Mabel Jones (* ca. 1865; † 1923 in Northampton, Northamptonshire) war eine schottisch-britische Ärztin und Suffragette.

Leben Nach ihrer Ausbildung in London zog Jones Mitte 1897 von Hull zusammen mit ihrer Kommilitonin Helen Boyle nach Brighton, um als erste weibliche Allgemeinärzte der Stadt zu arbeiten. 1899 gründeten sie die Lewes Road Dispensary for Women and Children, eine Hausarztpraxis in Roundhill Crescent. 1908 zog Jones nach Glasgow.

Am 3. April 1914 brach die militante Suffragette Frances Gordon mit anderen in ein Herrenhaus in Lanarkshire ein, um es in Brand zu setzen. Der Anschlag misslang und Gordon wurde verhaftet, angeklagt und zu einem Jahr Haft verurteilt. Gordon wurde zur Verbüßung ihrer Haftstrafe ins Gefängnis von Perth überstellt. Sie trat dort in den Hungerstreik und wurde äußerst gewalttätig zwangsernährt. Sie wurde mit einer Nasensonde ernährt und bekam später dreimal täglich Injektionen in den Darm Am 3. Juli 1914 wurde Gordon stark geschwächt und krank nach dem sogenannten Cat and Mouse Act aus dem Gefängnis temporär entlassen und nach Glasgow gebracht. Dort wurde sie von Jones untersucht. Die Glasgow Evening Times berichtete über den Fall und zitierte aus dem medizinischen Gutachten, das Jones erstellt hatte:

Am 16. Juli 1914 stellten die Abgeordneten Hugh Cecil, John Pratt und Maurice Healy im Unterhaus Fragen zur Behandlung von Frances Gordon. Cecil fragte den damaligen Minister für Schottland, Thomas McKinnon Wood, ob er sich bei seiner Antwort ausschließlich von der Meinung des Gefängnisarztes, dessen Handeln infrage gestellt wird, leiten lasse oder ob er eine unabhängige Meinung eingeholt habe. Die Antwort war:

In ihrem Buch Martyrs in our Mydst bewertete die Historikerin Leah Leneman Jones’ Bericht:

Jones untersuchte und behandelte auch andere Suffragetten: Das Women's Library Archive besitzt ein gedrucktes Flugblatt über einen Besuch von Jones bei Emmeline Pankhurst in einer Zelle der Central Police Station im März 1914. Sie untersuchte auch die gynäkologischen Schäden, die durch die gewaltsame Anwendung der rektalen Ernährung bei Frances Parker entstanden waren und berichtete in den Rundbriefen der WSPU über weitere Fälle.

Es wird berichtet, dass Jones während des Ersten Weltkriegs entweder in Belgien arbeitete oder aber in Schottland belgische Verwundete versorgte. Sie wurde dafür mit der belgischen Koningin Elisabeth Medaille ausgezeichnet, die nach ihrem plötzlichen Tod bei ihrer Partnerin in Hove, Helen Boyle, verblieb.

Jones starb 1923 nach einem Sturz aus einem Zug in Northampton auf einer Fahrt zu einem Besuch bei ihrer Schwester in Bexhill.

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