Das Oberlandesgericht Frankfurt (Oder) war von 1815 bis 1849 ein preußisches Oberlandesgericht mit Sitz in Frankfurt (Oder).

Geschichte Die Gerichte im Königreich Preußen hatten im HRR historisch gewachsene Aufgaben, Zuschnitte und Bezeichnungen. Im Rahmen der Preußischen Reformen versuchte man, eine einheitliche Systematik einzurichten und begann damit bei den Mittelgerichten. Die Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzial-Polizei- u. Finanz-Behörden vom 26. Dezember 1808PrGS 1808 S. 464 (§ 53) bestimmte, dass die unter verschiedenen Bezeichnungen wie Oberamtsregierung oder Hofgericht firmierenden obersten Gerichte jedes Landesteils künftig Ober-Landesgericht heißen sollten. Nach der Restrukturierung des Staatsterritoriums 1815 sollte jeder Regierungsbezirk zugleich das Departement (= Zuständigkeitsbereich) eines Oberlandesgerichts bilden.Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbehörden vom 30. April 1815 (PrGS S. 85, 98)

Für die Neumark bestand die Neumärkische Regierung in Küstrin als Mittelgericht, welche ab 1808 als Oberlandesgericht bezeichnet wurde. Erst 1815 wurde diese aufgehoben und das Oberlandesgericht Frankfurt (Oder) gebildet.Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Teil II Sonderverwaltungen der Übergangszeit 1806–1815, Zentralbehörden ab 1808, Preußische Parlamente 1847–1933, Preußische Armee (bis 1866/1867), Provinzialüberlieferungen, Provinzial- und Lokalbehörden, Nichtstaatliche Provenienzen u. Archivische Sammlungen · Teil 2, 2014, S. 346, Digitalisat.

Das Oberlandesgericht Frankfurt (Oder) war für den Regierungsbezirk Frankfurt zuständig.

Nach der Märzrevolution wurden die Patrimonialgerichte abgeschafft und die Oberlandesgerichte durch Appellationsgerichte ersetzt. In Frankfurt (Oder) entstand 1849 so das Appellationsgericht Frankfurt a. d. Oder.

Untergerichte Diese nachgeordneten Gerichte waren anfangs:

