Als Reichstag zu Worms 1173 wird ein Aufenthalt Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) Ende November und Anfang Dezember 1173 in Worms bezeichnet.So: Seibert. Durch Urkunden ist der Aufenthalt des Kaisers in Worms zwischen dem 29. NovemberEine Reihe von Urkunden sind auf diesen Tag datiert. In: Regesta imperii online; abgerufen am 2. April 2025. und dem 3. Dezember 1173Eine Urkunde des Kaisers, die er in Worms ausstellte, ist auf diesen Tag datiert: RI IV,2,3 n. 2047. Bei einer zweiten Urkunde, die er in Worms ausstellte, ist das Jahr nicht angegeben und die Angabe „1173“ nur eine Vermutung (RIplus URH 1 n. 415). Beide Urkunden in Regesta Imperii online; abgerufen am 2. April 2025. belegt. Eine Reichsversammlung war das aber nicht.

Kontext In dieser Phase der Regierung Friedrich I. tobte eine heftige Auseinandersetzung zwischen dem Kaiser einerseits sowie Papst Alexander III. und den lombardischen Städtebund auf der anderen Seite. Bereits auf der Reichsversammlung in Worms im März 1172 war ein Italienzug beschlossen worden, der 1174 dann stattfand. In den Zeugnissen zu der „Reichsversammlung“ im November/Dezember 1173 ist davon aber nicht die Rede.

Der Kaiser hielt sich, unmittelbar bevor er nach Worms kam, in Würzburg auf, von wo er noch am 21. November 1173 an seine Schwester Berta schrieb.RI IV,2,3 n. D2041. In: Regesta Imperii online; abgerufen am 2. April 2025. Das Weihnachtsfest verbrachte er dann in Erfurt.RI IV,2,3 n. 2049. In: Regesta Imperii online; abgerufen am 2. April 2025.

Teilnehmer Aus der Zeugenlisten der in diesen Tagen in Worms ausgestellten Urkunden ergibt sich die Anwesenheit mindestens folgender PersonenDer überwiegende Teil der Genannten ergibt sich aus der Zeugenliste der Urkunde RI IV,2,3 n. 2043. In: Regesta Imperii online; abgerufen am 2. April 2025. Die Angaben, die aus anderen Dokumenten stammen, sind einzeln belegt. neben dem Kaiser:

Inhalt Keines der erhaltenen Zeugnisse dieses kaiserlichen Aufenthalts in Worms, der in der Literatur auch als „Reichsversammlung“Die begriffliche Unterscheidung zwischen Hof- und Reichstagen sowie Reichsversammlungen oder Synoden war im Mittelalter noch nicht ausgeprägt. Diese Versammlungen waren alle Treffen der Herrscher mit führenden Trägern politischer Macht im Reich. gewertet wirdSo: Seibert., benennt das auch als solche. Reichs- oder außenpolitisch Relevantes bezeugt keine der erhaltenen Quellen. Vielmehr handelt es sich zum einen um die Stiftung eines Jahresgedächtnisses durch den kaiserlichen Kaplan Hartwig in den Kirchen St. Peter, St. Cyriacus in Neuhausen, St. Marien, St. Paul, St. Andreas und St. Martin in und bei Worms. Entsprechend zahlreich sind Wormser in der respektiven Zeugenliste vertreten. Zum anderen wird beurkundet, dass Erzbischof Philipp von Köln mit Abt Stephan von Otterberg Güter tauscht. Da diese anreisen mussten, ist die Zeugenliste in deren Urkunde sehr viel kürzer.

Damit sind die Quellen über diese „Reichsversammlung“ aber auch schon erschöpft und es bleibt damit doch sehr fraglich, ob eine solche überhaupt stattfand oder Ende November und Anfang Dezember 1173 in Worms nicht einige führende Personen des Reiches den Kaiser in Worms trafen, weil sie formale Beurkundungen in wichtigen Rechtsgeschäften benötigten.

Siehe auch Liste der Reichsversammlungen in Worms

Literatur Hubertus Seibert: Worms, Reichstage und Synoden. In: Lexikon des Mittelalters Band 9. LexMA Verlag, München 1998, ISBN 3-89659-909-7, Sp. 334–336 (335).

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:1173 Kategorie:Geschichte (Worms) Kategorie:Deutsche Geschichte (12. Jahrhundert)