Bei der Präsidentschaftswahl in Südkorea 2025 am 3. Juni 2025 wurde der 21. Präsident der Republik Korea gewählt. Lee Jae-myung (Demokratische Partei) erhielt 49 % der Stimmen und gewann die Wahl. Er trat seine Präsidentschaft am 4. Juni 2025 an.
Sein Gegenkandidat Kim Moon-soo (Macht der Staatsbürger) erreichte 41 % der Wählerstimmen. Lee Jun-seok (Gaehyeok-sin-Partei) erhielt 8 % Zustimmung. Der Kandidat Kwon Young-guk (Minju-nodong-Partei) und der parteilose Bewerber Song Jin-ho erhielten jeweils weniger als 1 % der Stimmen.
Das reguläre Datum wäre nach dem Ablauf der Amtszeit des 20. Präsidenten, Yoon Suk-yeol, im März 2027 angesetzt gewesen, wurde jedoch infolge der Amtsenthebung des Präsidenten im Dezember 2024 vorgezogen. Der Wahltermin wurde von der Regierung am 8. April 2025 auf den 3. Juni 2025 festgelegt und als einmaliger Feiertag festgelegt. Die Wahl fand erstmals im Juni statt.
Ausgangslage
Der amtierende Präsident Yoon Suk-yeol verzeichnete seit Anfang 2024 aufgrund des anhaltenden Doktorstreiks, dem parlamentarischen Deadlock mit der mehrheitlichen Opposition, der antagonistischen Diplomatie gegenüber Nordkorea, unzureichender wirtschaftlicher Leistung, steigenden Wohnraumkosten, politischen Skandalen und der diplomatischen Wiederannäherung an Japan zunehmend sinkende Zustimmungswerte.
Bei der Parlamentswahl 2024 erzielte die Oppositionspartei eine absolute Mehrheit der Sitze, was zu einer Situation im Parlament führte, in der die Exekutive handlungsunfähig wurde. Die Demokratische Partei blockierte den Budgetplan für 2025, aufgrund Unstimmigkeiten über die Erhöhung des Militärbudgets. Der Präsident behauptete in der Nacht vom 3. zum 4. Dezember, dass Südkorea von „staatsfeindlichen Elementen“ bedroht wäre und bezeichnete das Parlament als einen „Bau von Kriminellen“ und übte infolgedessen am 4. Dezember unerwarteterweise die Verhängung des Kriegsrechts aus. Zuletzt wurde das Kriegsrecht vor 45 Jahren ausgerufen, eine Handlung die zu Protesten, der Reaktion durch das Militär und dem Gwangju-Massaker führte. Nicht zuletzt hatte das Militär mehrfach mithilfe des Kriegsrechts die Macht an sich gerissen. Die Szenen zeichneten ein Bild von Panzern und Militärhelikoptern auf den Straßen Seouls, das an die Zeit der 80er erinnert.
Außerhalb des Parlaments sammelten sich binnen einer Stunde tausende Demonstranten, die gegen die Ausrufung des Kriegsrechts protestieren. Das Parlament berief sich spontan ein und stimmte nur wenige Stunden nach dem Ereignis der Aufhebung des Kriegsrechts zu. Die Opposition leitete kurz darauf ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten ein, das beim wahrscheinlichen Erfolg Neuwahlen erfordern würde.
Die Wahlen wurden von zwei zentralen Themen dominiert - der schwächelnden Wirtschaft und der Reaktion auf Trumponomics, sowie der Bedrohung der Demokratie durch die Verhängung des Kriegsrechts durch den Präsidenten Yoon Suk-yeol.
Die Nationalversammlung hielt am 7. Dezember 2024 ihre erste Abstimmung über die Amtsenthebung des Präsidenten ab, es nahmen nur 195 der 300 Mitglieder teil. Damit wurde das Quorum nicht erreicht und die Abstimmung wurde für ungültig erklärt. Die Nationalversammlung suspendierte ihn am 14. Dezember 2024 mit 204 Stimmen und das Verfassungsgericht bestätigte am 4. April 2025 den parlamentarischen Antrag ihn des Amts zu entheben. Damit wurden die vorgezogenen Präsidentschaftswahlen bestätigt. Yoon wurde seitdem und bis zu den Wahlen kommissarisch von Premierminister Han Duck-soo und während dessen Suspendierung zeitweise von Finanzminister Choi Sang-mok vertreten. Gemäß Artikel 68 Abs. 2 der Verfassung der Republik Korea musste die Wahl des Nachfolgers spätestens 60 Tage nach der Vakanz des Präsidentenamtes abgehalten werden.Artikel 68 Absatz 2 der Verfassung der Republik Korea vom 29.10.1987, zuletzt geändert am 08.06.2018, zitiert nach: Korea Legislation Research Institute: Constitution of the Republic of Korea (englisch), Abruf: 01.06.2025. Die Neuwahlen wurden auf den 3. Juni 2025 angesetzt. Nachdem Han und Choi am 1. Mai 2025 von ihren eigentlichen Ämtern zurücktraten, vertrat Bildungsminister Lee Ju-ho beide bis zu den Neuwahlen in sämtlichen Ämtern. Anlässlich der Amtsenthebung Yoons fanden Großdemonstrationen statt. Während des Wahlkampfs trat der abgesetzte Präsident Yoon aus seiner Partei Macht der Staatsbürger aus. Der Labour-Rights-Index-Bericht setzte für 2024 einen Score von 83 / 100.
