Der Kiosk auf dem Ernst-Ludwigs-Platz (auch: Kiosk am Turm, Kiosk am Weißen Turm oder Echo-Kiosk nach der auf dem Dach montierten Leuchtreklame) ist ein Bauwerk in Darmstadt.

Geschichte und Beschreibung mini|Ernst-Ludwigs-Platz mit Kiosk 1884 Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein Kiosk auf dem Ernst-Ludwigs-Platz aufgestellt. Spätere Bilder und Fotografien zeigen ihn nicht mehr. 1925 wurde schließlich wieder ein Kiosk aufgestellt, der nach einem Typenentwurf des Architekten und Darmstädter Stadtbaurats August Buxbaum entworfen wurde. Dieser stand auf einer Verkehrsinsel zwischen Ernst-Ludwigs- und Friedensplatz. Nach demselben Entwurf entstanden in Darmstadt sechs weitere Kioske am Kant-, Luisen-, Steuben-, Ballon-, Parade- und Ludwigsplatz, von denen nur der am Kantplatz bis heute existiert. Ziel war es, die Darmstädter Innenstadt im Rahmen der „Darmstädter Woche“ touristisch zu beleben, wofür die Stadt 8000 Reichsmark investierte. Hierdurch wollte sich die Stadt als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum Südwestdeutschlands darstellen, weshalb neben den kiosktypischen Produkten wie Zeitschriften und Tabakwaren auch touristisches Informationsmaterial verkauft wurde.

Im Zuge der Platzumgestaltung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Kiosk abgerissen und 1954 durch den heute existierenden Neubau weiter südlich auf dem Platz ersetzt. Architekt war Baurat Karl Teubner, erster Inhaber Paul Rössler. Im Laufe der Zeit wurde der Kiosk um mehrere Anbauten erweitert und die Oberfläche des Gebäudes mehrfach überarbeitet. Der ursprünglich blaue Anstrich wurde durch einen grauen und schließlich weißen übermalt, selbiges gilt auch für das Betondach. Statt der ursprünglichen Rundum-Verglasung wurden mehrere Fenster durch blickdichte Einbauten ersetzt. Die Bodenplatte, die ursprünglich aus Muschelkalk bestand, wurde im Laufe der Zeit überbetoniert. Die Neon-Leuchtreklame „Darmstädter Echo“ wurde durch ein innenbeleuchtetes Schild ersetzt.

Nach wie vor dient das Gebäude als Kiosk und Lotto-Annahmestelle und befindet sich in Familienbesitz.

Denkmalschutz Aus künstlerischen und städtebaulichen Gründen ist der Kiosk, als einer von vier in Darmstadt, als Kulturdenkmal nach § 2 Absatz 1 des hessischen Landesdenkmalgesetzes in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen. Laut der Denkmalbeschreibung ist der Verkaufskiosk ein typisches Beispiel für die Architektur der 1950er Jahre. Beispielhaft hierfür sind der kreisrunde Grundriss, das weit auskragende, filigrane Flachdach, das umlaufende Fensterband mit der großflächigen, schräggestellten Verglasung und die mit Messing eingefassten Fenster.

Nicht zuletzt aufgrund der seit 2020 vorgesehenen Umgestaltung des Ernst-Ludwigs-Platzes gab es Diskussionen um eine mögliche Wiederherstellung des Originalzustandes des Kiosks gemäß der Architektur der 1950er Jahre. Eine restauratorische Voruntersuchung des Kiosks durch das Landesamt für Denkmalpflege Hessen und die Untere Denkmalschutzbehörde Darmstadt fand im September 2024 statt. Auf Basis der hierdurch gewonnenen Erkenntnisse wurde im März 2025 ein Abschnitt der Fassade als Musterfläche wieder freigelegt. Mit der Umgestaltung des Ernst-Ludwigs-Platzes wurde nach dreijähriger Verspätung im Februar 2026 begonnen.

Einzelnachweise

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