Manuel Johannes Krauthausen (* 12. Mai 1992 in Stolberg (Rheinland)) ist ein deutscher Politiker (AfD).
Karriere Bei der Bundestagswahl 2025 zog er über den Listenplatz 24 der Landesliste der AfD Nordrhein-Westfalen in den 21. Deutschen Bundestag ein und wurde von der AfD-Bundestagsfraktion als Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit bestimmt. Zusätzlich wurde er auf kommunaler Ebene in den Rat der Stadt Eschweiler für die Wahlperiode 2025 bis 2030 gewählt.
Eigentlich war Krauthausen für die Bundestagswahl 2025 von der AfD als Direktkandidat für die Stadt Aachen aufgestellt worden, der Kreiswahlausschuss Aachen ließ mit Entscheidung vom 24. Januar 2025 seine Kandidatur allerdings wegen eines „grundlegenden Wahlfehlers“ nicht zu, da er (und der für die Städteregion Aachen aufgestellte AfD-Direktkandidat Markus Matzerath) unzulässigerweise von denselben Parteimitgliedern und nicht gemäß BWahlG in separaten, nach Wahlkreis getrennten, Abstimmungen gewählt wurden. Die Entscheidung wurde nach einer Beschwerde des AfD-Kreisverbands Aachen vom Landeswahlausschuss in Düsseldorf am 30. Januar 2025 bestätigt. Am 24. April 2025 legt der AfD-Kreisverbands Aachen zusätzlich eine Beschwerde gegen die Entscheidung beim Bundeswahlausschuss in Berlin ein. Der Einspruch wurde erfasst, die Vorprüfung ergab keine weitere „Förderung des Verfahrens“ und das endgültige Ergebnis der Bundestagswahl 2025 wurde vom Bundeswahlausschuss in seiner Sitzung am 14. März 2025 festgestellt.
Vor seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter wollte er nach dem Abitur an der Gesamtschule Eschweiler (2012) eigentlich die Laufbahn zum Polizeibeamten einschlagen, wurde aber 2014, nachdem er in einer privaten WhatsApp-Gruppe mehrere rassistische und gewaltverherrlichende Posts versendet hatte, wegen einer „menschenverachtenden Grundhaltung mit rechtsextremen, zumindest aber latent rassistischen Tendenzen“ aus dem Dienst als Kommissaranwärter vom Aachener Polizeipräsidenten mit sofortiger Wirkung entlassen. Die Entlassung und das Fehlen der für einen Polizeivollzugsbeamten erforderlichen charakterlichen Eignung wurden am 30. April 2015 vom Verwaltungsgericht Aachen bestätigt (Aktenzeichen „1 K 2241/14“). Die danach begonnene Ausbildung zum Schornsteinfeger schloss er 2018 ab, 2024 absolvierte er über eine Handwerkskammer die Weiterbildung zum Gebäudeenergieberater (HWK).
Bei der Gründung des Landesverbandes NRW der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ (GD) am 17. Januar 2026 trat Krauthausen als Wunschkandidat des Lagers um AfD-Landesparteichef Martin Vincentz bei der Wahl des Landesvorsitzenden an. Er unterlag mit 88 zu 165 Stimmen Luca Hofrath, dem Kandidaten aus dem Lager des rechtsextremen Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich.
Kritik Mitte Oktober 2025 bezeichnete sich Krauthausen auf seinem WhatsApp-Status als „arischer Talahon“.
Am 31. Dezember 2025 verbreitete er über seinen Instagram-Kanal eine antisemitische Verschwörungserzählung, laut der die jüdische Bankerfamilie Rothschild für den Untergang der Titanic verantwortlich sei. Unterlegt war das Video mit einem jüdischen Volkslied. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) stuft den Instagram-Beitrag als klar antisemitisch ein, da der Name Rothschild als Chiffre für „die Juden“ benutzt werde. Die Erzählung von der angeblichen Verantwortung von Juden für den Untergang der Titanic sei fester Bestandteil antisemitischer Propaganda. Krauthausen selbst ließ verlauten, es sei ihm bekannt, dass es sich um eine Verschwörungserzählung handele, er stufe das Video aber nicht als antisemitisch ein. Er halte es für richtig, Mythen und unbelegte Erzählungen zu verbreiten und sich aus unterschiedlichen Quellen zu informieren. Die CDU Eschweiler kritisierte den Post scharf und forderte Konsequenzen. Die AfD Eschweiler äußerte daraufhin in einer Pressemitteilung, es wäre „mehr Sorgfalt angebracht“ gewesen, distanzierte sich von Antisemitismus und warf der CDU Eschweiler vor, moralische Empörung über kommunalpolitische Sacharbeit zu stellen. Der Aachener Zeitung zufolge teilten in der Vergangenheit auch mehrere andere Funktionäre der Eschweiler AfD-Fraktion antisemitische Beiträge, teils ebenfalls mit Bezug auf die Familie Rothschild.
Einzelnachweise
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