mini|300px|Der Friedhof im Herbst 2015 Der Bródno-Friedhof (polnisch: Cmentarz Bródnowski) ist ein römisch-katholischer Friedhof im Warschauer Stadtbezirk Targówek. Seine Fläche beträgt 114 Hektar, mehr als 1,2 Millionen Menschen sind hier bestattet. Der Friedhof soll hinsichtlich der Anzahl der Bestattungen die größte Begräbnisplatz Polens und der drittgrößte Europas sein.Na Cmentarzu Bródnowskim powstało kolumbarium, 15. Januar 2021, warszawa.tvp.pl (in Polnisch, abgerufen am 10. April 2025)

Lage und Ausstattung Der Friedhof liegt an der Św. Wincentego-Straße 83 zwischen den Stadtteilen Targówek und Nowy Bródno auf der ostwärtigen Seite der Weichsel. Auf dem Friedhof gibt es zwei Kirchen – die aus Holz errichtete Kirche St. Vinzenz von Paul (Św. Wincenty a Paulo) und die Kirche Unserer Lieben Frau von Tschenstochau (Matka Boska Częstochowska). Die Länge der Mauern beträgt etwa 5 km; der Friedhof verfügt über acht Zugangstore. 1981 wurden die Denkmäler des Friedhofs unter Denkmalschutz gestellt.

mini|St. Vinzenz von Paul-Kirche mini|Kirche Unserer Lieben Frau von Tschenstochau mini|Das 2021 errichtete Kolumbarium

Geschichte Im Jahr 1883 ordnete der Warschauer Oberbürgermeister, Generalleutnant Sokrates Starynkiewicz, die Schaffung der Begräbnisstätte an. Am 20. November 1884 weihte der Erzbischof von Warschau, Wincenty Teofil Popiel, den neuen Friedhof. Auf Kosten der Stadt wurden dort zunächst Verstorbene aus Obdachlosenasylen und Mittellose begraben. Ab 1887 wurde er zur Nutzung für die Öffentlichkeit freigegeben. Die Bestattungsgebühren waren niedrig, sodass der Friedhof den Status eines Armenfriedhofs erhielt, während der Powązki-Friedhof als letzte Ruhestätte der wohlhabenden Bewohner Warschaus galt.

Während des Zweiten Weltkriegs diente der Bródno-Friedhof als Waffen- und Munitionslagerstätte wie auch als Trainingsgelände für Untergrundorganisationen. Mehrere Monate fanden hier von der Gestapo Gesuchte Unterschlupf.

Da die Erdbestattung von Bestattungsurnen auf dem Friedhof nicht erlaubt war, wurde zu Beginn des Jahres 2021 ein Kolumbarium errichtet. In 1530 Nischen können je bis zu vier Urnen Platz finden.

Gräber bekannter Persönlichkeiten Teresa Byszewska (1929–2018) – Illustratorin und Plakatkünstlerin Roman Dmowski (1864–1939) – Politiker Mieczysław Fogg (1901–1990) – Sänger Tony Halik (1921–1998) – Journalist und Fotograf Aleksander Kakowski (1862–1938) – Erzbischof und Primas Stanisław Kędziora (1934–2017) – Weihbischof Halina Konopacka (1900–1989) – Leichtathletin Marta Martelińska (1949–2008) – Sängerin Kazimierz Materski (1906–1971) – Eishockey- und Fußballspieler Jerzy Matuszkiewicz (1928–2021) – Komponist Nina Novak (1923–2022) – Primaballerina Józef Oksiutycz (1904–1965) – Radrennfahrer Łucja Prus (1942–2002) – Sängerin Mieczysława Przybylska-Łuczyńska (1907–1972) – Schriftstellerin Grzegorz Skrzecz (1957–2023) – Schwergewichtsboxer Seweryna Szmaglewska (1916–1992) – Schriftstellerin Paweł Wypych (1968–2010) – Politiker

Weblinks

Website des Friedhofs (in Polnisch) Poznaj historię cmentarza, Zur Geschichte des Friedhofs (in Polnisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Targówek Kategorie:Friedhof in Warschau Kategorie:Kulturdenkmal in Warschau Kategorie:Erbaut in den 1880er Jahren Kategorie:Katholischer Friedhof