mini|Erinnerungstafel am Rothschild-Krankenhaus in Paris Léon Zadoc-Kahn (* 2. September 1870 in Paris; † 23. November 1943 in Auschwitz) war ein französischer Mediziner. Er wurde 1943 zusammen mit seiner Frau Suzanne im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet.

Leben Herkunft Léon Zadoc-Kahn war der Sohn des Großrabbiners von FrankreichSiehe dazu Grand-rabbin de France auf fr.wikipedia.org. Zadoc Kahn und von Ernestine Zadoc-Kahn. Er war der Bruder von Hélène Weill, Anne Madeleine Zadoc-Kahn, Paul Zadoc-Kahn, Edmond Zadoc-Kahn und Berthe Buna Bruhl.

Suzanne Esther Kahn Suzanne Esther Lang wurde am 26. März 1876 als Tochter von Ernest Lang und Fleurette Silz Lang in Paris geboren. Sie war die Schwester von Marcelle Hinstin und Jeanne Lang Dreyfus. Ernest Lang, ein Textilindustrieller, wurde am 13. August 1848 in Mülhausen geboren und starb 1925 in Paris. Fleurette Silz wurde am 20. September 1853 in Mainz geboren.

Familie Léon Zadoc-Kahn heiratete Suzanne Esther Lang 1899. Das Paar hatte drei Kinder: Jean Lazare Zadoc-Kahn (1900–1982); Bertrand Roger Zadoc-Kahn (1901–1940) und Jacqueline Zadoc-Kahn Eisenmann (1904–1998). Bertrand Zadoc-Kahn war Leiter des Amerikanischen Krankenhauses in Paris und beging am 17. Juni 1940 wegen des deutschen Einmarschs in Frankreich Suizid.

Vor dem Zweiten Weltkrieg Léon Zadoc-Kahn wurde 1892 Assistenzarzt in den Krankenhäusern von Paris. Er wurde 1897 zum Doktor der Medizin promoviert. Von 1914 bis 1943 war er Chefarzt des Rothschild-Krankenhauses.

1915 nahm Léon Zadoc-Kahn als Militärarzt an einer Mission nach Thessaloniki teil.Bardet, Poussou und Robin-Romero 2007 Im Jahr 1918 vermerkte das American Jewish Year Book (Jüdisches Jahr 5678) seine Rolle als Major.

1925 war er Mitarbeiter der kurzlebigen Zeitschrift La Revue juive.

Léon Zadoc-Kahn war Vorsitzender des Zentralkomitees des Keren Hayesod Frankreich. 1923 gründete Suzanne Kahn zusammen mit Yvonne Netter die Union jüdischer Frauen für Palästina, die zur französischen Sektion der Women’s International Zionist Organisation wurde. Léon war Vorstandsmitglied der Curie-Gesellschaft.

Verhaftung und Tod Léon und Suzanne Zadoc-Kahn lehnten unter dem Schock des Suizids ihres Sohnes Bertrand eine Emigration in die USA ab, die Katharine Graham, die Besitzerin der Washington Post, vorbereitet hatte.

Der Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin von 1980, Baruj Benacerraf, berichtet in seinen Memoiren:

Ihre letzte Adresse war Le Ruel in Haravilliers in Seine-et-Oise. Von dieser Adresse aus schrieb er am 28. Dezember 1942 einen Brief an Désirée Damengout, eine allgemeine Krankenschwester im Rothschild-Krankenhaus:

Das Ehepaar Zadoc-Kahn wurde am 1. November 1943 verhaftet. Léon Zadoc-Kahn wurde mit dem Konvoi Nr. 62 am 20. November 1943 vom Lager Drancy nach Auschwitz deportiert. Seine Frau, Suzanne Zadoc-Kahn, wurde mit ihm im selben Transport deportiert. Sie wurden bei ihrer Ankunft in Auschwitz am 23. November 1943 ermordet.Klarsfeld 1978

Ehrungen mini|Mémorial de la Shoah, Mur des Noms Léon Zadoc-Kahn war Träger des Croix de guerre 1914–1918 und Ritter der Ehrenlegion.

Am Hôtel-Dieu in Paris und in seinem letzten Wohnort Haravilliers sind Gedenktafeln angebracht. Sein Name steht auf der Mur des NomsSiehe Mur des Noms in der frankophonen Wikipédia. im Mémorial de la Shoah in Paris.

Schriften Deux cas de diabète grave chez des jeunes sans urobiline. Asselin et Houzeau, 1896. Étude sur la régénération du foie dans les états pathologiques (kystes hydatiques cirrhose alcoolique hypertrophique). 1896–1897, Band 24, Nr. 185. Résumé des titres et travaux scientifiques du docteur Léon Z. Kahn. G. Steinheil, Paris 1902.

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Todesopfer im KZ Auschwitz Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1870 Kategorie:Gestorben 1943 Kategorie:Mann Kategorie:Opfer des Holocaust