Von den achtzehn Soldaten (Originalschreibweise: Von den achtzehen Soldaten) ist ein Märchen (ATU 401A*). Es steht in Johann Wilhelm Wolfs Deutsche Hausmärchen an Stelle 4. Paul Zaunert übernahm es im ersten Band von Deutsche Märchen seit Grimm 1912 an Stelle 26.

Inhalt Ein Sergeant, ein Korporal, ein Tambour und 14 gemeine Soldaten desertieren. Ihr Feldwebel will erst nicht, dann kommt er doch mit. Als sie kein Geld haben, prellen sie einem Wirt die Zeche. Der schickt sie aus Bosheit in einen Berg, aus dem keiner wiederkam. Drinnen ist hinter drei Zugbrücken ein schönes Schloss mit Essen, Betten, frischer Kleidung. Dann kommt von Tag zu Tag zu jedem eine Prinzessin, sie sollen sie erlösen. Dem Letzten wird es zu lange, er läuft weg, an der Zugbrücke wird ihm vom Teufel der Hals gebrochen. Sie brauchen einen Ersatz, gehen wieder zu dem Wirt, der erkennt sie nicht, und werben einen Handwerksburschen mit 200 Dukaten. Die Wirtin sieht das Gold, schickt ihren Mann hinterher und kommt selbst nach, der Teufel bricht beiden den Hals. Die 18 Soldaten müssen nachts mit ihren Frauen still liegen, da ist alles erlöst.

Herkunft Der Titel Von den achtzehen Soldaten ist bei Wolf mit einem Sternchen (*) versehen, was laut seiner Vorrede anzeigt, dass Wilhelm von Ploennies den Text ausarbeitete.Johann Wilhelm Wolf: Deutsche Hausmärchen. Contumax, Berlin 2017, ISBN 978-3-7437-2179-1, S. 8. Feldwebel, Sergeant, Korporal sind militärische Ränge, der Tambour schlägt die Trommel. Dukaten sind Goldmünzen. Das Märchen entstammt wohl Soldatenträumen vom Desertieren, wie vorangehendes Die Prinzessin von Tiefenthal, Die zwölf Brüder und andere. Besondere Parallelen hat das ausführlichere Die dreizehn verwünschten Prinzessinnen, eine geprellte Wirtin Das Schneiderlein und die drei Hunde.

Hedwig von Beit nennt das Märchen als Beispiel, wie bei der Fahrt des Helden dieser durch eine ganze Gruppe von Männern vertreten sein kann, die sich als Kameraden zusammengeschlossen haben. Sie vergleicht das Märchen mit Der Grafensohn, einer Bearbeitung Paul Zaunerts zu Ulrich Jahns Hans, der Grafensohn, und die schwarze Prinzessin, ferner Die sieben Brüder in August von Löwis of Menars Finnische und estnische Volksmärchen, Nr. 7 (Die Märchen der Weltliteratur, 1922).Hedwig von Beit: Gegensatz und Erneuerung im Märchen. Zweiter Band von «Symbolik des Märchens». A. Francke, Bern 1956, S. 235–236.

Literatur Johann Wilhelm Wolf: Deutsche Hausmärchen. Contumax, Berlin 2017, ISBN 978-3-7437-2179-1, S. 26–31. Paul Zaunert: Deutsche Märchen seit Grimm. Diederichs, Jena 1919, S. 101–108 (= Die Märchen der Weltliteratur Nr. 5).

Weblinks

Gutenberg-DE: Wolfs Von den achtzehen Soldaten Von den achtzehn Soldaten in Zaunerts Deutsche Märchen seit Grimm, 1919, S. 101–108. (Internet Archive) Von den achtzehen Soldaten gelesen (17:35) (LibriVox)

Einzelnachweise

Kategorie:Wolfs Märchen Kategorie:Märchen Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch)