Die Periodisierung der japanischen Geschichte (japanisch , Nihonshi jidai kubunhyō) orientiert sich an den innerjapanischen kulturellen und politischen Entwicklungen und Herrscherhäusern und stimmen nicht notwendigerweise mit westlichen Einteilungen überein.
Einzelne Begriffe und die Kriterien für die Perioden werden am Ende des Artikels erläutert.
Einteilung Epoche Periode EreignissePrähistorische Zeit ca. 7000–300 v. Chr.Jōmon benannt nach Keramikfunden mit Schnurmuster (jōmon) Entwicklung des Ackerbaus Einwanderung Altertum ca. 300 v. Chr. – 300 n. Chr. Yayoi Reis-Anbau Kleinstaaten Erwähnung in chinesischen Quellenca. 300–645 Kofun (Yamato) Hügelgräber (Kofun) Zentralisierung unter dem Yamato-Klan Zunehmender Einfluss der chinesischen Kultur Kontakte zu den drei koreanischen Reichen BronzeEnde 6. Jh. – 710Asuka Buddhismus Kaiserliche Residenzen in der Asuka-Region Taika-Reform Konfuzianisches Staatswesen chinesische Schrift 710–794 Nara Kaiserliche Residenz in Heijō-kyō (heutiges Nara) und Nagaoka-kyō Errichtung des Großen Buddha von Nara (751)794–1185Heian Verlegung der Hauptstadt nach Heian-kyō (heutiges Kyōto) Blüte der höfischen Kultur, vor allem Dichtkunst und Literatur Macht des Kaisers allmählich geschwächt Kriegerfamilien (bushi) etablierten sich 866–1160 Fujiwara-Zeit 1086–1156 Insei-Zeit Mittelalter 1185–1333 Kamakura Minamoto no Yoritomo gründet Militärregierung (Shogunat) mit Sitz in Kamakura Mongolenangriffe werden zurückgeschlagen (Kamikaze) Erneuerungsbewegungen im Buddhismus Beginn des Burgenbaus 1333–1392 Nord- und Südhof Schisma der Tennō-Dynastie 1338–1573 Muromachi Kemmu-Restauration scheitert Gründung neuen Shogunats mit Sitz in Muromachi, einem Stadtteil Kyōtos Auflösung der Zentralmacht 1477–1573 Zeit der streitenden Reiche rivalisierende Kriegsherren (Daimyō) kämpfen um die politische Vorherrschaft Neuzeit 1573–1600 Azuchi-Momoyama Militärische Wiedervereinigung Starker Einfluss der christlichen Mission Tabak und Feuerwaffen Korea-Feldzug (Imjin-Krieg) scheitert 1600–1867 Edo (Tokugawa) neue Militärregierung unter Führung der Tokugawa mit Sitz in Edo Weitgehend friedliche Epoche starke Zentralgewalt Bürokratisierung des Kriegerstandes Isolationspolitik ständische Gesellschaftsordnung (Shinōkōshō) langsamer Niedergang der Samurai Aufstieg der Städte Verfeinerung der Künste (Sadō, Bushidō, ukiyo-e, Kabuki) Moderne 1868–1912 Meiji politische Herrschaft unter Führung des Tennō mit Sitz in Tōkyō (früher Edo), Absetzung des letzten Shōgun Tokugawa Yoshinobu 1868 und Abschaffung der Han 1871
Öffnung gegenüber dem Westen rasante Modernisierung Erster Japanisch-Chinesischer Krieg 1894–1895 Russisch-Japanischer Krieg 1904–1905 Kolonisierung Koreas 1905–1945 1912–1926 Taishō liberale Epoche Erster Weltkrieg auf Seiten der Alliierten Übernahme der deutschen Kolonien in China nach dem Vertrag von Versailles Großes Kantō-Erdbeben 1923 1926–1989 Shōwa Imperialismus
Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg/Pazifikkrieg auf Seiten der Achsenmächte 1937–1945 Demokratisierung Wirtschaftsaufschwung 1945–1952 Besatzungszeit eingeschränkte Souveränität Japans Friedensvertrag von San Francisco Gegenwart 1989–2019 Heisei Platzen der Bubble Economy Bankenkrise Deflation langsame Revitalisierung der Wirtschaft Dreifachkatastrophe aus Tōhoku-Erdbeben, dem darauf folgenden Tsunami und der Nuklearkatastrophe von Fukushima seit 2019 ReiwaCOVID-19-Pandemie
Methodik Archäologische Einteilung Die Japanische Altsteinzeit und die Jōmon-Zeit in der archäologischen Periodisierung entsprechen in der geschichtlichen Einteilung der Urzeit (, genshi); die Yayoi-Zeit bis zum Ende der Heian-Zeit entsprechen in Japan dem Altertum (, kodai). Jōmon und Yayoi sind Bezeichnungen für Keramiken, ein Kofun ist ein Hügelgrab.
Hauptstädte Von der Asuka- bis zur Edo-Zeit richtet sich die Einteilung nach der jeweiligen Hauptstadt. Manchmal findet sich auch stattdessen der Name des als Shogun regierenden Klans, so wird die Edo-Zeit auch als Tokugawa-Zeit bezeichnet.
Regierungsdevisen Ab der Meiji-Zeit entsprechen die Ära-Namen der vom Kaiser gewählten Regierungsdevise.
Zwischenperioden Die Sengoku-Zeit ist nach der gleichlautenden chinesischen Epoche benannt, die jedoch in China einen älteren Zeitabschnitt bezeichnet.
Siehe auch Japanische Zeitrechnung
Literatur Kiyoshi Inoue: Geschichte Japans. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-593-34845-4.
Weblinks Japanische Geschichtsperioden. In: Website des Instituts für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens
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