mini|Tiefwasserhafen Yangshan

Tiefwasserhafen ist die Bezeichnung für einen Hafen mit relativ großer Wassertiefe, die sich von den Tiefen der meisten anderen Häfen deutlich abhebt. Jedoch gibt es keine einheitliche Definition, ab welcher Tiefe, Tiefgang oder Tauchtiefe sich ein Hafen „Tiefwasserhafen“ nennen darf.

Definition Tiefwasserhäfen sind ausschließlich Seehäfen. Sehr große Seeschiffe wie Tanker, Containerschiffe, Flugzeugträger oder sehr große Kreuzfahrtschiffe können mit voller Ladung nur Tiefwasserhäfen anlaufen. Die meisten Häfen haben Wassertiefen von acht bis zehn Metern und können keine Schiffe der Panamax-Klasse aufnehmen. Diese Tiefe kann abhängig von der Tide auch nur zeitweise vorhanden sein, und oft sind nur die Liegeplätze auf volle Tiefe ausgebaggert.

Zur Anlage von Tiefwasserhäfen gibt es grundsätzlich zwei Wege: Der Hafen wird an einer Stelle angelegt, an der eine große natürliche Wassertiefe besteht. Nachteilig ist, dass diese Häfen landseitig oft sehr abgelegen sind und fallweise den Bau umfangreicher Zuwegungen erfordern. An der vorgesehenen Stelle werden Fahrrinne und Liegeplätze mit Baggerarbeiten auf die gewünschte Tiefe gebracht. Nachteilig sind hier die höheren Bau- sowie auch laufenden Kosten und möglicherweise nachteilige ökologische und hydrologische Auswirkungen.

Der weltweite maritime Handel wird seit vielen Jahren zu einem großen Teil mit Containern bestritten. Dabei führt die Tendenz zu immer größeren Containerschiffen (die einen Maximaltiefgang von bis zu 16 Meter haben) zu einer steigenden Konzentration der möglichen Anlaufpunkte für Containerschiffe auf relativ wenige, zentrale Containerhäfen, über die nun ein Großteil des Seehandels abläuft. Damit werden Investitionen vor allem in Häfen für Seeschiffe mit Tiefgang von über 16 Metern getätigt. Das zeigt sich besonders bei den logistischen Entwicklungen und Investitionen in die Neue Seidenstraße.Nasrin Khaniha, Zahra Pishgahi Fard: Globalization and Important Straits. In: The Social Sciences. Volume 4, Issue 3, 2009, S. 304–312 (PDF, 761 kB).Wolf D. Hartmann, Wolfgang Maennig, Run Wang: Chinas neue Seidenstraße, 2017, S. 51ff.

Einziger Tiefwasserhafen in Deutschland an der Nordsee ist der JadeWeserPort. Die deutsche Marine nutzt an der Ostsee den Tiefwasserhafen am Marinestützpunkt Eckernförde. Der Hamburger Tiefwasserhafen im Hamburger Wattenmeer nordwestlich von Cuxhaven, der durch den Cuxhaven-Vertrag von 1961 vorbereitet worden war, wurde nicht realisiert.siehe Scharhörn#Projekt Tiefwasserhafen

Tiefwasserhäfen Beispielhafte Tiefwasserhäfen: Hafen Land Tiefe [m] Bemerkungen Aabenraa Havn Dänemark 18 Antwerpen Belgien 16https://www.materialfluss.de/maritime-wirtschaft/hafen-von-antwerpen--tiefenrekord-in-deurganckdok.htm Bremerhaven, Containerhafen Deutschland 15 Brunsbüttel, Elbehafen Deutschland 14,4 Cuxhaven, Steubenhöft Deutschland 14,5 Kreuzfahrt- und RoRo-Schiffe Cuxhaven, Cuxport Deutschland 15,8 Mehrzweck-Terminal Eckernförde, Kranzfelder-Hafen Deutschland 17,5 Marine Rotterdam Europoort Niederlande 24 Öl/Erz Hamburg, Sandauhafen Deutschland 15,6 Erz Hamburg, Waltershof Deutschland 15,1 Container Rotterdam, Maasvlakte Niederlande 26 Erz, einer der tiefsten Häfen weltweit Hafen Rostock Deutschland 14 Rajin Nordkorea 12 Container, Schüttgut wie Kohle, Öl Saldanha, Hafen Saldanha Südafrika 23 Eisenerz, Stahl, Öl Map Ta Phut Thailand 15 Container, Kohle, Öl, Chemieprodukte Shanghai, Yangshan VR China 20 100 Kilometer von der Stadt entfernt Sines Portugal 28 Öl, Container, abgerufen am 18. April 2013 Tanger Med, Straße von Gibraltar Marokko 18 Triest, Containerhafen Italien 18 Öl Wilhelmshaven, JadeWeserPort Deutschland 18 Öl, Chemieproduktehttps://www.butenunbinnen.de/nachrichten/jade-weser-port-fakten-bremen-100.html, LNG, Marine

In manchen Gewässern können keine Tiefwasserhäfen angelegt werden, weil sie generell zu flach sind wie beispielsweise überwiegend die Ostsee oder die Lagune von Venedig. So hat zum Beispiel der Hafen von Venedig bzw. Marghera nur einen Tiefgang von 11,5 Meter. Ausnahmen für die flache Ostsee bilden die Tiefwasserhäfen von Apenrade, Rostock und Eckernförde, letzterer ist ein Marinehafen. Auch die Ostseebucht Kieler Förde bildet einen natürlichen Tiefwasserhafen.

Als Ende der 1960er Jahre immer mehr Supertanker (also sehr große Öltanker) gebaut wurden, wurden an einigen Stellen Terminals ins Meer hinein gebaut. Die Öltanker brauchen nicht in einen Hafen hineinzufahren; sie legen an dem Terminal an und werden dort be- oder entladen. Beispiele: das SPM Būtingė (Ostsee) auf Mainland, einer Shetlandinsel, ist das größte Ölterminal Europas, von hier wird das Öl der Ölfelder Brent und Ninian verschifft

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