mini|Der Rote Platz 1963 Der Protest Ghanaischer Studenten in Moskau 1963 (Protest ganskich studentow w Moskwe, , wiss. Transliteration ) ereignete sich seit dem 18. Dezember 1963, als Studenten aus Ghana und anderen afrikanischen Ländern Demonstrationen auf dem Roten Platz in Moskau organisierten, in der damaligen Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR), der Sowjetunion (UdSSR). Die Proteste waren eine Reaktion auf die angebliche Ermordung des Medizinstudenten Edmund Assare-Addo. Berichten zufolge beteiligten sich 500 bis 700 Personen an den Demonstrationen. Der ghanaische Arzt Edward Na hingegen, der an den Veranstaltungen teilnahm, behauptete, es seien höchstens 150 Demonstranten gewesen. Der Botschafter Ghanas in der Sowjetunion, John Banks Elliott, forderte nach den Vorwürfen über Angriffe der Demonstranten Polizeischutz durch die Miliz für die Botschaft von Ghana.

Dies war der erste dokumentierte politische Protest auf dem Roten Platz seit den späten 1920er Jahren.

Hintergrund Edmund Assare-Addo war ein 29-jähriger Student des Kalinin Medizin-Instituts in der Stadt Kalinin (heute Twer), 180 Kilometer nördlich von Moskau. Seine Leiche wurde in einem Stück Ödland nördlich von Moskau an einer Landstraße gefunden, die zum Moskauer Autobahnring führt. Andere in Moskau lebende afrikanische Studenten behaupteten, Assare-Addo sei von einem Sowjetbürger niedergestochen worden, weil er einer Russin einen Heiratsantrag machen wollte. Sie behaupteten, ein Student würde sich kaum allein an einen so trostlosen und abgelegenen Ort wagen, insbesondere in eine Stadt, die weit von seinem Wohnort entfernt ist. Die sowjetischen Behörden gaben an, Assare-Addo sei im betrunkenen Zustand im Schnee erfroren. Laut der Autopsie, die von sowjetischen Ärzten unter Aufsicht von zwei fortgeschrittenen Medizinstudenten aus Ghana durchgeführt wurde, war der Tod „eine Folge von Kälte im Zustand alkoholbedingter Benommenheit“ („an effect of cold in a state of alcohol-induced stupor“). Es wurden keine Anzeichen eines körperlichen Traumas gefunden, mit der möglichen Ausnahme einer kleinen Narbe am Hals.

John Banks Elliott sprach mit sowjetischen Beamten über den Protest und behauptete, dass wahrscheinlich Beamte der westlichen Botschaften in Moskau (USA, England, Frankreich, Westdeutschland oder sogar die Niederlande) an der Anstiftung zu den Protesten beteiligt gewesen seien. Elliott ging sogar so weit, vorzuschlagen, ghanaische Studenten, die sich „schlecht benahmen“ („behaved poorly“) und „den Unterricht schwänzten“ („skipped class“), aus der Sowjetunion zu deportieren. Vor dem Marsch der Studenten zum Roten Platz behauptete Elliott, die Studenten seien nach der Nachricht vom Tod Assare-Addos in die ghanaische Botschaft eingebrochen und hätten Möbel und Bilder beschädigt.

Protest Bei den Demonstranten handelte es sich um afrikanische Studenten, die an sowjetischen Universitäten und Instituten studierten. Sie versammelten sich am Morgen des 18. Dezember 1963 und verfassten ein Memorandum zur Vorlage bei den sowjetischen Behörden. Die Demonstranten trugen Plakate mit den Slogans „Moskau – Zentrum der Diskriminierung“ („Moscow–center of discrimination“), „Hört auf, Afrikaner zu töten!“ („Stop killing Africans!“) und „Moskau, ein zweites Alabama“ („Moscow, a second Alabama“) und riefen auf Englisch, Russisch und Französisch. Die Demonstranten marschierten zum Spasski-Tor des Kremls, wo sie für Fotos posierten und westlichen Korrespondenten Interviews gaben. Die sowjetische Agentur TASS reagierte mit einer Erklärung: „Es ist bedauerlich, dass die Treffen der ghanaischen Studenten, die im Zusammenhang mit ihren Ansprüchen auf die Botschaft ihres Landes stattfanden, zu Störungen der öffentlichen Ordnung in den Straßen Moskaus führten. Es ist ganz natürlich, dass dies beim russischen Volk auf Unmut stößt“ („It is to be regretted that the meetings of the Ghanaian students which began in connection with their claims to the embassy of their country resulted in the disturbance of public order in Moscow streets. It is quite natural that this is resented by the Russian people“).

Am 20. Dezember kehrten die Studenten zum Unterricht zurück und die Miliz beendete den Schutz der ghanaischen Botschaft.

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