Weiservirinae ist die Bezeichnung für eine Unterfamilie von Viren der (Klasse Caudo­viricetes), die Bakterien verschiedener Arten (Spezies) infizieren. Bakterielle Viren werden generell auch Bakteriophagen genannt. Als Mitglieder der Klasse Caudoviricetes haben die Weiservirinae einen Kopf-Schwanz-Aufbau, d. h. sie bestehen aus einem Kopf (dem eigentlichen ikosaedrischen Kapsid) und einem „Schwanz“, verbunden durch ein Verbindungsteil („Connector“ oder ).

Beschreibung Die Gründungsmitglieder der Unterfamilie haben eine durchschnittliche Größe ihres dsDNA-Genoms von 59,78 kb und einen mittleren G+C-Gehalt von 66,9 mol%. Das Genom kodiert etwa 97 Proteine und 0–2 tRNAs. Zu den homologen Proteinen, die ca. 35 % des jeweiligen Genoms ausmachen, gehören u. a.: eine Terminase,O64317 · O64317_BPN15. Protein: Terminase, large subunit. Auf: UniProt.Duplodnaviria §3: Charakteristika. Auf: DocCheck Flexikon (flexikon.doccheck.com). das Portalprotein, ein Hauptkapsidprotein (, MCP), ein MuF-ähnliches Nebenkapsidprotein (, mCP), ein Gerüstprotein () ein Kopf-Schwanz-Adapter () ein Tail-Terminator-Protein zwei Chaperone für die Schwanzassemblierung sechs Minor-Tail-Proteine (, mTPs) Lysin BA0A2D2W3Y3 · A0A2D2W3Y3_9CAUD, Lysin B. Auf: UniProt. eine Doppelstrangbruch-Endo-/Exonuklease () eine Exonuklease der Cas4-Familie, ein NrdH-ähnliches Glutaredoxin (GRX)Glutaredoxin. Auf: Lexikon der Biologie (spektrum.de).

Das ICTV hat mit der Bestätigung der Unterfamilie für das in der PhagesDB geführte Phagen-Cluster K ein offizielles Taxon eingerichtet. Auch die Subcluster entsprechen im Wesentlichen 1:1 den offiziellen Gattungen. Liste der Subcluster vs. Gattungen im Detail: Subcluster Gattung(en)/Spezies K1 Anayavirus K2 Timquatrovirus K3 Keshuvirus K4 Fionnbharthvirus K5 Kratiovirus K6 Amginevirus & Unicornvirus K7 Aminayvirus K8 „Mycobacteriophage Boilgate“ (unbestätigte Spezies, MSL #41v1)

Amginevirus Der temperente Mycobacterium-Phage Amgine wurde 2016 von Carmen Chamberlain (Hope College, Holland (Michigan)) im Rahmen des Programms „Science Education Alliance-Phage Hunters Advancing Genomics and Evolutionary Science“ aus Bodenproben des US-Bundesstaates Michigan isoliert. Als Wirtsbakterium diente Mycobacterium smegmatis mc²155. Sein Genom besitzt 11 nt (Nukleotide) lange kohäsive 3'-Enden (: CTCGTAGGCAT).englische Bezeichnungen:

Overhang Sequence: CTCGTAGGCAT Die Actinobacteriophage Database (PhagesDB) ordnet diesen Phagen genauso wie die anderen Mitglieder der Gattung dem Subcluster K6 zu.

Aminayvirus Der temperente Mycobacterium-Phage Aminay wurde 2016 von Alejandro Casillas und Arabella Sillsby (University of Maine, Honors College) im Rahmen des Programms „Science Education Alliance-Phage Hunters Advancing Genomics and Evolutionary Science“ aus Bodenproben in Bangor im US-Bundesstaat Maine isoliert. Als Wirtsbakterium diente ebenfalls Mycobacterium smegmatis mc²155. Sein Genom besitzt 12 nt lange kohäsive 3'-Enden (CTCATCGTGGGT). Die PhagesDB ordnet die Phagen dieser Gattung dem Subcluster K7 zu.

Anayavirus Der temperente Mycobacterium-Phage Anaya wurde 2009 von Ariangela Joy Davis (Calvin University) in Grand Rapids (Michigan) im Rahmen des Programms „Science Education Alliance-Phage Hunters Advancing Genomics and Evolutionary Science“ aus Bodenproben von Grand Rapids im US-Bundesstaat Michigan isoliert. Das Wirtsbakterium war auch hier Mycobacterium smegmatis mc²155. Sein Genom besitzt 11 nt lange kohäsive 3'-Enden. Die PhagesDB ordnet die Phagen dieser Gattung dem Cluster/Subcluster K1. Die früher in der Gattung Timquatrovirus klassifizierten Spezies Mycobacterium-Virus Anaya, Mycobacterium-Virus Angelica, Mycobacterium-Virus CrimD und Mycobacterium-Virus JAWS wurden in dieses Taxon verschoben.

Fionnbharthvirus Der temperente Mycobacterium-Phage Fionnbharth wurde 2010 von Garrett Brooks (University of California, San Diego) im Rahmen des Programms „Science Education Alliance-Phage Hunters Advancing Genomics and Evolutionary Science“ aus Bodenproben von La Jolla, Kalifornien isoliert. Das Wirtsbakterium war wie oben Mycobacterium smegmatis mc²155. Die PhagesDB ordnet die Phagen dieser Gattung dem Subcluster K4 zu.

Keshuvirus Der temperente Mykobakterien-Phage Keshu wurde 2009 von Navisha Dookie (Universität von KwaZulu-Natal) im Rahmen des Kurses „Mykobakterielle Genetik“ in Durban, Südafrika, aus Bodenproben isoliert. Als Wirtsbakterium diente wie üblich Mycobacterium smegmatis mc²155. Sein Genom besitzt 11 nt lange kohäsive 3'-Enden (CTCGATGGCAT). Die PhagesDB ordnet die Phagen dieser Gattung dem Subcluster K3. Die früher in der Gattung Timquatrovirus klassifizierten Spezies Mycobacterium-Virus MacnCheeseD und Mycobacterium-Virus Pixie wurden in dieses Taxon verschoben.

Kratiovirus Der temperente Mycobacterium-Phage Kratio wurde 2011 von Natalia Maldonado-Vazquez (Universität von Puerto Rico in Cayey) im Rahmen des Programms „Science Education Alliance – Phage Hunters Advancing Genomics and Evolutionary Science“ aus Bodenproben von Arroyo (Puerto Rico) isoliert. Das Wirtsbakterium war das übliche Mycobacterium smegmatis mc²155. Sein Genom besitzt 11 nt lange kohäsive 3'-Enden (CTCAGTGGCAT). Die PhagesDB ordnet die Phagen dieser Gattung dem Subcluster K5 zu.

Timquatrovirus Der temperente Mycobacterium-Phage TM4 aus der Gattung Timquatrovirus (früher Tm4virus, Tm4likevirus) hat eine nicht umhüllte Kopf-Schwanz-Struktur. Der ikosaedrische Kopf hat einen Durchmesser von etwa 60 nm. Der nicht-kontraktile Schwanz ist etwa 600 nm lang. Das Genom der Phagen dieser Gattung ist eine lineare dsDNA mit einer Länge von 52–62 kbp (Kilobasenpaaren) und enthält etwa 94–98 Gene.

Die Replikation erfolgt im Zytoplasma. Sie umfasst die folgenden Schritte: Adsorption (Anheftung): Der Phage bindet über seine Schwanzfasern an Adhäsionsrezeptoren der Zielzelle. Freisetzung der viralen DNA in das Zytoplasma der Wirtszelle durch das lange, flexible Freisetzungssystem des Schwanzes Transkription und Translation der „frühen“ Gene. Replikation der genomischen Virus-DNA. Transkription und Translation der „späten“ Gene. Zusammenbau (Assembly) eines leeren Prokapsids und Verpackung des Genoms. Zusammenbau (Assembly) der viralen Schwanzfasern und des viralen Schwanzes. Die reifen Viruspartikel (Virionen) werden durch Lyse aus der Bakterienzelle freigesetzt.

Unicornvirus Die Bakteriophagen-Gattung Unicornvirus wurde nach dem ersten Virus dieser Art, dem Mycobacterium-Phagen Unicorn (Spezies Unicornvirus unicorn) benannt. Die Arten dieser Gattung wurden aus dem Wirt Mycobacterium smegmatis isoliert Die Genome der Mitglieder dieser Gattung ist zwischen 56 und 61 kbp groß und hat einen GC-Gehalt von ca. 66 %.

Die meisten Vertreter dieser Gattung wurden ursprünglich aus Bodenproben aus den USA: Der temperente Mycobacterium-Phage Unicorn (Spezies U. unicorn) wurde ursprünglich von Sabrina Richards und Mary Ellen Sclafani (Old Dominium UniversityOld Dominium University, Hauptseite (odu.edu).) im Rahmen des Programms „Science Education Alliance-Phage Hunters Advancing Genomics and Evolutionary Science“ 2016 im Great Dismal Swamp bei Suffolk (Virginia) gefunden. Als Wirtsbakterium diente Mycobacterium smegmatis mc²155. Sein Genom besitzt 10 nt lange kohäsive 3'-Enden (CTCGGGGCAT) U. krueger wurde ursprünglich im Boden auf dem Gelände des Hope College in Holland (Michigan) entdeckt und nach der verdienten Biologie- und Anatomielehrerin Krueger benannt. U. bryler wurde ursprünglich in Spokane im US-Bundesstaat Washington gefunden. Der Name ist ein Kofferwort aus den Vornamen der Entdecker Brian Ward und Tyler Bianchetto. U. ximenita wurde ursprünglich von Monica Elliott vom Hope College in Holland (Michigan) im Boden von Fort Collins, Colorado, gefunden.Ximenita ist die spanische Verkleinerungsform (Diminutiv) des Vornamens Ximena (bzw. Jimena). Die PhagesDB ordnet die Phagen dieser Gattung dem Subcluster K6 zu.

Mycophage Boilgate Der temperente Mycobacterium-Phage Boilgate (auch Siphophage Boilgate, ursprünglich verschrieben als „Biolgate“) wurde 2018 von Sophie Molinari vom Austin Community College, Highland Campus, im Austin Community College auf dem Highland Campus in Austin (Texas) gefunden. In Austin galt damals eine obligatorische Abkochanordnung für Trinkwasser. Eine Wasserprobe wurde aus dem Waschbecken im Haus der Studentin entnommen. Der im Labor für die Isolation benutzte Wirt war Mycobacterium smegmatis mc²155. Sein Genom hat eine Länge von 57.889 bp (Basenpaaren); es hat einen GC-Gehalt von 65,4 % und kodiert 84 Gene. Sein Genom besitzt 11 nt lange kohäsive 3'-Enden (CTCGCGGCGGT). Der Phage bzw. das Subcluster (als eigene Gattung) sind mit Stand 5. Juni 2026 noch nicht vom ICTV bestätigt.

Systematik Die folgende Systematik umfasst alle bestätigten Gattungen und Spezies nach dem (ICTV) mit Stand 20. März 2026 (MSL #41v1) und (ohne Vollständigkeit) weitere Vorschläge nach der Taxonomie des (NCBI) mit Stand 5. Juni 2026:

Unterfamilie Weiservirinae

​Gattung Amginevirus (im Subcluster K6; 5 Spezies) Spezies Amginevirus amgine, mit Mycobacterium-Phage Amgine im „Subcluster K6“ Spezies Amginevirus ellie, mit Mycobacterium-Phage Ellie Spezies …

​Gattung Aminayvirus (Subcluster K7) Spezies Aminayvirus aminay, mit Mycobacterium-Phage Aminay im „Subcluster K7“

​Gattung Anayavirus (Subcluster K1 & I2; 28 Spezies) Spezies Anayavirus adephagia, mit Mycobacterium-Phage Adephagia „Subcluster K1“ Spezies Anayavirus adonis, mit Mycobacterium-Phage Adonis im „Subcluster K1“ Spezies Anayavirus amelie, mit Mycobacterium-Phage Amelie im „Subcluster K1“ Spezies Anayavirus anaya (früher Mycobacterium-Virus Anaya), mit Mycobacterium-Phage Anaya im „Subcluster K1“ (verschoben von Timquatrovirus) Spezies Anayavirus angelica (früher Mycobacterium-Virus Angelica), mit Mycobacterium-Phage Angelica im „Subcluster K1“ (verschoben von Timquatrovirus) Spezies Anayavirus apocalypse, mit Mycobacterium-Phage Apocalypse im „Subcluster K1“ Spezies Anayavirus crimD (früher Mycobacterium-Virus CrimD), mit Mycobacterium-Phage CrimD (verschoben von Timquatrovirus) Spezies Anayavirus JAWS (früher Mycobacterium-Virus JAWS), mit Mycobacterium-Phage JAWS (verschoben von Timquatrovirus) Spezies Anayavirus validus, mit Mycobacterium-Phage Validus; im „Subcluster K1“ Spezies Anayavirus zavala, mit Mycobacterium-Phage Zavala im „Subcluster K1“ Spezies …

​Gattung Fionnbharthvirus (Subcluster K4) Spezies Fionnbharthvirus eponine, mit Mycobacterium-Phage Eponine Spezies Fionnbharthvirus fionnbharth (Fionnbharthvirus Fionnbharth), mit Mycobacterium-Phage Fionnbharth, Mycobacterium-Phage Wintermute, …; im „Subcluster K4“ Spezies Fionnbharthvirus henu3, mit Mycobacterium-Phage Henu3 Spezies Fionnbharthvirus patt, mit Mycobacterium-Phage Patt Spezies Fionnbharthvirus taquito (Fionnbharthvirus Taquito), mit Mycobacterium-Phage Taquito Spezies „“, mit Mycobacterium-Phage SamScheppers im „Subcluster K4“

​Gattung Keshuvirus (Subcluster K3) Spezies Keshuvirus hurricane, mit Mycobacterium-Phage Hurricane Spezies Keshuvirus keshu, mit Mycobacterium-Phage Keshu im „Subcluster K3“ Spezies Keshuvirus macncheese (früher Mycobacterium-Virus MacnCheese), mit Mycobacterium-Phage MacnCheese (verschoben von Timquatrovirus) Spezies Keshuvirus pixie (früher Mycobacterium-Virus Pixie), mit Mycobacterium-Phage Pixie (verschoben von Timquatrovirus) Spezies Keshuvirus shedlockholmes, mit Mycobacterium-Phage ShedlockHolmes und Mycobacterium-Phage TBond007 im „Subcluster K3“

​Gattung Kratiovirus (Subcluster K5; 9 Spezies) Spezies Kratiovirus kratio, mit Mycobacterium-Phage Kratio Spezies Kratiovirus larva (Mycobacterium-Virus Larva), mit Mycobacterium-Phage Larva im „Subcluster K5“ Spezies Kratiovirus, mit Mycobacterium-Phage Omnicron Spezies Kratiovirus paola, mit Mycobacterium-Phage Paola Spezies …