Steinach an der Brücke am Seeufer zwischen Schwanenberg und Klosterhof wieder hervor. Ihr weiterer Verlauf führt am Fasnetsmuseum und am Öhlmühlenmuseum vorbei und in einem Südbogen um das Wasserschloss Bad Waldsee herum in den Schloßsee. Am östlichen Ufer verlässt die Steinach den Schloßsee und fließt durch den Ortsteil Steinach, entlang dessen Rand und am südlichen Rand der Schrebergärten vorbei. Sie passiert den nördlichen Rand der Kläranlage Bad Waldsee im Herrschaftsried und begrenzt östlich den Flugplatz Reute. Weiter fließt die Steinach durch Obermöllenbronn, Untermöllenbronn und Tannweiler in den Eisenfurter Weiher. Vom Eisenfurter Weiher aus teilt sich der Lauf der Steinach in zwei Arme, die bis Stadel verlaufen, wo die Steinach schließlich in die Umlach mündet.
Einzugsgebiet Das Einzugsgebiet der Steinach mit einer Fläche von 52,271 Quadratkilometern liegt auf den Gemarkungen von Eintürnen, Wolfegg, Bergatreute, Mittelurbach, Bad Waldsee, Gaisbeuren, Reute, Tannhausen und Zollenreute.
Zuflüsse
Der Urbach ist ein 969 Meter langer Bach, der vollständig im Stadtgebiet von Bad Waldsee verläuft. Er ist der Bach, der unmittelbar am Elisabethenbad, der Waldsee-Therme und dem Mayenbad vorbeifließt. Er zweigt im Kurgebiet von Bad Waldsee direkt von der Steinach ab und mündet kurz vor der Wurzacher Straße wieder in den Hauptlauf der Steinach. Dieser Bach trägt den amtlichen Namen Urbach.
Der NN-PS7 ist ein 308 Meter langer Bach. Seine Quelle befindet sich am Transformatorturm direkt nach Bad Waldsee an der Straße nach Reute. Er mündet zwischen den Fluren Unteres Ried und An der Ach in die Steinach.
Der Heurenbach entspringt am Ostrand des Weilers Heurenbach. Er ist 2,023 Kilometer lang und mündet auf der Flur Herrschaftsried in die Steinach.
Der Riedgraben entspringt an der nordwestlichen Ecke des Industriegebiets Gaisbeuren. Er ist 2,495 Kilometer lang und mündet etwa 600 Meter vor Oberöllenbronn in die Steinach.
Der NN-ZT1 ist ein 505 Meter langer Bach. Seine Quelle liegt an der Südecke der Flur Kleine Riedwiesen. Er mündet an der Südecke des Parkplatzes vom Flughafen Reute in die Steinach und ist somit ein Zufluss des Riedgrabens.
Der Riedbach ist ein 8,047 Kilometer langer Bach. Seine Quelle liegt westlich von Reichertshaus. Er fließt westlich am Industriegebiet Wasserstall bei Bad Waldsee und durch das Hymer-Gelände, entlang des Hägelesmooswegs und etwas östlich an Bad Waldsee vorbei. Anschließend durchquert er das Steinacher Ried und mündet kurz nach Obermöllenbronn in die Steinach.
Der Kammermoosgraben entspringt nördlich von Reute und ist 2,098 Kilometer lang. Er mündet kurz nach Obermöllenbronn in die Steinach. Interessanterweise fließt er unmittelbar am Fundort des bedeutenden Dolchs von Reute vorbei, einem archäologischen Fundstück der Pfyn-Altheimer Kultur (um 3650 v. Chr.).
Mühlkanäle und Kraftwerkskanäle
Der Mühlgraben Furtmühle ist ein 704 Meter langer Graben. Er zweigt kurz vor dem Ort Furt etwas Wasser von der Steinach ab und mündet kurz nach Furt wieder in die Steinach.
Der Kraftwerkskanal T 191 Steinach ist ein 888 Meter langer Kanal. Er zweigt nicht direkt von der Steinach ab, sondern besitzt einen eigenen Abfluss aus dem Eisenfurter Weiher und vereinigt sich direkt hinter dem Wasserkraftwerk T 191 wieder mit der Steinach.