Gericht Art Sitz Anmerkungen Land- und Stadtgericht Frankfurt 1. Klasse Frankfurt (Oder) 1848 wurde das Stadtgericht Müncheberg dem Land- und Stadtgericht Frankfurt eingegliedert Land- und Stadtgericht Landsberg an der Warthe 1. Klasse Landsberg an der Warthe Land- und Stadtgericht Crossen 1. Klasse Crossen Stadtgericht Friedeberg 1. Klasse Friedeberg Land- und Stadtgericht Sonnenburg 2. Klasse Sonnenburg Land- und Stadtgericht Sorau 2. Klasse Sorau Land- und Stadtgericht Cüstrin 2. Klasse Küstrin Stadtgericht Arnswalde Arnswalde später umgewandelt in das Land- und Stadtgericht Arnswalde, 1848 wurde ein Patrimonialgericht dem Land- und Stadtgericht Arnswalde eingegliedert und es wurde damit zu einem Gericht 1. Klasse.Justiz-Ministerialblatt für die preußische Gesetzgebung und Rechtspflege, Band 10, 1848, S. 64, Digitalisat. Stadtgericht Baerwalde Baerwalde Stadtgericht Beeskow Beeskow Stadtgericht Berlinchen Berlinchen Stadtgericht Calau Calau später umgewandelt in das Land- und Stadtgericht Calau, 1848 wurde das Land- und Stadtgericht Calau dem Land- und Stadtgericht Finsterwalde eingegliedert Stadtgericht Cottbus Cottbus Stadtgericht Deinsen Deinsen Stadtgericht Drossen Drossen Stadtgericht Fürstenberg Fürstenberg Stadtgericht Fürstenwalde Fürstenwalde Stadtgericht Guben Guben Stadtgericht Hoyerswerda Hoyerswerda später umgewandelt in das Land- und Stadtgericht Hoyerswerda, 1848 wurde das Land- und Stadtgericht Hoyerswerda in eine Gerichtskommission des Land- und Stadtgerichts Cottbus umgewandelt Stadtgericht Kirchhayn Kirchhayn später umgewandelt in das Land- und Stadtgericht Kirchhayn, 1848 wurde das Land- und Stadtgericht Kirchhayn dem Land- und Stadtgericht Finsterwalde eingegliedert Stadtgericht Königsberg Königsberg Stadtgericht Lippehne Lippehne Stadtgericht Luckau Luckau Stadtgericht Lübben Lübben Stadtgericht Müllrose Müllrose Stadtgericht Müncheberg Müncheberg 1848 wurde das Stadtgericht Müncheberg dem Land- und Stadtgericht Frankfurt eingegliedert Stadtgericht Neudamm Neudamm Stadtgericht Peitz Peitz Stadtgericht Reetz Reetz Stadtgericht Reppen Reppen Stadtgericht Schönfließ Schönfließ Stadtgericht Schwiebus Schwiebus später umgewandelt in das Land- und Stadtgericht Schwiebus, 1848 wurde das Land- und Stadtgericht Schwiebus in eine Gerichtskommission des Land- und Stadtgerichts Crossen umgewandelt Stadtgericht Seelow Seelow 1848 wurde das Stadtgericht Seelow dem Land- und Stadtgericht Cüstrin eingegliedert und in Seelow eine Gerichtskommission eingerichtet Stadtgericht Soldin Soldin Stadtgericht Goren Gosen Stadtgericht Spremberg Spremberg später umgewandelt in das Land- und Stadtgericht Spremberg, 1848 wurde das Land- und Stadtgericht Spremberg in eine Gerichtskommission des Land- und Stadtgerichts Cottbus umgewandelt Stadtgericht Triebel Triebel Stadtgericht Woldenberg Woldenberg 1848 wurde das Stadtgericht Woldenberg dem Land- und Stadtgerichts Driesen angeschlossen Stadtgericht Zielenzig Zielenzig Stadtgericht Züllichau Züllichau später umgewandelt in das Land- und Stadtgericht Züllichau, 1848 wurde das Land- und Stadtgericht Züllichau in das Land- und Stadtgerichts Crossen eingegliedert Justizamt Beeskow Beeskow Justizamt Bernstein Bernstein Justizamt Biegen Biegen Justizamt Carzig Carzig Justizamt Pyrehne Pyrehne Justizamt Cössenblath Cössenblath Justizamt Trebatsch Trebatsch Justizamt Cottbus Cottbus Justizamt Friedrichsaue Friedrichsaue 1848 wurde das Justizamt Friedrichsaue dem Land- und Stadtgericht Cüstrin eingegliedert Justizamt Sachsendorf Sachsendorf 1848 wurde das Justizamt Sachsendorf dem Land- und Stadtgericht Cüstrin eingegliedert Justizamt Wollup Wollup 1848 wurde das Justizamt Wollup dem Land- und Stadtgericht Cüstrin eingegliedert Justizamt Dobrilugk Dobrilugk später umgewandelt in das Land- und Stadtgericht Dobrilugk, 1848 wurde das Land- und Stadtgericht Dobrilugk dem Land- und Stadtgericht Finsterwalde eingegliedert Justizamt Driesen Driesen Justizamt Finsterwalde Finsterwalde Justizamt Friedland Friedland Justizamt Schenkendorff Schenkendorf Justizamt Fürstenwalde Fürstenwalde Justizamt Görlsdorff Görlsdorf Justizamt Grüneberg Grüneberg Justizamt Guben Guben Justizamt Hoyerswerda Hoyerswerda später eingegliedert in das Land- und Stadtgericht Hoyerswerda Justizamt Lagow Lagow Justizamt Burschen Burschen Justizamt Lübben Lübben Justizamt Marienwalde Woldenberg 1848 wurde das Stadtgericht Woldenberg dem Land- und Stadtgerichts Driesen angeschlossen Justizamt Neuendorff Neuendorff Justizamt Peitz Peitz Justizamt Quartschen Quartschen 1848 wurde das Justizamt Quartschen dem Land- und Stadtgericht Cüstrin eingegliedert Justizamt Neudamm Neudamm 1848 wurde das Stadtgericht Neudamm dem Land- und Stadtgericht Cüstrin eingegliedert und in Neudamm eine Gerichtskommission eingerichtet Justizamt Rampitz Rampitz 1848 wurde das Justizamt Rampitz dem Land- und Stadtgericht Frankfurt eingegliedert Justizamt Senftenberg Senftenberg später umgewandelt in das Land- und Stadtgericht Senftenberg, 1848 wurde das Land- und Stadtgericht Senftenberg dem Land- und Stadtgericht Finsterwalde eingegliedert Justizamt Spremberg Spremberg später eingegliedert in das Land- und Stadtgericht Spremberg Justizamt Zelkin und Clossow Zelkin Johann Daniel Ferdinand Neigebaur: Übersicht der gegenwärtig in den preussischen Staaten bestehenden Gesetzgebungen und Gerichtsverfaßungen, 1822, S. 13, Digitalisat. Daneben bestanden Patrimonialgerichte. In den folgenden Jahrzehnten erfolgten viele Zusammenschlüsse dieser Gerichte zu Land- und Stadtgerichten.

Richter Friedrich Ernst Scheller, Präsident von 1836 bis 1849

Einzelnachweise

Frankfurt (Oder) Kategorie:Gericht (Frankfurt (Oder)) Kategorie:Gericht (Provinz Brandenburg) Kategorie:Gerichtsgründung 1815 Kategorie:Aufgelöst 1849