Die Perth Wildcats sind eine professionelle Basketball-Mannschaft der australasischen National Basketball League (NBL) aus der im australischen Bundesstaat Western Australia gelegenen Stadt Perth. Das 1982 gegründete Team, agierte von 1982 bis 1983 unter der Bezeichnung Westate Wildcats und nahm dann die aktuelle Bezeichnung ein. Die Wildcats sind mit zehn Titeln Rekordmeister der NBL.

Geschichte Die 1980er Jahre Nachdem im Jahre 1979 die National Basketball League in Australien gegründet worden war, erhielt drei Jahre später auch Western Australia ein Team. Die 1982 als Westate Wildcats gegründeten Wildcats waren das erste und bisher einzige westaustralische Team, das in der NBL antrat. Erster Trainer war Henry Daigle, und der Großteil des ersten Kaders bestand aus Spielern der East Perth Eagles, Stirling Senators und Perth Redbacks, angeführt von Kapitän Mike Ellis. Sie trugen ihre Heimspiele im Perry Lakes Basketball Stadium aus und beendeten die Saison 1982 mit einer Bilanz von 10 Siegen und 16 Niederlagen auf dem zehnten Platz. Nachdem in der folgenden Saison 1983 Gordon Ellis das Traineramt übernommen hatte, belegte das Team mit einer Bilanz von 6 Siegen und 16 Niederlagen den 13. Platz.

In der Saison 1984 wurde das Team in Perth Wildcats umbenannt, doch unter Trainer Lynn Massey blieb der Erfolg aus. Die Mannschaft beendete die Saison mit nur drei Siegen auf dem letzten Platz. Zur Saison 1985 übernahm Jay Brehmer das Team. Brehmer und die ausländischen Spieler Dan Clausen und Roland Brooks wollten die Wildcats erstmals in die Playoffs führen. Mit einer Bilanz von 13 Siegen und 13 Niederlagen verpassten sie die Playoffs jedoch knapp und belegten den achten Platz. Im Jahr 1986 kaufte der Geschäftsmann Bob Williams aus Perth die Wildcats. In dieser Saison erlitten die Wildcats einen schweren Rückschlag, als Brooks sich nach nur zehn Spielen eine schwere Verletzung zuzog und die Saison vorzeitig beenden musste. Ohne ihren Starspieler konnten die Wildcats nicht mehr mithalten und beendeten die Saison mit einer Bilanz von 8 Siegen und 18 Niederlagen auf dem zwölften Platz.

Im Jahr 1987 gab es zahlreiche Veränderungen. Die bedeutendste war der Umzug der Mannschaft aus dem engen Perry Lakes Stadium in den Superdrome. Während das Perry Lakes Stadium lediglich 800 Zuschauern Platz bot, fasste der Superdrome 5000 Personen. Ebenfalls 1987 – weiterhin unter der Führung von Kapitän Mike Ellis – nahmen die Perth Wildcats Spieler in ihren Kader auf, die später zu bekannten Größen werden sollten, darunter Kendal Pinder, James Crawford, Cal Bruton (Spielertrainer), Alan Black, Eric Watterson und Trevor Torrance. Die neuen Talente zahlten sich für die Wildcats sofort aus, da das Team erstmals die Play-offs erreichte. In den ersten beiden Runden der Play-offs besiegten die Wildcats die Canberra Cannons sowie den Tabellenersten der regulären Saison, die Adelaide 36ers, und erreichten so die Finalserie gegen die Brisbane Bullets. Der in jener Saison eingeführte Spielstil – „Run, stun and have some fun“ (Laufen, Überrumpeln, Spaß haben) – hatte bis zur Finalserie wahre Wunder gewirkt. Die Serie war ein Traum für die Veranstalter: Ostküste gegen Westküste, solide spielerische Grundlagen gegen „Run-and-Gun“-Basketball, zukünftige Hall-of-Fame-Mitglieder auf beiden Seiten des Spielfelds und zwei Trainer, die sich nicht ausstehen konnten (Brian Kerle gegen Cal Bruton). Im ersten Spiel der Best-of-Three-Serie besiegten die Bullets die Wildcats vor ausverkauftem Haus in Perth mit nur einem Punkt Vorsprung, bevor sie sich wenige Tage später in Brisbane mit einem Sieg im zweiten Spiel die Meisterschaft sicherten.