Wahlsystem
Wahlverfahren Der südkoreanische Präsident wird in direkter Wahl mit einfacher Mehrheit für eine einzige Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Er kann nicht wiedergewählt werden. Der Präsident ist das Staatsoberhaupt und leitet die Exekutive, er wird durch den Premierminister vertreten und beaufsichtigt diesen. Die Nationale Wahlkommission lädt relevante Informationen auf ihrer Internetseite hoch.
Wahlspenden Spenden für politische Parteien konnten ausschließlich von Einzelpersonen an die neutrale Nationale Wahlkommission (NEC) entrichtet werden, nicht direkt an Parteien oder Kandidaten. Dieser Mechanismus, der das Risiko von Korruption und direkter Einflussnahme durch Finanzmittel minimieren soll, erlaubte es Spendern (darunter auch Beamten und Privatschullehrern, die keiner Partei angehören dürfen), ab mindestens 10.000 Won pro Einzahlung und bis zu einer jährlichen Höchstgrenze von 100 Millionen Won (oder 5 % des Vorjahreseinkommens, je nachdem, welcher Betrag höher ist) Beiträge zu leisten. Die NEC fungierte als zentrale Sammelstelle und neutrale Mittlerinstanz, die die gesammelten Gelder (nach Abzug direkt entstandener Verwaltungskosten) vierteljährlich an die politischen Parteien ausschüttete. Diese Verteilung erfolgte nicht nach dem Wunsch des Spenders für eine spezifische Partei, sondern strikt nach einem gesetzlich festgelegten Schlüssel, der sich am staatlichen Parteienfinanzierungsmodell orientierte (basierend auf Grundanteil, Sitzzahl und Stimmenanteilen der Parteien). Zudem profitierten Spender von attraktiven Steuervorteilen, wie einer vollen Steuergutschrift bis zu 100.000 Won und anteiligen Abzügen für höhere Beträge.
Wahlkalender Der Zeitplan für diese Wahl war wie folgt:
4. April: Amtsenthebung des Präsidenten nach Bestätigung durch das Verfassungsgericht (Start des Wahlprozesses) Ab 4. April: Registrierung von Vor-Kandidaten. 4. April (Fr) bis 3. Juni (Di): Verbot von Aktivitäten, die die Wahl beeinflussen könnten (z. B. Berichterstattung über parlamentarische Aktivitäten, Handlungen von Leitern lokaler Gebietskörperschaften, die die Wahl beeinflussen). Bis 9. April (Mi): Bekanntgabe der Bevölkerungszahlen. Rücktritt von Amtsinhabern (z. B. Wahlkommissionsmitglieder, Reserveoffiziere, Nachbarschaftsräte), die Wahlfunktionäre werden möchten. Bis 14. April (Mo): Bekanntmachung der maximalen Wahlkampfkosten und der Versandmengen für Werbematerialien von Vor-Kandidaten. Bis 24. April (Do): Anmeldung von Auslandsabwesenden und Registrierung von Überseewählern. 30. April (Mi) bis 4. Mai (So): Erstellung der Listen für Auslandsabwesende und Überseewähler. 4. Mai (So): Festlegung der Überseewählerlisten. Rücktritt von Personen (außer Abgeordneten), für die Kandidaturverbote gelten. Ab 6. Mai (Di): Erstellung der Wählerlisten. 6. Mai (Di) bis 10. Mai (Sa): Meldung für Brief- und Schiffswahl sowie Erstellung der entsprechenden Wählerlisten. 10. Mai (Sa) bis 11. Mai (So): Offizielle Registrierung der Kandidaten (täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr). 11. Mai (So): Festlegung der Brief- und Schiffswählerlisten. 12. Mai (Mo): Beginn der Wahlperiode. 12. Mai (Mo) bis 2. Juni (Mo): Debatten und Diskussionsrunden, veranstaltet vom Wahlfunkausschuss. Bis 14. Mai (Mi): Einreichung des Wahlflugblatts. Bis 17. Mai (Sa): Einreichung des Wahlbulletins / Booklets. Bis 20. Mai (Di): Versand des Wahlbulletins im Broschürenformat (an jeden Haushalt). 20. Mai (Di) bis 25. Mai (So): Abstimmung in Überseewahllokalen (täglich von 8:00 bis 17:00 Uhr). Bis 21. Mai (Mi): Einreichung des Wahlflugblatts. 22. Mai (Do): Festlegung der Wählerlisten. Bis 24. Mai (Sa): Bekanntgabe der Bezeichnung und des Standorts der Wahllokale. Versand der Briefwahlstimmzettel (Wahlkampfbroschüre im Broschürenformat und Leitfaden zur Briefwahl beiliegend). Versand der Wahlbenachrichtigungen (Wahlflugblatt beiliegend). 26. Mai (Mo) bis 29. Mai (Do): Schiffswahl (Abstimmung an Bord von Schiffen). 29. Mai (Do) bis 30. Mai (Fr): Stimmabgabe in Vorwahllokalen (täglich von 6:00 bis 18:00 Uhr). Bis 29. Mai (Do): Bekanntgabe der Auszählungsorte. 3. Juni (Di): Abstimmung: Von 6:00 bis 20:00 Uhr. Auszählung der Stimmen: Unmittelbar nach Schließung der Abstimmung. Bis 23. Juni (Mo): Antrag auf Erstattung der Wahlkampfkosten. Bis 14. Juli (Mo): Einreichung der Rechnungslegungsberichte für politische Fonds usw. Bis 12. August (Di): Erstattung der Wahlkampfkosten.
