Leichtathletik-Länderkämpfemit bundesdeutscher Beteiligung 1980 zentriert|100px 1. Länderkampf 1980, Geher (Männer): – – – – 19./20. April 1980 1. 2. 3. 4. 5. 60 P50 P44 P42 P39 P 2. Länderkampf 1980, Geher (Männer): – 17. Mai 1980 1. 2. 24 P20 P 3. Länderkampf 1980, Geher (Frauen): – 17. Mai 1980 1. 2. 12 P10 P 4. Länderkampf 1980, Werfer (Männer): – 17./18. Mai 1980 1. 2. 75 P68 P 5./6. Länderkampf 1980, Frauen: – / – 5. Juni 1980 1. 2. 78 P67 P 1. 2. 79 P50 P 7. Länderkampf 1980, Geher (Frauen): – – – – 7. Juni 1980 1. 2. 3. 4. 5. 43 P27 P22 P15 P14 P 8. Länderkampf 1980, Männer: – 9./10. Juni 1980 1. 2. 107 P104 P 9./10. Länderkampf 1980, Frauen: – / – 9./10. Juni 1980 1. 2. 78 P55 P 1. 2. 76 P57 P 11. Länderkampf 1980, Nachwuchs (Männer): – 15./16. Juli 1980 1. 2. 121 P90 P 12. Länderkampf 1980, Straßenlauf (Männer): – – 6. August 1980 1. 2. 3. 8:05:33 h8:06:35 h8:07:17 h 13. Länderkampf 1980, Zehnkampf (Männer): – Lage6./7. September 1980 1. 2. 31.735 P31.605 P 14. Länderkampf 1980, Fünfkampf (Frauen): – Lage6./7. September 1980 1. 2. 17.730 P17.647 P Chronik ← Länderkämpfe 1979 Länderkämpfe 1981 →
Im Jahr 1980 wurden vierzehn Leichtathletikländerkämpfe mit bundesdeutscher Beteiligung in zwölf Veranstaltungen ausgetragen. Das waren fünf Vergleiche mehr als im Vorjahr. Die größte Anzahl von 27 Begegnungen hatte es 1974 gegeben. In der laufenden Saison 1980 wurden wie in den Jahren 1971 bis 1976 wieder Veranstaltungen durchgeführt, in denen drei Nationen antraten, die nicht gemeinsam wie in einem Dreiländerkampf, sondern getrennt in Länderkämpfen mit je zwei Nationen gewertet wurden. Ausgetragen wurden zwei solcher Aufeinandertreffen.
Nicht berücksichtigt sind Veranstaltungen wie der sogenannte „Lugano-Cup“, ein Weltcup der Geher unter dem Dach des Weltleichtathletikverbands (früher: IAAF)World Athletics Race-Walking Team Championship, Past Editions, worldathletics.org (englisch), abgerufen am 30. März 2025, der ab 1965 unter Regie des Europäischen Leichtathletikverbands durchgeführte Leichtathletik-EuropacupEUROPEAN CUP A FINAL AND SUPER LEAGUE (MEN), gbrathletics.com (englisch), abgerufen am 30. März 2025EUROPEAN CUP A FINAL AND SUPER LEAGUE (WOMEN), gbrathletics.com (englisch), abgerufen am 30. März 2025 sowie ähnliche Events. Hier handelt es sich um Veranstaltungen, die als eigene Wettbewerbe ähnlich wie auch der Leichtathletik-Continentalcup (ab 1980)IAAF WORLD CUP IN ATHLETICS, gbrathletics.com (englisch), abgerufen am 30. März 2025 und der Geher-Europacup (ab 1996) außerhalb der üblichen Länderkämpfe durchgeführt wurden.
Aufgeführt sind hier die Länderkämpfe bundesdeutscher Leichtathleten. Die Sportler der DDR führten nach der deutschen Teilung im Jahr 1949 eigene Veranstaltungen durch.
Sechs der Vergleiche in dieser Saison bestanden aus dem allgemeinen leichtathletischen Programm. In den anderen acht Begegnungen standen die Wettbewerbsbereiche Gehen, Straßenlauf, Mehrkampf und Werfen auf dem Programm. Frauen und Männer bestritten je sieben Vergleiche. Es war das erste Mal, dass die Frauen genauso viele Länderkämpfe austrugen wie die Männer. Immer war die Zahl der Begegnungen für Männer zuvor höher gewesen als die der Frauen.
Von den Frauenbegegnungen fanden vier als Veranstaltungen allgemeiner leichtathletischer Disziplinen, zwei im Gehen und eine im Fünfkampf statt.
Zwei der Männerbegegnungen waren Wettkämpfe mit den allgemeinen leichtathletischen Disziplinen, zwei weitere wurden von den Gehern bestritten sowie je einer von den Straßenläufern, Zehnkämpfern und Werfern.