Sowohl 1988 als auch 1989 kam es im Halbfinale zu Niederlagen gegen die North Melbourne Giants.

Die 1990er Jahre Im Jahr 1990 wurde der Geschäftsmann Kerry Stokes aus Westaustralien Miteigentümer des Franchise und beschloss, den Spielort in das Perth Entertainment Centre zu verlegen, das über 8000 Plätze verfügte. Nachdem Cal Bruton seine Spielerkarriere nach der Saison 1989 beendet hatte, übernahm er 1990 das Amt des General Managers bei den Wildcats. In dem Bestreben, die erste NBL-Meisterschaft für das Team zu gewinnen, startete Bruton in der spielfreien Zeit eine aktive Rekrutierungsoffensive. Diese führte zur Verpflichtung von Ricky „Amazing“ Grace, der regelmäßig als der beste Spieler in der Geschichte der Wildcats bezeichnet wird. Gemeinsam mit Mike Ellis bildete Grace ein dominantes Backcourt-Duo. Die Saison 1990 begann turbulent, als Trainer Alan Black nach nur zwei Spielen unter umstrittenen Umständen entlassen und durch Cal Bruton ersetzt wurde. Trotz des holprigen Saisonstarts fingen sich die Wildcats und belegten am Ende mit einer Bilanz von 17 Siegen und 9 Niederlagen den fünften Platz. Als Außenseiter in die Endrunde gestartet, besiegten die Wildcats die Melbourne Tigers in der ersten Play-off Runde glatt mit zwei Siegen in Folge und revanchierten sich im Halbfinale mit einem 2:1-Erfolg gegen die North Melbourne Giants. In ihrer zweiten Finalteilnahme der Franchisegeschichte trafen sie erneut auf die Brisbane Bullets. Zehntausende Menschen in ganz Westaustralien verfolgten die Live-Übertragung, in der die Wildcats im ersten Spiel der Finalserie vor ausverkauftem Haus im Perth Entertainment Centre einen 112:106-Sieg errangen. Brisbane glich die Serie zum 1:1 aus, nachdem das Team das zweite Spiel zu Hause überzeugend mit 106:90 gewonnen hatte. Im entscheidenden Spiel, das wenige Tage später ebenfalls in Brisbane stattfand, setzten sich die Wildcats im dritten Viertel deutlich ab und gingen mit einem Vorsprung von 20 Punkten in den Schlussabschnitt. Sie fuhren einen souveränen 109:86-Sieg ein und sicherten sich damit ihre erste NBL-Meisterschaft. Für seine herausragende Leistung in der Serie wurde Grace als MVP des Finales ausgezeichnet. Über die drei Spiele hinweg erzielte Grace durchschnittlich 24,7 Punkte pro Partie.

Unter kontroversen Umständen wurde Cal Bruton trotz des Meisterschaftsgewinns der Wildcats im Folgejahr nicht als Trainer weiterbeschäftigt. Sein Nachfolger wurde Murray Arnold, ein ehemaliger Assistenztrainer der Chicago Bulls. Arnolds Spielstil war defensiv ausgerichtet, was einen deutlichen Unterschied zum zuvor unter Bruton praktizierten, offensiv ausgerichteten und unterhaltsamen Spielstil darstellte. Im Bestreben, die Meisterschaft zu verteidigen, verstärkten die Wildcats ihren Kader in der Saisonpause erheblich mit der Verpflichtung der späteren Basketballlegende Andrew Vlahov und Peter Hansen, einem US-Amerikaner, der über Venezuela, Spanien und die Perry Lakes Hawks nach Melbourne gekommen war. Arnolds Wildcats beendeten die reguläre Saison als Tabellenerster mit einer Bilanz von 22 Siegen und 4 Niederlagen. Im Play-off-Halbfinale setzten sie sich mühelos gegen die Adelaide 36ers durch und trafen im Finale auf die hoch eingeschätzten Eastside Spectres. Die Wildcats hatten die einmalige Chance zwei Titel in Folge zu gewinnen – ein Kunststück, das bis zu diesem Zeitpunkt in der Geschichte der NBL nur zwei anderen Teams gelungen war. Alles schien auf Kurs zu liegen, als die Wildcats die Spectres im ersten Spiel in Melbourne mit 26 Punkten Vorsprung (109:83) besiegten. In Perth herrschte eine euphorische Stimmung und beim zweiten Spiel vor heimischem Publikum erwartete die Wildcats erneut eine ausverkaufte Halle. Doch die Spectres, die mit dem Rücken zur Wand standen, bewiesen großen Kampfgeist und überraschten die Favoriten mit einem Sieg mit fünf Punkten Vorsprung (86:81). Dennoch triumphierten die Wildcats vor dem begeisterten Publikum in Perth im entscheidenden dritten Spiel mit 10 Punkten Vorsprung (90:80) und wurden damit das dritte Team in der Geschichte, das zwei NBL-Meisterschaften in Folge gewann. Hansen wurde zum MVP der Finalserie ernannt, nachdem er in den drei Spielen durchschnittlich 17,3 Punkte erzielt hatte.

Nach einem schwächeren Jahr 1992, das mit einer Niederlage im Viertelfinale endete, kam es vor der Saison 1993 zu drei bedeutenden personellen Veränderungen: Vereinslegende und Kapitän Mike Ellis beendete nach zwölf Spielzeiten seine Karriere, Adrian Hurley übernahm als neuer Cheftrainer das Amt von Murray Arnold und schließlich gelang es den Wildcats, den zweifachen Liga-MVP Scott Fisher zu verpflichten. Unter der Führung des neuen Kapitäns Andrew Vlahov setzten die Wildcats ihren sportlichen Erfolg fort. Sie beendeten die reguläre Saison als Tabellenerster und zogen erneut in die Finalserie ein – diesmal gegen die Melbourne Tigers. Diese Serie gilt oft als die beste Finalserie in der Geschichte der Liga. Nachdem die ersten beiden Spiele jeweils einmal von beiden Teams gewonnen worden waren, entschied sich die Meisterschaft erst in den letzten Sekunden des dritten Spiels, als Vlahov kurz vor Schluss einen Dreier zum möglichen Ausgleich vergab. Obwohl er im Verliererteam stand, wurde Ricky Grace zum MVP der Serie ernannt, nachdem er in den drei Spielen einen Durchschnitt von 22,3 Punkten erzielt hatte.

Nach einer enttäuschenden Saison 1994 wollten die Wildcats einen reinen Distanzschützen verpflichten, um das gegnerische Defensivspiel in die Breite zu ziehen und im Low-Post mehr Raum für Spieler wie Scott Fisher, James Crawford und Andrew Vlahov zu schaffen. Für diese Rolle wurde Anthony Stewart von den Hobart Tassie Devils unter Vertrag genommen. Im Backcourt spielten neben Stewart auch Ricky Grace und Aaron Trahair, während Martin Cattalini die von Trainer Adrian Hurley genutzte Acht-Mann-Rotation komplettierte. mini|rechts|Die Meistermannschaft von 1995 Unter Trainer Hurley gewann das Team in der Saison 1995 die sogenannte „Triple Crown“ – sie siegten im Vorbereitungsturnier, belegten nach der regulären Saison den ersten Platz und gewannen schließlich die Meisterschaft. Nach Siegen über die Melbourne Tigers im Viertelfinale und die Adelaide 36ers im Halbfinale zogen die Wildcats in ihr fünftes Finale innerhalb von neun Jahren ein. In einer dramatischen Finalserie gegen die North Melbourne Giants gewannen beide Teams jeweils ein Auswärtsspiel, sodass es vor dem entscheidenden dritten Spiel unentschieden stand. Im dritten Spiel dominierten die Wildcats die Giants und sicherten sich mit einem souveränen 108:88-Sieg ihren dritten Titel. Kapitän Andrew Vlahov wurde zum MVP der Finalserie ernannt, nachdem er in den drei Spielen durchschnittlich 24 Punkte erzielt hatte. Durch den Meisterschaftsgewinn qualifizierten sich die Wildcats für die Teilnahme an der McDonald’s Championship in London, einem internationalen Turnier mit den besten Vereinsmannschaften der Welt. Im ersten Turnierspiel unterlagen die Wildcats den Houston Rockets mit 72:116, konnten jedoch im zweiten Spiel Real Madrid mit 93:86 besiegen.