mini|Rosine Mbakam Rosine Mbakam (geb. 10. Januar 1980) ist eine kamerunische Filmemacherin, die seit 2007 in Belgien lebt und arbeitet. Bekannt ist sie insbesondere für ihre Dokumentarfilme, in denen sie das Leben afrikanischer Frauen zwischen kolonialer Vergangenheit, Migration und Gegenwartserfahrungen thematisiert.
Leben Rosine Mbakam wuchs in Kamerun auf. Ihre Leidenschaft für das Filmemachen entstand bereits in jungen Jahren, inspiriert durch Erlebnisse mit ihrer Familie. Nach ersten audiovisuellen Erfahrungen bei der italienischen Nichtregierungsorganisation Centro Orientamento Educativo arbeitete sie vier Jahre lang für den privaten Fernsehsender Spectrum Television (STV) in Douala. 2007 verließ sie Kamerun für ein Studium der Filmregie an der Filmhochschule INSAS in Brüssel. Nach ihrem Abschluss gründete sie 2014 mit Geoffroy Cernaix die Produktionsfirma Tândor Productions. Mbakam ist verheiratet und Mutter zweier Kinder.
Werk Rosine Mbakams Arbeiten setzen sich vor allem mit Fragen der Dekolonisation, des Rassismus und der weiblichen Identität auseinander. Ihre Filme zeichnen sich durch eine persönliche, oft intime Erzählweise aus, in der sie zur Herstellung einer möglichst direkte Beziehung zu ihren Protagonistinnen selbst Kameraführung und Ton verantwortet. Mbakam betrachtet ihre Filme als Instrument zur Dekolonisation der afrikanischen Wahrnehmung und Identität und hinterfragt dabei den westlichen Blick auf afrikanische Gesellschaften. Ihre Arbeiten wurden weltweit auf Festivals präsentiert, darunter beim Toronto International Film Festival, den Internationalen Filmfestspielen von Cannes und beim Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund/Köln.
Ihr erster langer Dokumentarfilm The Two Faces of a Bamiléké Woman (2016) ist ein autobiografischer Film, der Mbakams Rückkehr nach Kamerun und die Begegnungen mit ihrer Mutter und anderen weiblichen Familienangehörigen behandelt. Der Film reflektiert über Generationenkonflikte, Traditionen und den Prozess persönlicher Dekolonisation.
In Chez Jolie Coiffure (2018) dokumentiert Mbakam den Alltag von Migrantinnen in einem kleinen Friseursalon in Brüssel, der einen geschützten Raum und Treffpunkt darstellt, zugleich aber auch Schauplatz rassistischer und behördlicher Repressionen ist.
Der Dokumentarfilm Delphine’s Prayers (2021) porträtiert die Kamerunerin Delphine, die als Sexarbeiterin in Belgien lebt, und thematisiert sexuelle Kolonialisierung sowie persönliche Emanzipation.
Mit Mambar Pierrette (2023) drehte Mbakam erstmals einen narrativen Spielfilm. Der Film erzählt die Geschichte ihrer Cousine Pierrette, einer Näherin in Douala, und behandelt alltägliche Herausforderungen, politische und wirtschaftliche Missstände in Kamerun sowie weibliche Solidarität. Mbakam verzichtet dabei auf eine Opferperspektive und zeichnet stattdessen ein wirklichkeitsnahes, würdiges und nuanciertes Porträt ihrer Protagonistin.
Filmografie
2010: Un cadeau 2012: Tu seras mon allié/You Will Be My Ally (Kurzfilm) 2012: Mavambu (Kurzfilm) 2013: Les portes du passé 2016: Les Deux Visages d'une femme bamiléké/The Two Faces of a Bamiléké Woman (Dokumentation) 2018: Chez Jolie Coiffure (Dokumentation) 2020: La majorité invisible 2021: Les prières de Delphine (Dokumentation) 2021: Prisme (Ko-Director) 2023: Mambar Pierrette (Feature Film)
Preise und Ehre
2021: Les prières de Delphine, Gewinner Young Jury Award, Cinéma du Réel 2021: Les prières de Delphine, Gewinner Grand Prize City of Lisbon, Lissabon
2021: Les prières de Delphine, Gewinner True Vision Award, True/False Film Fest 2022: Les prières de Delphine, Gewinner Bannabá Award 2018: Les deux visages d'une femme Bamiléké, Gewinner Best Feature Film
2017: Preis der Flämischen Unesco Commission – Afrika Film Festivalhttps://afrikafilmfestival.be/festival/kul 2012: Tu seras mon allie, Gewinner Gold Lion Award, Barcelona International Film Festival
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Kameruner Kategorie:Geboren 1980 Kategorie:Frau Kategorie:Filmregisseur