Leißling ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt Weißenfels im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Geografie Leißling liegt südwestlich von Weißenfels am rechten Ufer der Saale.

Geschichte Die Gemeinde wurde im Jahr 1232 erstmals urkundlich erwähnt. Am 1. September 2010 wurde der Ort in die Stadt Weißenfels eingemeindet.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010

Religion Nach Tod von Georg dem Bärtigen wurden die Bevölkerung und die Kirche von Leißling, die damals zum Bistum Naumburg gehörten, durch die von Heinrich dem Frommen durchgeführte Reformation evangelisch-lutherisch.

Evangelisch-lutherische Kirche mini|St.-Marien-Kirche Die Kirchengemeinde Leißling mit ihrer Marienkirche gehört zum Kirchenkreis Merseburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Römisch-katholische Kapelle Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen durch die Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa Katholiken in größerer Zahl nach Leißling und die umliegenden Ortschaften, sie gehörten zunächst zur Pfarrei Weißenfels. 1957 wurde in Leißling eine Kapelle eingerichtet und 1963 eine katholische Gemeinde gegründet, die als Kuratie zur Pfarrei Weißenfels gehörte.Rudolf Joppen: Das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg. Band 32, Teil 12, Geschichte und Rechtsstellung von der Gründung der DDR bis zur Ernennung des Apostolischen Administrators. St. Benno Verlag, Leipzig 1989, S. 156–160. 1973 wurde die Kuratie aufgehoben und die Kapelle wieder aufgegeben. Franz Reuß (1935–2013), der von 1963 bis 1973 Kuratus von Leißling war, wurde versetzt.Er war bei den Menschen. Bistum Magdeburg, Presse-Archiv 2013, abgerufen am 1. November 2023. Die katholischen Gottesdienste in Leißling fanden danach durch Geistliche aus Weißenfels in der evangelischen Marienkirche statt, die Katholiken in Leißling gehören seitdem wieder zur Pfarrei Weißenfels.

Politik Die bis zu ihrer Zwangseingemeindung im Jahr 2010 selbständige Gemeinde Leißling ist eine Ortschaft der Stadt Weißenfels im Sinne des § 86 GO LSA. Sie verfügt damit über einen Ortschaftsrat und einen Ortsbürgermeister.

Ortschaftsrat

Der Ortschaftsrat besteht aus sieben gewählten Mitgliedern. Der Ortsbürgermeister gehört dem Ortschaftsrat ex officio an und hat den Vorsitz inne.

Ortschaftsrat Leißling WahlvorschlagSitze20242014 BfL Bürger für Leißling 6 3EBEinzelbewerber1– 30px CDU – 3 30px Die Linke – 1

Ortsbürgermeister Ortsbürgermeister ist seit der Zwangseingemeindung 2010 Bernd Ringmayer (CDU). Er gehört ebenfalls dem Stadtrat der Stadt Weißenfels an und ist dort Mitglied der CDU-Fraktion.

Wappen Das Wappen wurde am 7. März 1995 durch das Regierungspräsidium Halle genehmigt.

Partnerschaft Eine Partnerschaft besteht mit der Gemeinde Carlsberg aus Rheinland-Pfalz.

Sehenswürdigkeiten und Tourismus mini|Wegweiser am Saale-Radweg Sehenswürdigkeiten Die Marienkirche im Ort ist eine barocke Bilderkirche. Sie wurde 1716 geweiht.

Gedenkstätten Kriegerdenkmal in Erinnerung an die Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 Gedenkstein Am Marktweg (zu DDR-Zeiten Otto-Müller-Straße) zur Erinnerung an den kommunistischen Arbeitersportler Otto Müller, der zu Zuchthaus verurteilt wurde und im Strafbataillon 999 ums Leben kam Gedenktafel auf dem Karl-Marx-Platz 2 am Geburtshaus des kommunistischen Jugendfunktionärs Fritz Schellbach, der 1944 in einem NS-Straflager ums Leben kam.

Tourismus Der Saale-Radweg führt am Ort entlang.

An der Naumburger Landstraße befindet sich das Hotel-Restaurant Schöne Aussicht.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke GmbH & Co. KG Wirtschaft Leißling ist bekannt für seine Mineralbrunnen, aus denen durch die Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke GmbH & Co. KG Leißlinger Mineralwasser gewonnen wird. In Leißling befindet sich außerdem der größte Einkaufspark der Region, das Einkaufszentrum „Schöne Aussicht“.

Verkehr mini|Öblitzschleuse zwischen Schönburg und Leißling, im Hintergrund Schloss Goseck mini|Die Fußgängerbrücke in Leißling seit Dezember 2016 In unmittelbarer Nähe des Ortsgebietes verläuft die Bundesstraße 87 von Weißenfels nach Naumburg.

Leißling ist Haltepunkt und liegt an der 1846 eröffneten Thüringer Bahn.Hier halten folgende LinienS6 Naumburg - Leipzig betrieben von DB Regio Südost und RB 25 Saalfeld/Saale-Jena-Halle/Saalebetrieben werden sie von Abellio Rail Mitteldeutschland.

Die Oeblitzschleuse zwischen Schönburg und Leißling ist die oberste Saaleschleuse.

Seit 3. Dezember 2016 verbindet Leißling mit Lobitzsch eine Hängebrücke anstelle einer 2013 aus Kostengründen aufgegebenen Fährverbindung. Dieser jüngeren Historie Rechnung tragend wird sie von offizieller Stelle als Fährbrücke bezeichnet.

Sport Der ansässige Fußballverein SG Fortuna Leißling wurde 1930 erstmals im Weissenfelser Tageblatt erwähnt. Gespielt wird auf dem Sportplatz Klosterwiese. In Leißling gab es in der Vergangenheit noch weitere Sportvereine: einen Radsport-, einen Kegel- und einen Turnverein, auch Akrobatengruppen waren im Ort aktiv.

Persönlichkeiten Edmund Heyneck (1868–unbekannt), Musiker

Literatur Alexander Broich: Ortsfamilienbuch für Leißling und Rödgen. Weißenthurm: Cardamina 2016; ISBN 978-3-86424-291-5

Weblinks

Website der ehemaligen Gemeinde Leißling Leißling auf weissenfels.de

Einzelnachweise

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