Der Schäferssohn und die zauberische Königstochter ist ein Märchen. Es steht in Johann Wilhelm Wolfs Deutsche Hausmärchen an Stelle 40. Paul Zaunert übernahm es im ersten Band von Deutsche Märchen seit Grimm 1912 an Stelle 54.
Inhalt Ein Schäfer will am brennenden Wald seine Pfeife anzünden, da ruft ihn eine Schlange und führt ihn hinein. Dreimal soll er eine Haselgerte brechen, dann drei Schlosstore damit aufschlagen und sieben Jahre in einem Zimmer bleiben, benutztes Geschirr aus dem Fenster werfen, ohne je nachzusehen, was damit passiert. Nach drei Jahren schaut er doch, sieht seltsame Tiere alles wegtragen und muss noch sieben Jahre aushalten. Danach sind alle erlöst. Der König gibt ihm ein Zauberschwert und macht ihn zum General, der damit die Truppen des angreifenden Nachbarkönigs schlägt. Dessen Tochter lässt sich fangen und klaut das Schwert, der General wird zerstückelt. Zauberer setzen ihn wieder zusammen. Er kann sich auch verwandeln, wird ein Pferd, das der andere König kauft. Die Tochter lässt es schlachten, doch die Köchin begräbt drei Blutstropfen, daraus wird ein Weißkirschbaum, den lässt die Tochter umhauen, die Köchin wirft drei Späne in den Teich, daraus werden drei Enten, die Tochter schießt zwei und nimmt eine mit heim. Die wird wieder zum General. Er nimmt das Schwert, siegt und heiratet die Köchin.
Herkunft Der Titel Der Schäferssohn und die zauberische Königstochter ist bei Wolf nicht mit einem Sternchen (*) versehen, was laut seiner Vorrede anzeigt, dass er selbst den Text ausarbeitete.Johann Wilhelm Wolf: Deutsche Hausmärchen. Contumax, Berlin 2017, ISBN 978-3-7437-2179-1, S. 8. Anders als im Titel, spricht der Textanfang nur von einem Schäfer. Die Eingangsszene ähnelt etwas Wolfs Die Schlange im brennenden Wald. Schlosserlösungen gibt es bei ihm oft, etwa Die dreizehn verwünschten Prinzessinnen. Hasel hat Zauberkraft, vgl. Grimms Die Haselrute.
Das Schauverbot ist ein wenig wie in Amor und Psyche - Märchen (ATU 425, Grimms Das singende springende Löweneckerchen). Hedwig von Beit führt dazu aus, wie Blutstropfen oft den Weg zum entrückten Wesen weisen, da sie seine Seelensubstanz seien, oder das Wesen entsteht daraus neu, dazu nennt sie Die drei Apfelsinen mit einem Sprung in Harri Meiers Spanische und portugiesische Märchen, Nr. 4 (Die Märchen der Weltliteratur, 1940) und Der Schäferssohn und die zauberische Königstochter.Hedwig von Beit: Gegensatz und Erneuerung im Märchen. Zweiter Band von «Symbolik des Märchens». A. Francke, Bern 1956, S. 75. Die Verwandlungen ähneln Märchen von Zauberer und Schüler (ATU 325, Grimms De Gaudeif un sien Meester) oder Jahns Wie aus einem Schweinehirten ein König ward.
Literatur Johann Wilhelm Wolf: Deutsche Hausmärchen. Contumax, Berlin 2017, ISBN 978-3-7437-2179-1, S. 239–243. Paul Zaunert: Deutsche Märchen seit Grimm. Diederichs, Jena 1919, S. 196–200 (= Die Märchen der Weltliteratur Nr. 5).
Weblinks
Gutenberg-DE: Wolfs Der Schäferssohn und die zauberische Königstochter Der Schäferssohn und die zauberische Königstochter gelesen (9:53) (LibriVox)
Einzelnachweise
Kategorie:Wolfs Märchen Kategorie:Märchen Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch)