mini|Karte des London Borough of Ealing mit Acton als östlichstem Teilgebiet

Acton () ist ein Stadtteil des Londoner Bezirks Borough of Ealing. Die town befindet im Westen der Region Greater London und liegt ungefähr zehn Kilometer westlich von Charing Cross.

Übersicht Bevölkerung Beim Zensus 2021 kamen die vier wards (Wahlbezirke) Actons (East Acton, North Acton, South Acton und Southfield) gemeinsam auf 67.550 Einwohner. Gegenüber 2011 ist dies ein Anstieg um 5070 Menschen.

Stadtteile Abgesehen von der Einteilung in wards wird Acton gewöhnlich in mehrere Viertel unterteilt, diese sind: North Acton, West Acton, East Acton, South Acton, Acton Green, Acton Town, Acton Vale und Acton Central.

Zugehörigkeit Seit 1965 gehört Acton zum Borough of Ealing, allerdings liegt ein kleiner Teil East Actons im London Borough of Hammersmith and Fulham und ein kleiner Teil South Actons im London Borough of Hounslow.

Etymologie

Der Name „Acton“ stammt aus dem Altenglischen. Er setzt sich zusammen aus den Wörtern āc (oak, deutsch: Eiche) und tūn (enclosed garden, deutsch: umschlossener Garten) und bedeutet soviel wie Von Eichen umschlossener Garten bzw. Von Eichen umschlossenes Feld. Im Mittelalter wurde tūn ein Synonym für farm (deutsch: Farm, Bauernhof). Viele Jahrhunderte lang wurde dem Ort eine Version des Wortes Church (deutsch: Kirche) als Präfix vorangestellt, um eine Verwechslung mit dem separaten Ort East Acton zu vermeiden.

Geschichte Anfänge mini|St Mary's Church, King Street, Acton Central

Durch eine Reihe archäologischer Funde können verschiedene Phasen der prähistorischen Besiedelung nachgewiesen werden. Die ältesten Funde stammen aus dem Jungpaläolithikum und dem Mesolithikum. Dabei handelt es sich um Feuersteine, anthropogen bearbeitete Gesteinsbruchstücke und Artefakte, welche hauptsächlich in einem Cluster nahe der Churchfield Road gefunden wurden. In der Umgebung des Mill Hill Park wurden eine neolithische Axt, bronzezeitliche Urnen und Knochen sowie eine Tonscherbe aus der Eisenzeit gefunden. Aus dieser Periode wurde nahe der Bollo Lane auch Münzen gefunden. Römische Besiedelung kann durch einen Graben und Hort nördlich der Springfield Gardens nachgewiesen werden. Im Mittelalter war der nördliche Teil des damaligen Weilers stark bewaldet. Eichen und Ulmen standen entlang von Straßen und privaten Heckengürteln zwar noch bis ins frühe 20. Jahrhundert, der Großteil des Waldes war jedoch schon vor dem 17. Jahrhundert abgeholzt werden, selbst im weitläufigen Gebiet Old Oak.

Mittelalter In Dokumenten aus dem Jahr 1222 sind erstmals Landbesitzer dokumentiert, die ersten Nachweise über Wohnhäuser stammen aus dem späten 13. Jahrhundert. Die damalige Hauptsiedlung, Church Acton, lag leicht westlich des heutigen Stadtteilzentrums, am 5-Meilen-Marker der Uxbridge Road. Um 1380 waren einige der Mietshäuser an der südlichen Straßenseite Gasthäuser, so z. B. The Tabard und The Cook. Der Weiler East Acton, erstmals im Jahr 1294 erwähnt, bestand aus Farmhäusern und Hütten nördlich und südlich des öffentlichen Landes, das um 1474 als East Acton Green bekannt war.

Die mittelalterliche Besiedelung fand hauptsächlich in und um diese beiden Weiler statt. In Church Acton lagen die meisten Farmen entlang der Oxford Road und Horn Lane, mit nur wenigen abseits liegenden Gehöften. Die Friars Place Farm am nördlichen Ende der Horn Lane sowie der durch einen Graben eingefasste Bereich westlich davon, der bis in das 15. Jahrhundert hinein in Betrieb war, sind frühe Farmen. Östlich der Friars Place Farm befanden sich öffentliche Flächen: Watton Green und Rush Green im 16. und 17. Jahrhundert, Friars Place im 18. Jahrhundert (diese Fläche war besiedelt bis mindestens 1664). Nordwestlich davon waren die Acton wells (auch Old Oak wells), diese Trinkwasserbrunnen waren seit mindestens 1613 bekannt. Einige Farmhäuser im äußersten Süden des Gebiets wurden bis ins 19. Jahrhundert oft als Teil von Turnham Green gesehen. Gregories, 1551 als Landbesitz mit 30 ha in der Nähe der Bollo Lane und Brentford High Road erwähnt, lag vermutlich in Acton.