Saisonhöhepunkt Internationaler Höhepunkt für den Sport sollten in dieser Saison die Olympischen Spiele in Moskau sein. Die Leichtathletikwettbewerbe dort wurden vom 24. Juli bis 1. August ausgetragen. Doch der Aufruf der Vereinigten Staaten zum Boykott dieser Spiele, der aufgrund des Einmarschs der Sowjetunion in Afghanistan im Jahr 1979 erfolgte, führte dazu, dass die Bundesrepublik Deutschland sich mit zahlreichen anderen Staaten dazu entschloss, nicht an den Spielen in Moskau teilzunehmen. Die Entscheidung war sehr umstritten, unter anderem weil es hier zu einer Politisierung des Sports kam und die Aktion auf dem Rücken der Athleten ausgetragen wurde. Andere NATO-Länder wie zum Beispiel Italien und Großbritannien schlossen sich dem Boykott nicht an. Die angestrebte Wirkung einer Verurteilung des militärischen Vorgehens blieb weitgehend aus, zurück blieben die aktiven Sportler, die sich intensiv auf das Großereignis vorbereitet hatten und nun nicht teilnehmen konnten.Olympia in Moskau 1980 als Leistungsschau für den Sozialismus, Die verordnete Propaganda in den Medien der DDR von Tristian-Fabrice Winkler, Bundeszentrale für politische Bildung vom 15. Mai 2023, bpb.de, abgerufen am 30. März 2025Das Ende der Medaillenträume von Hans Hielscher. In: Der Spiegel vom 20. Juli 2020, spiegel.de, abgerufen am 30. März 2025Olympia-Boykott 1980, „Als hätte ich das wichtigste Gefecht meines Lebens verloren“ von Gunnar Meinhardt. In: Die Welt vom 3. November 2022, welt.de, abgerufen am 30. März 2025Olympia 1980 in Moskau: Die Boykott-Spiele, Sportschau vom 11. November 2023, sportschau.de, abgerufen am 30. März 2025
Als internationale Veranstaltungen blieben zwei wenig beachtete Events: Acht-Nationen-CupDer Acht-Nationen-Cup wurde zum zweiten Mal ausgetragen, in dieser Saison am 20. September in Tokio. Teilnehmer waren neben der Bundesrepublik Deutschland die USA, die Sowjetunion, Großbritannien, Polen, Italien, Japan und Finnland. Das bundesdeutsche Team belegte hinter der UdSSR und den USA den dritten Rang. Trotz der Teilnahme vieler hochkarätiger Athleten ging die Veranstaltung im Schatten der Spiele von Moskau unter. Weltmeisterschaften der Frauen über 3000 Meter und 400 Meter HürdenAusgetragen wurde die Veranstaltung ca. zwei Wochen nach den Olympischen Spielen am 14. und 16. August in Sittard. Hintergrund dieser ersten Weltmeisterschaften für die beiden Disziplinen war die bisherige Nichtaufnahme der beiden hier angebotenen Wettbewerbe in das olympische Frauenprogramm. Im 400-Meter-Hürdenlauf gehörten die stärksten DDR-Athletinnen zu den Teilnehmerinnen, deren Leistungen höchstes Spitzenniveau aufwiesen. Es fehlten dagegen ihre wichtigsten Konkurrentinnen aus weiteren Ländern. So machten Hürdenläuferinnen aus der DDR das Rennen unter sich aus und gewannen alle drei Medaillen, Weltmeisterin wurde Bärbel Broschat. Die einzige Teilnehmerin aus der Bundesrepublik Deutschland Simone Büngener kam im B-Finale auf den vierten Platz.1. Frauen-Weltmeisterschaften über 3000 m und 400 m Hürden. In: DLV-Jahrbuch 1980/81 (Hrsg.: Leichtathletik Fördergesellschaft mbH), Darmstadt 1980, S. 217Auch im Rennen über 3000 Meter fehlte ein großer Teil der Läuferinnen aus der Weltklasse. Weltmeisterin wurde die bundesdeutsche Vertreterin Birgit Friedmann, die in 8:48,1 min einen neuen deutschen Rekord aufstellte.Die Entwicklung der deutschen Leichtathletik-Rekorde (seit 1910), S. 8, leichtathletik.de (PDF;265 KB), abgerufen am 30. März 2025
Jahresbilanz In der Saison 1980 gab es für die bundesdeutschen Männer in ihren sieben Länderkämpfen vier Niederlagen, dieselbe Anzahl wie im Vorjahr: Geher-Länderkampf gegen Mexiko, Schweden, Spanien und Ungarn am 19./20. April in Rhede (Platz zwei hinter Mexiko wie im letzten Jahr) Ländervergleich gegen Polen am 9./10. Juni in der polnischen Hauptstadt Warschau Nachwuchs-Länderkampf gegen Italien am 15./16. Juli in Venedig Zehnkampf-Vergleich gegen die Sowjetunion am 6./7. September in Lage Die drei weiteren Männerbegegnungen entschieden die bundesdeutschen Athleten für sich. Die Siege resultierten aus jeweils einem Länderkampf der Geher, der Straßenläufer und der Werfer.
Die Frauen mussten in ihren sieben Länderkämpfen drei Niederlagen hinnehmen, eine mehr als im letzten Jahr – 1979 hatte es allerdings nur insgesamt drei Frauenbegegnungen gegeben. Leichtathletik-Länderkampf gegen Großbritannien am 5. Juni in Stuttgart Geher-Länderkampf gegen Schweden, Frankreich, Dänemark und die Schweiz am 7. Junli im schwedischen Borås (Platz zwei hinter Schweden) Leichtathletik-Länderkampf gegen Polen am 9./10. Juni in Warschau Die weiteren vier Frauenbegegnung entschieden die bundesdeutschen Athletinnen für sich. Die Siege resultierten aus zwei allgemeinen Länderkämpfen sowie je einem Vergleich der Geherinnen und Fünfkämpferinnen.
Zur Gesamtbilanz finden sich detaillierte Angaben im Abschnitt „Statistik“ unten.
Bedeutung der Länderkämpfe in der Leichtathletik Der Stellenwert von Länderkämpfen war in den letzten Jahren erheblich gesunken. Die Konkurrenz anderer Veranstaltungen war groß und sollte weiter wachsen. In den vergangenen Jahren waren neue Wettkampfformen hinzugekommen wie der oben schon genannte Europacup und der Weltcup (später Continentalcup). Außerdem gab es Europa- und Weltcupveranstaltungen für Teildisziplinen der Leichtathletik wie dem Gehen (Lugano-Cup) und dem Mehrkampf, die mehr Aufmerksamkeit auf sich zogen als die früher hoch im Kurs stehenden Länderkämpfe. Die Bedeutung einzelner Sportfeste, die für die Sportler im Hinblick auf Prämien für den Antritt, für Siege und für Rekorde immer lukrativer wurden, nahm sukzessive zu. Hier sind unter anderem Events wie Weltklasse Zürich, ISTAF Berlin, ASV-Sportfest Köln oder Sportfeste in Stockholm, Oslo, Monaco, … zu nennen, die später als IAAF Super Grand Prix, IAAF Golden League und Diamond League noch erheblich bedeutsamer wurden.
So wurden in den 1950er, 1960er und beginnenden 1970er Jahren Länderkämpfe noch teilweise als Live-Sendung im Fernsehen übertragen, was danach nicht mehr der Fall war, weil die Aufmerksamkeit in der Leichtathletik auf andere oben genannte Bereiche überging. Die Gewichtung sollte sich in den kommenden Jahren noch viel mehr auf Veranstaltungen verschieben, in denen der Fokus stärker auf die Einzelsportler und Staffeln gerichtet war. Länderkämpfe und Ländervergleiche auch in Form von Europacup und Weltcup spielten dabei abgesehen von der Beachtung durch ein Fachpublikum eine in den kommenden Jahren zunehmend untergeordnete Rolle. Neben bestimmten klassischen Sportfesten mit hohen Prämien ragten dabei vor allem die Wettbewerbe bei Olympischen Spielen, Europameisterschaften und ab 1983 bei Weltmeisterschaften heraus.
Verschiedene Formen von Länderkämpfen Es gab weiterhin sechs verschiedene Arten von Länderkämpfen: Vergleiche mit einer Mischung von Disziplinen aus dem allgemeinen leichtathletischen ProgrammJede Nation war in der Regel mit zwei Athleten je Disziplin vertreten. Bei den Männern waren hier zwanzig Wettbewerbe zum Standard geworden. Aus dem olympischen Wettbewerbskatalog fehlten dabei in der Regel nur der Marathonlauf, die beiden Gehwettbewerbe und der Zehnkampf. Der Länderkampfdisziplinkatalog bei den Frauen hatte bis 1968 standardmäßig aus elf Disziplinen bestanden und war mit den damals bei Olympischen Spielen angebotenen Frauenwettbewerben identisch. Von 1969 an gab es hier Veränderungen: (1) Mit dem 1500-Meter-Lauf sowie der 4-mal-400-Meter-Staffel wurden zwei neue Wettbewerbe, die bei den Europameisterschaften 1969 in das Programm aufgenommen worden waren, mit in den Katalog der Frauenländerkämpfe integriert. Damit erhöhte sich die Zahl der Disziplinen auf dreizehn. (2) Der 80-Meter-Hürdenlauf war ab 1969 überall durch den 100-Meter-Hürdenlauf ersetzt worden. Das war auch bei den Länderkämpfen der Fall. Neu hinzu kam nun manchmal auch ein Rennen über 3000 Meter, eine Strecke, die erst 1984 olympisch wurde und dann in Angleichung an das Männerprogramm 1996 durch den 5000-Meter-Lauf abgelöst wurde. In seltenen Fällen gab es in Länderkämpfen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern Abweichungen vom Standard in Form von Hinzunahme oder Weglassen einzelner Disziplinen.