Seen Stadtsee Der Stadtsee gilt neben der historischen Altstadt als Wahrzeichen von Bad Waldsee. Er liegt zentral in der Stadt und der Uferrundweg ist ein beliebter Spaziergang sowohl für Einheimische als auch für Besucher. Mit einer Wasserfläche von 14 Hektar und einem Einzugsgebiet von 11.975 Hektar erreicht er eine maximale Tiefe von 10,7 Metern und eine mittlere Tiefe von 6,7 Metern, was einem Gesamtvolumen von 939.600 Kubikmetern entspricht.
Der Hauptzulauf erfolgt über die Steinach. Der Ablauf des Sees speist ebenfalls die Steinach, die über den Schloßsee und die Schussen in den Bodensee entwässert.
Der See dient dem städtischen Freibad als Badesee. Zudem sind ein Bootsverleih vorhanden und der städtische Ruderverein nutzt ihn als Trainingsgewässer.
Der Stadtsee entstand gegen Ende der letzten Eiszeit vor etwa 16.000 Jahren. Er ist im Besitz der Stadt Bad Waldsee. Gepachtet und für die Angelfischerei bewirtschaftet wird er vom Fischereiverein Bad Waldsee. Hydrologisch ist der See geschichtet.
Im Jahr 1993 wurden folgende Fischarten nachgewiesen: Rotauge, Ukelei, Rotfeder, Aal, Zander, Hecht, Brachse, Barsch, Karpfen und Wels. Im Jahr 2000 kamen Schleie, Döbel und Moderlieschen hinzu.
Im Jahr 2022 wurden im See folgende Wasserpflanzenarten dokumentiert: Gelbe Teichrose (Nuphar lutea), Ähriges Tausendblatt (Myriophyllum spicatum), Krauses Laichkraut (Potamogeton crispus), eine Zuchtform der Seerose (Nymphea sp.) und Wasser-Knöterich (Polygonum amphibium).
Schloßsee Der Schloßsee liegt ebenfalls mitten in Bad Waldsee, ist jedoch touristisch kaum erschlossen, da es nur wenige öffentliche Zugänge zum Ufer gibt. Dieser natürliche See entstand gegen Ende der letzten Eiszeit vor etwa 16.000 Jahren. Er hat eine Wasserfläche von 5,3 Hektar bei einem Einzugsgebiet von 2.086 Hektar. Die maximale Tiefe beträgt 6,5 Meter, die mittlere Tiefe 3,1 Meter und das Volumen 163.000 Kubikmeter.
Der Hauptzulauf erfolgt über die Steinach (mit einem Zufluss von 255 l/sec aus dem Stadtsee, der oft als Pfaffenbach bezeichnet wird), während der Ablauf ebenfalls über die Steinach und den Eisenfurter Weiher in die Schussen führt.
Der Schloßsee ist im Besitz des fürstlichen Hauses Waldburg-Wolfegg und wird vom Fischereiverein Bad Waldsee für die Angelfischerei bewirtschaftet.
Er beheimatet eine vielfältige Fischpopulation, darunter Rotauge, Brachse, Ukelei, Aal, Hecht, Rotfeder, Barsch, Karpfen, Schleie und Wels, sowie in manchen Jahren auch Zander und Döbel.
Der See ist als Biotop geschützt und wird im Seenprogramm seit 1989 geführt. Im Jahr 2022 wurden folgende Wasserpflanzenarten nachgewiesen: Gelbe Teichrose (Nuphar lutea), Nutalls Wasserpest (Elodea nutallii), Tannenwedel (Hippuris vulgaris) und Wasserstern (Callitiche palustris). Eine frühere Erfassung im Jahr 2016 dokumentierte zusätzlich die Weiße Seerose (Nymphea alba), Krauses Laichkraut (Potamogeton crispus), Ähriges Tausendblatt (Myriophyllum spicatum), Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis), Haarblättriger Hahnenfuß (Ranunculus trichophyllus) und Kleine Wasserlinse (Lemna minor).
Eisenfurter Weiher Der Eisenfurter Weiher hat eine Fläche von 1,3047 Hektar und liegt bei Eisenfurt direkt an der Straße, die Aulendorf und Reute verbindet.