Seit dem frühen 14. Jahrhundert waren vermehrt Londoner Bürger in Landkäufe und -verkäufe involviert, lebten aber selbst wohl nicht vor dem 15, Jahrhundert in Acton. Das Herrenhaus, welches zu Fulham gehörte, hatte keinen vor Ort wohnhaften Gutsherren und auch ansonsten lebten in Acton keine größeren Grundbesitzer, abgesehen von einer kurzen Periode in der ein Zweig der Familie des Duke of Beaufort in der Siedlung lebte. Viele der Mietshäuser ohne angeschlossenen Landbesitz wechselten häufig den Besitzer, dies schließt die meisten der Gasthäuser ein.

Frühe Neuzeit 1548 hatte die Pfarrei 158 Kommunikanten. 1664 gab es 72 abgabepflichtige und 59 von Abgaben befreite Haushalte, zusätzlich sechs leerstehende Häuser. Sechs Häuser hatten zehn oder mehr Feuerstellen, 16 zwischen fünf und neun, 33 hatten drei oder vier, 23 hatten zwei, und 53 Häuser verfügten über nur eine Feuerstelle. In der Mitte des 18. Jahrhunderts lebten ungefähr 160 Familien in Acton.

Bis zum 17. Jahrhundert hatte Acton durch seine Nähe zu London Bekanntheit als Sommerresidenz gewonnen, vor allem unter Adeligen bzw. Höflingen und Rechtsgelehrten. Richard Sutton kaufte 1610 den Landsitz bei East Acton, der später als Manor House bekannt wurde. Henry Garraway baute Acton House vermutlich 1638 wieder auf. Auch John Trevor, Mitglied des House of Commons, kaufte in der Mitte des 17. Jahrhunderts mehrere Grundstücke in Acton. Eines davon war Berrymead, das er u. a. mit einem See aufwertete und das später Residenz von George Savile, 1. Marquess of Halifax und dessen Sohn wurde, noch später gehörte es dem Herzog zu Kingston-upon-Hull.

1706 wurde Acton eine gute Luftqualität nachgesagt, und auch die gesellschaftliche Begeisterung für Heilwasser brachte Acton eine kurze Welle der Bekanntheit. Durch die vielen Sommergäste, mit denen East Acton und Friars Place angeblich bevölkert war, wurden die Brunnen bei Old Oak regelrecht ausgebeutet. Diese Oberschicht hatte Acton zwar bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts größtenteils wieder verlassen, jedoch kauften viele gebildete Menschen und Soldaten Häuser, teilweise sogar inklusive eines kleinen Parks. Dies hielt bis weit ins 19. Jahrhundert. Durch seine Nähe zur Chiswick High Road wurde auch Acton Green zunehmend beliebt. Fairlawn, auf der Westseite von Acton Green, war das Zuhause des Botanikers John Lindley (1797–1865). Bis zum Jahr 1800 war eine kurze Häuserreihe an der Südseite Acton Green's gebaut worden.

Entwicklung im 19. Jahrhundert 1812 baute die Worshipful Company of Goldsmiths 20 Armenhäuser auf einem Areal, das ihr bereits 1675 von John Perryn übergeben worden war.

1801 gab es in Acton 241 bewohnte Häuser, diese Zahl wuchs bis 1831 auf 426. Der Großteil dieses Wachstums konzentrierte sich auf die mittlerweile etablierten Ortsteile Acton Town und East Acton, allerdings konnte bis 1842 auch Acton Green einen deutlichen Zuwachs an Häusern und Cottages verzeichnen. Aufgrund des ländlichen Charakters der Siedlung standen die neu gebauten Herrenhäuser im Kontrast zu den anderen Gebäuden des Ortes. Obwohl die Anzahl an Häusern generell stieg, musste in den 1820er Jahren der Anteil armer Menschen aufgrund der vielen leerstehenden Grundstücke erhöht werden.

Eine größere Ausdehnung des Baugebiets war geplant und wurde in den 1850ern umgesetzt. Aufgrund des weichen Wassers seiner Quellen wurde Acton bekannt für seine Wäschereien, wovon es in South Acton zum Ende des 19. Jahrhunderts etwa 170 gab. Diese versorgten zum größten Teil Hotels und die Reichenviertel des Londoner Westens. Dies brachte dem Ort die Spitznamen Soapsuds Island (dt.: Seifenschaum-Insel) und Soap Sud City (dt.: Seifenschaum-Stadt) ein. Insgesamt gab es in South Acton über die Jahre mindestens 600 Wäschereien, die letzte davon schloss in den 1970er Jahren. Heute befindet sich ein flacher backsteinerner Wohnblock an dieser Stelle.

In Acton formierte sich 1865 ein lokales Gesundheitsgremium, 1894 wurde die Gemeinde ein städtischer Distrikt.

Der Friedhof Acton wurde 1895 auf Landwirtschaftsflächen nahe des heutigen Bahnhofs North Acton angelegt.

20. Jahrhundert 1921 wurde Acton zum Municipal Borough of Acton aufgestuft. Gemeinsam mit den municipal boroughs Ealing und Southall bildete Acton ab 1965 das London Borough of Ealing. Von 1894 bis zu seiner Eingliederung in das London Borough of Ealing, damit einhergehend auch Greater London, gehörte Acton zuerst als Stadt und dann als Municipal Borough zur Grafschaft Middlesex.

1896 wurde in Acton ein Golfclub gegründet, der zwecks der Gewinnung von Wohnraum allerdings schon 1920 wieder aufgegeben wurde.

Im Zusammenspiel mit den Industrieclustern in Park Royal und Harlesden blühte auch die in North Acton ansässige Industrie weiter auf; während des 20. Jahrhunderts wurde Acton zum industriellen Zentrum mit zehntausenden Arbeitsplätzen. Besonders wichtig war die Autoindustrie, von 1926 bis 1960 wurden beispielsweise die Modelle 4CV und Dauphine des französischen Autoherstellers Renault in North Acton produziert. Das Unternehmen ist noch immer präsent in und um Acton. Des Weiteren baute Alfred Mond in Acton eine Fabrik, in der im Sudbury Basin in Kanada abgebautes Nickel unter Anwendung der Mond-Methode gereinigt wurde, wobei unter anderem Platin als Nebenprodukt anfiel.

Weitere bekannte Unternehmen, die im Bereich ansässig sind oder waren, schließen u. a. Napier & Son, Lucas CAV sowie Wilkinson Sword ein.

Acton der Gegenwart Heutzutage ist Acton ein vorwiegendes Wohnviertel, das durch wenige Leichtindustrie, insbesondere in der nordöstlichen Gegend Park Royal und im Süden nahe der Grenze zu Chiswick, ergänzt wird. 1904 wurde in Acton die britische Supermarktkette Waiterose unter dem Namen Waite, Rose and Taylor gegründet, die zweite Filiale eröffnete 1913 in der Churchfield Road.Waitrose: seeking to attain perfection by Janet Appleyard-Hobbs 2009 Acton History Society

In Acton, bei den Acton Storm Tanks in der Canham Road, liegt der Startpunkt des 25 km langen Thames Tideway Tunnel, dessen Aufgabe es ist, bei einem Überschuss an Abwasser ein Abfließen in die Themse zu verhindern.

Acton beherbergt den größten Wohnkomplex des Londoner Westens, das South Acton estate hat ca. 2000 Wohnungen und 5800 Einwohner.

Einwohnerstruktur Seit dem Zweiten Weltkrieg hat Acton eine kleine aber nennenswerte Minderheit polnischer Einwanderer. In den letzten Jahren kamen vermehrt Einwanderer aus Australien, Neuseeland und Südafrika in die Gegend, es gibt eine hohe Dichte entsprechender Pubs. Durch die hier gelegene japanische Schule London wurde auch eine japanische Community in Acton ansässig, arabische (vor allem aus Saudi-Arabien) Immigranten werden durch die King Fahd Academy angezogen. Die somalische Szene des Stadtteils konzentriert sich vor allem um die Church Road. In der Gegend um die High Street befinden sich zwei Moscheen. Obwohl die irische Population Actons einen Schrumpfungstrend aufweist, gibt es noch einige Irische Pubs im Stadtteil.

Freizeitangebot mini|Acton Farmers' Market, Dezember 2006 Jeden Donnerstag, Freitag und Samstag findet auf der Anhöhe der Acton High Street ein Markt statt. Ebenfalls an der High Street befinden sich das Rathaus des Stadtteils, eine Bücherei sowie ein öffentliches Schwimmbad, allesamt im viktorianischen Baustil.

Das Schwimmbad wurde 1904 eröffnet und von 2011 bis 2014 renoviert, wobei unter anderem ein 25-Meter Schwimmbecken installiert wurde. Zudem gibt es entlang der Straße eine Kletterhalle.

Am Ostende befindet sich der Stadtpark Acton Park, der verschiedene Sportstätten wie Tennis- und Fußballplätze sowie eine privat betriebene Minigolfanlage beinhaltet. Zusätzlich gibt es einen seit 2019 bestehenden Skatepark und einen Abenteuerspielplatz für Kinder, der zum Teil aus dem Holz lokaler, bei einem Sturm gefallener Bäume besteht.

Verkehr Bahn und U-Bahn