Der Pfersbach ist ein etwas über 3 Kilometer langer Bach in Bayern und ein südöstlicher und linker Zufluss der Wern, der im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt verläuft.
Geographie Verlauf Quellgebiet Der Pfersbach entspringt in der Gemarkung des seit 1978 im Rahmen der allgemeinen Verwaltungsreform zu Dittelbrunn gehörenden Gemeindeteils Holzhausen auf einer Höhe von am nordwestlichen Fuße des hohen Maibacher Bergs. Seine intermittierend schüttende Quelle liegt in der Flur DreizehnäckerDreizehnäcker, Uraufnahme (1808–1864) in einem Feld, etwa 100 Meter südlich der Gemeindegrenze von Dittelbrunn zu Poppenhausen. Knapp 300 Meter im Süden von dort entspringt der Grundbachgraben, der südlich des zu Poppenhausen gehörenden Gemeindeteils Hain bei der Hainer MühleHainer Mühle, OSM in die Wern mündet, und etwa 350 Meter im Nordnordosten steht westlich von Holzhausen ein im 19. Jahrhundert errichtetes Wegkreuz aus Sandstein.Wegkreuz (D-6-78-123-25), Bayerischer Denkmal-Atlas, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Etwa 0,7 Kilometer im Ostnordosten liegt das Kirchdorf Holzhausen, 1,7 Kilometer im Süden das zu Poppenhausen gehörende Pfarrdorf Maibach, 1,7 Kilometer im Westsüdwesten das Kirchdorf Hain und 1,8 Kilometer im Ostnordosten das Poppenhausener Pfarrdorf Pfersdorf, in welches der Bach schlussendlich mündet.
Im Bereich der Quelle stehen Untere Tonstein-Gelbkalkschichten der Erfurt-Formation aus dem Unteren Keuper der Mitteltrias anDigitale Geologische Karte 1:25.000 (dGK25), über die sich überwiegend Braunerde abgelagert hat.Übersichtsbodenkarte 1:25.000
Weiterer Verlauf Der stark begradigte und zunächst nur unbeständig wasserführende Pfersbach fließt in der Flur Am RothstückAm Rothstück, Uraufnahme (1808–1864) knapp 200 Meter ostnordostwärts durch landwirtschaftliche Nutzflächen am Nordostfuße des Maibacher Bergs entlang, fließt dabei an einem auf seiner rechten Seite liegenden kleinen Obstgarten vorbei und führt danach nunmehr ganzjährig Wasser.
Anschließend läuft er, begleitet von dichtem Ufergehölz, in einem schmalen Grünstreifen, der beiderseits von Ackerland gesäumt wird, kreuzt dann einen Wirtschaftsweg und schlängelt sich danach durch die Flur Saure Wiesen.Saure Wiesen, Uraufnahme (1808–1864) Seine Talfüllung besteht dort aus pleistozänen bis holozänen Sedimenten mit Lehm- und Sandschichten, die fast ausschließlich von Gley und Gley-Braunerde bedeckt werden, und an seinen Hängen stehen Löß- oder Lößlehmsedimente aus feinsandigen und karbonatischen sowie tonigen, feinsandigen und karbonatfreien Schluff des Pleistozäns an, die auf der linken Seite überwiegend von Braunerde- und auf der rechten fast ausschließlich von Regosol- und Pelosolböden überschichtet wurden.Digitale Geologische Karte 1:25.000 (dGK25)Übersichtsbodenkarte 1:25.000
Dem Bach nähert sich auf seiner rechten Seite ein von Hain aus dem Ostsüdosten kommender Radweg, der ihn von nun an bis fast zu seiner Mündung begleiten wird.Radwege, Sport und Freizeit Direkt nördlich des Radwegs steht ein Bildstock mit einem Aufsatz mit Eselsrückenbogen und Kreuzigung.Bildstock (D-6-78-123-24), Bayerischer Denkmal-Atlas Dann biegt er fast nach Norden ab und wird ein wenig später in der Flur GraswiesenGraswiesen, Uraufnahme (1808–1864) auf seiner rechten Seite vom Heulohgraben gespeist.Onlineportal BürgerGIS, Landkreis Schweinfurt (Kein Direktlink) Ungefähr 100 Meter südöstlich von dort liegt eine seggen- und binsenreiche Nasswiese, in der vor allem Sumpfseggen und Kammseggen wachsen.Biotopsteckbrief: Biotop 5827-0013: Brunnwiesen Nach etwa 50 Metern erreicht der Pfersbach den Südwestrand von Holzhausen. Dort steht knapp 100 Meter östlich an der Ecke Siedlerweg und SW 19, auch Kaltenhof genannt, ein Tabernakelbildstock mit Pietà und Kreuzschlepper.Tabernakelbildstock (D-6-78-123-32), Bayerischer Denkmal-Atlas
mini|hochkant|Kreuzigungsgruppe auf dem Holzhausener Friedhof Parallel zur SW 19 zieht er nun am Westrand des Ortes entlang, betritt dann kurz die Ortschaft selbst und verschwindet bei der Webergasse sogleich verrohrt in den Untergrund. Etwa 60 Meter später taucht er wieder an der Oberfläche auf. Keine 50 Meter entfernt steht dort auf seiner rechten Seite das 1956 in Form eines Pilotprojekts für Unterfranken als Dorfgemeinschaftshaus errichtete Haus der BäuerinHaus der Bäuerin, Pfarreiengemeinschaft Marienbachtal auf dessen Vorplatz ein Wegkreuz aufgestellt wurde. Knapp 100 Meter nordnordöstlich steht die kath. Kuratiekirche St. Kilian, eine Chorturmkirche mit einem 1608 errichteten Turm sowie einem 1736 erbauten Langhaus.Kuratiekirche (D-6-78-123-22), Bayerischer Denkmal-Atlas
Der Bach fließt danach in Richtung Nordwesten wieder am Dorfrand entlang und unterquert nach knapp 300 Metern die SW 19, dort auch Am Weiher genannt. Auf seiner linken Seite steht am Straßenrand ein neugotischer Bildstock aus dem 19. Jh. mit Schutzmantelmadonna und ImmaculataBildstock (D-6-78-123-26), Bayerischer Denkmal-Atlas und auf der rechten ein Wegkreuz.Wegkreuz am Westrand von Holzhausen, OSM In einem auf der gleichen Seite ungefähr 200 Meter im Nordosten liegenden Friedhof steht ein sandsteineres Friedhofskreuz mit 3 Figuren einer Kreuzigungsgruppe aus dem 19. Jh.Friedhofskreuz (D-6-78-123-43), Bayerischer Denkmal-Atlas und direkt östlich daneben ein Gang mit 14 Kreuzwegstationen.Kreuzwegstationen, Commons Wikimedia Direkt oberhalb des Friedhofs liegt ein Gebüschkomplex mit vorwiegend Schlehen und Weißdorn sowie beigemischtem Liguster, Holunder und Hartriegel.Biotopsteckbrief: Biotop 827-0039 Gebüsch oberhalb des Friedhofs
Anschließend läuft er entlang der Grenze der beiden Naturräume Mainfränkische Platten und Wern-Lauer-Platten in der Flur GrundwiesenGrundwiesen, Uraufnahme (1808–1864) durch ein Tal, dessen linker Hang von quartären Löß- oder Lößlehmsedimenten geprägt wird, die fast ausschließlich mit Regosol- und Pelosolböden überlagert sind, und auf der anderen Seite steht Oberer Muschelkalk mit dichten, sparitischen, blaugrauen, gebankten bis plattigen und fossilienführenden Kalkgestein in Wechsellagerung mit grauen bis dunkelgrauen Tonmergelsteinlagen der Trochitenkalk- und Meißner-Formation der Mitteltrias an, über den sich fast ausschließlich Pararendzina gelegt hat.Digitale Geologische Karte 1:25.000 (dGK25)Übersichtsbodenkarte 1:25.000 Der gerade noch im Hesselbacher Waldland liegende rechte Hang ist von einem Eichenhainbuchenwald bedeckt, in dem Eichen und in einer jüngeren Baumschicht Hainbuchen und Feldahornbäume wachsen und in der dichten Strauchschicht aus Weißdorn und Haselnuss sind Holunder, Hartriegel und Heckenkirsche eingestreut. An den Wald schließt sich nördlich ein Steinbruch an. In dieser artenreichen Übergangszone vom Wald und seinen immer lichter werdenden Rändern zum fast vegetationslosen Steinbruch leben Reptilien, Kleinsäuger und Vögel wie etwa Neuntöter und Greife.Biotopsteckbrief: Biotop 5827-0037: Hangwaldrest an der Krummlesburg Er unterfließt eine kleine Brücke, über die der Radweg führtRadwege, Sport und Freizeit, läuft dann kurz am Südwestrand des Schotterwerks SteinbachSchotterwerks Steinbach, OSM entlang, an einem auf seiner rechten Seite liegenden kleinen Teich vorbei und unterquert dann die Zufahrtstraße zum Steinbruch. Einige Meter weiter fließt ihm auf der gleichen Seite der von Pfändhausen aus dem Nordosten kommende PfaffenlochgrabenBezeichnung nach dem Biotopsteckbrief unterirdisch verdolt zu. Am Westrand des Steinbruchs grenzt eine Weißdornhecke mit Eichen und Holunder sowie etwas Schlehe.Biotopsteckbrief: Biotop 5827-0007 Teilfläche 002: Hecken am Fuß der Hengstleite