Der Eisenfurter Weiher wurde 2019/2020 aufwendig entschlammt. Statt Ausbaggern kam ein Nassbagger zum Einsatz, um Schlammeintrag in die Steinach zu verhindern. Ein Saugboot entfernte rund 9000 Tonnen PAK- und arsenbelasteten Schlamm, der oberhalb des Weihers getrennt und abtransportiert wurde. Die Kosten trug größtenteils die Stadt Bad Waldsee. Neben Schlamm wurden auch Müll und sogar ein Fahrrad geborgen. Ziel war die Erhaltung des Weihers als Lebensraum und für die Wasserkraftnutzung.
Seen am Riedbach Im Bereich des Riedbachs liegen zwölf kleinere Seen, die in diesen entwässern. Da sie keine etablierten Eigennamen besitzen, führen sie amtliche Bezeichnungen, die Seen sind relativ unbekannt und in der Regel nicht öffentlich zugänglich.
NN-ABJ: Fläche: 0,274 ha, künstlicher See NN-HHF: Fläche: 1,4297 ha NN-MSC: Fläche: 1,0294 ha NN-WXT: Fläche: 0,0763 ha NN-FWW: Fläche: 0,089 ha NN-RMJ: Flähe: 0,3012 ha NN-HYB: Fläche: 0,7986 ha NN-GKX: Fläche: 0,784 ha NN-AUZ: Fläche: 0,7695 ha NN-LQH: Fläche: 0,8066 ha NN-JMZ: Fläche: 1,3845 ha NN-YZ: Fläche: 2,4446 ha
Schutzgebiete und Biotope
Quelle bis Furt
Das Biotop Landschaftsschutzgebiet Gaishauser Ried ist ein 112,9 Hektar großes, verordnetes Schutzgebiet im Landkreis Ravensburg. Es erstreckt sich über die Gemeinden Bergatreute (ca. 44 %) und Wolfegg (ca. 56 %) im Oberschwäbischen Hügelland und wurde am 4. März 1969 unter Schutz gestellt. Das Biotop Feuchtgebiete um den Weiher Engetweiler sind ein etwa 4,5 Hektar großer Schutzkomplex bei Bergatreute und Wolfegg. Dieses Gebiet umfasst eine Vielfalt an Feuchtbiotopen wie Bruchwälder, Auwälder, Röhrichte und Nasswiesen, die eng miteinander verzahnt sind. Es beherbergt sowohl gewässerbegleitende Gehölze als auch ehemals als Streuwiese genutzte Bereiche und Sumpfseggenriede in Waldrandlage. Das Biotop Feuchtwald SO Engetweiler ist ein kleiner (0,4 ha), geschützter Sumpfwald bei Bergatreute, geprägt von einem jungen Erlenbestand mit Schilf und Sumpfsegge im Unterwuchs. Das Biotop Feuchtgebietsflächen ums Gaishauser Ried bei Wolfegg umfassen 4,6 Hektar vielfältiger Offenland-Feuchtbiotope, die als Moore, Sümpfe, Streuwiesen, Röhrichte, Nasswiesen und Feldgehölze geschützt sind. Dieses Gebiet bildet einen wertvollen Komplex unterschiedlicher Vegetationstypen, darunter Nasswiesen, Streuwiesen, Sümpfe, Röhrichte und Gebüsche, die eine wichtige Pufferzone für die Kernbereiche des Gaishauser Rieds darstellen. Die Flächen weisen unterschiedliche Nutzungsintensitäten und Entwicklungsstadien auf, was zu einer abwechslungsreichen Biotopstruktur führt. Das Biotop Feuchtgebiet bei Gaishauer Ried ist ein 1,2 Hektar großes Areal nahe Wolfegg, das sich entlang der Steinach erstreckt und durch Sickerquellen geprägt ist. Es umfasst geschützte Biotoptypen wie Auwälder, Röhrichte, seggenreiche Nasswiesen und Quellbereiche sowie Feldhecken und -gehölze. Das Gebiet dient als Pufferzone zum Gaishauser Ried und beherbergt vielfältige Feuchtbiotopstrukturen.