Kandidaturen
Bis zum 11. Mai 2025 konnten Kandidaturen bei der Wahlkommission eingereicht werden. Insgesamt bewarben sich sieben Kandidaten.
Vorwahlen der Demokratischen Partei mini|hochkant|Lee Jae-myung (2021) Die Deobureo-minju-Partei nominierte am 27. April 2025 Lee Jae-myung zu ihrem Präsidentschaftskandidaten, wobei die Stimmen von Parteimitgliedern und Nichtmitgliedern zu gleichen Teilen gewichtet wurden. Bereits vor der Entscheidung hatten Kim Boo-kyum und Kim Doo-kwan ihre Kandidatur erwogen, aber letztlich zurückgezogen. Zur Abstimmung standen (Nominierungsergebnisse in Klammern): Kim Dong-yeon (3,3 %), Finanzminister 2017–2018 Kim Kyung-soo (6,9 %), Gouverneur von Gyeongsangnam-do 2018–2021 Lee Jae-myung (89,8 %), Oppositionsführer, Gouverneur von Gyeonggi-do 2018–2022
Die liberale Koreanische Wiederaufbaupartei (auch: Vaterländische Innovationspartei) erklärte anschließend, Lee zu unterstützen. Die linke Minjung-Partei verzichtete auf eine eigene Kandidatin, um Lee zu unterstützen.
Am 1. Mai 2025 hob der Oberste Gerichtshof einen Freispruch gegen Lee auf, bei dem ein Berufungsgericht eine Bewährungsstrafe Lees aufgehoben hatte. Das Berufungsgericht musste nun neu verhandeln, jedoch wurde nicht mit einer Verurteilung vor dem Wahltermin am 3. Juni 2025 gerechnet. Im Falle seiner Wahl genösse Lee dann bereits Immunität als Präsident. Die Bewährungsstrafe war wegen Falschbehauptungen Lees im Präsidentschaftswahl in Südkorea 2022 ergangen. Darüber hinaus spielte Lee eine zentrale Rolle in Korruptionsermittlungen.
Lee trug sich bei der Wahlbehörde am 10. Mai 2025 als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei ein.
Vorwahlen der Partei Macht der Staatsbürger mini|hochkant|Kim Moon-soo (2025) Die Gungminui-him ernannte am 3. Mai und erneut am 10. Mai 2025 Kim Moon-soo zu ihrem Präsidentschaftskandidaten. Frühzeitig schieden Oh Se-hoon, Won Hee-ryong und Yoon Sang-hjun aus dem Rennen aus. Zunächst gab es acht Kandidaturen, die am 22. April 2025 auf vier zu reduziert und am 3. Mai in einer Vorwahl entschieden wurden.
In der ersten Runde der parteiinternen Vorwahlen kandidierten: Ahn Cheol-soo, Parteivorsitzender der Volkspartei 2016–2018 u. 2020–2022 Han Dong-hoon (Gungminui-him), Parteivorsitzender bis 2024 Hong Joon-pyo, Gouverneur von Gyeongsangnam-do 2012–2017 u. Bürgermeister von Daegu 2022–2025 Kim Moon-soo, Arbeitsminister 2022–2025 Lee Cheol-woo, Gouverneur von Gyeongsangbuk-do Na Kyung-won, Fraktionsvorsitzende der Jayu-hanguk-Fraktion 2018–2019 Yang Hyang-ja, Abgeordneter Yoo Jeong-bok, Bürgermeister von Incheon
Für die zweite Runde wählte die Partei anhand von Umfragewerten aus: Ahn Cheol-soo Han Dong-hoon Hong Joon-pyo Kim Moon-soo
Für die dritte Runde reduzierte die Partei auf zwei Kandidaten, wobei zur Hälfte Umfragewerte und Stimmen der Parteimitglieder einbezogen wurden: Han Dong-hoon (43,5 %) Kim Moon-soo (56,5 %)