mini|hochkant|Kruzifix „Am Pfersbach“, am Ortseingang von Pfersdorf mit dem Pfersbach im Mittelgrund Der Pfersbach läuft nun, begleitet von dichtem Gehölz, ostnordostwärts knapp 300 Meter an der Gemeindegrenze von Dittelbrunn zu Poppenhausen entlang, wo er auf seiner linken Seite von einem nur unbeständig wasserführenden, etwa 900 Meter langen und namenlosen Wassergraben gestärkt wird. Er wechselt dann nach Poppenhausen und betritt dabei die Gemarkung Pfersdorf. Auf seiner rechten Seite ist dort die Uferböschung am Fuße der HengstleiteHengstleite, Uraufnahme (1808–1864) von einer Hecke mit Schlehen und Holunder sowie ein wenig eingestreuten Rosen bewachsen.Biotopsteckbrief: Biotop 5827-0007 Teilfläche 001: Hecken am Fuß der Hengstleite Der Bach schlägt einen sanften Bogen und wendet sich dabei mehr und mehr nach Westen. Er zieht südlich des hohen Weinbergs durch die Flur Pfersbacher WeinbergPfersbacher Weinberg, Uraufnahme (1808–1864) und fließt dabei an einer auf seiner rechten Seite liegenden Hecke mit Schlehen und Holunder und dann an einem Feldgehölz mit Eichen und Wildkirsche in der Baumschicht sowie Haselnuss, Schlehen und Weißdorn in der Strauchschicht vorbei.Biotopsteckbrief: Biotop 5827-0006: Gehölzkomplex an der Hengstleite Er erreicht den Südostrand vom Pfersdorf, fließt dann südlich der Gasse Am Pfersbach westwärts am Südrand der Ortschaft entlang und unterquert die SW 19, die dort auch Wethhof genannt wird, wo ihn der Radweg, der ihn seit Holzhausen vor allem auf seiner rechten Seite begleitet hat, verlässt.Radweg, Sport und Freizeit Dort steht auf einem Sockel ein Kruzifix aus Sandstein.Wegkreuz (D-6-78-168-94), Bayerischer Denkmal-Atlas
Etwa 100 Meter bachabwärts mündet schließlich der zuletzt aus dem Osten kommende Pfersbach in der Flur Innere PfersbachInnere Pfersbach, Uraufnahme (1808–1864) auf einer Höhe von von links in die aus dem Norden heranziehende Wern. Sein ungefähr 3,2 Kilometer langer Lauf endet etwa 47 Höhenmeter unterhalb seiner Quelle, er hat somit ein mittleres Sohlgefälle von circa 15 ‰.
Einzugsgebiet Das Einzugsgebiet des Pfersbachs liegt im Naturraum Münnerstädter Hochfläche und wird durch ihn über die Wern, den Main und den Rhein zur Nordsee entwässert.
Es grenzt im Nordosten an das Einzugsgebiet des Talwassers, das über die Lauer und die Fränkische Saale in den Main entwässert; Osten an das des Marienbachs, der in den Main mündet; im Südosten an das des Maibachs, der in die Wern mündet; im Südwesten und Westen an das Einzugsgebiet der Wern direkt oder an das ihrer kleineren und namenlosen Zuflüsse und im Nordwesten an das des Augrabens, der ebenfalls in die Wern mündet.
Das Einzugsgebiet wird durch landschaftliche Nutzflächen dominiert, nur der Bereich östlich des zu Dittelbrunn gehörenden Pfändhausen ist bewaldet. Siedlungsgebiete sind Holzhausen im Quell- und Pfersdorf im Mündungsbereich sowie Pfändhausen im Nordosten des Einzugsgebiets.
Zuflüsse Heulohgraben (rechts), 1,1 km Pfaffenlochgraben (rechts), 2,4 km
Flusssystem Wern Fließgewässer im Flusssystem Wern
Weblinks Verlauf und Einzugsgebiet des Pfersbachs auf dem
Einzelnachweise
Kategorie:Fließgewässer im Landkreis Schweinfurt Kategorie:Poppenhausen (Unterfranken) Kategorie:Dittelbrunn