Die Osterhofer Ach ist ein knapp 8,5 km langer Bach auf der Gemarkung Haisterkirch der oberschwäbischen Stadt Bad Waldsee im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg, der am Südhang des Römerbühls entspringt und südlich von Mühlhausen in die Umlach mündet.

Lage Die Osterhofer Ach liegt in Oberschwaben, im südlichen Baden-Württemberg. Westlich des Verlaufs der Osterhofer Ach befindet sich die Europäische Hauptwasserscheide, während östlich der Höhenzug des Haisterkircher Rückens verläuft. Das Gebiet, durch das die Osterhofer Ach fließt, ist überwiegend flach und von Wiesen und Feldern geprägt. Lediglich am Ursprung der Ach, im Bereich des „Großen Gemeindeholzes“, gibt es ein kleines Waldgebiet. Die Ach entspringt südlich von Haisterkirch und fließt dann in nördlicher Richtung durch oder an den Ortschaften Haisterkirch, Hittisweiler, Hittelkofen und Osterhofen vorbei, bevor sie nördlich von Osterhofen im Bereich der Mühlwiesen in die Umlach mündet.

Verlauf

Die Osterhofer Ach entspringt im Bereich Schönwiesen am südlichen Waldrand zwischen Hittisweiler und Mennisweiler auf etwa . Von dort fließt sie in einem leichten Bogen in westlicher Richtung nach Hittisweiler. Anschließend durchfließt sie den Ortskern von Haisterkirch und verläuft dann relativ geradlinig in nordnordwestlicher Richtung, westlich an Hittelkofen und Osterhofen vorbei, bis zur Umlach nördlich von Osterhofen, in die sie von links und Süden auf mündet.

Der etwa 8,5 Kilometer lange Lauf der Osterhofer Ach endet ungefähr 85 Höhenmeter unterhalb seiner Quelle, er hat somit ein mittleres Sohlgefälle von etwa 10 ‰.

Name Die Osterhofer Ach, die vom Ursprung bis zur Ortschaft Osterhofen abschnittsweise lokal auch als Haisterbach bezeichnet wird, trägt offiziell den Namen Osterhofer Ach und ist nach der Ortschaft Osterhofen benannt.

Der Begriff „Ach“ bezeichnet in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz einen kleineren Fluss oder Bach.

Der Name „Osterhofer Ach“ setzt sich somit aus dem Namen der Ortschaft Osterhofen und dem Begriff „Ach“ zusammen.

Einzugsgebiet Das Einzugsgebiet der Osterhofer Ach erstreckt sich über eine Fläche von 19,747 km². Es wird im Osten vom Haisterkircher Rücken, im Westen von der Europäischen Hauptwasserscheide, im Süden verläuft die Grenze des Einzugsgebiets nördlich von Mennisweiler und im Norden endet das Einzugsgebiet kurz vor der Mündung in die Umlach.

Die Einzugsgebiete der folgenden Nachbargewässer grenzen an: Im Nordosten konkurriert der Mühlbach, der unmittelbar oberhalb in die Umlach mündet; im Osten und Südosten liegt das Einzugsgebiet der Wurzacher Ach und einiger ihrer Nebenläufe; jenseits der südwestlichen und westlichen Wasserscheide liegt das Einzugsgebiet der Steinach und im Nordwesten grenzt das Einzugsgebiet der Lauter an.

Zuflüsse Die Osterhofer Ach wird von mehreren Zuflüssen gespeist, die das Gebiet um Hittisweiler, Haisterkirch, Hittelkofen und Osterhofen prägen. Alle diese Zuflüsse münden in die Osterhofer Ach. Dabei entspringen die meisten Zuflüsse am Haisterkircher Rücken im Osten, mit Ausnahme des NN-IO7, der aus dem Norden kommt. Der Ehrensberger Bach entspringt im Scheibenholz südöstlich von Ehrensberg, verläuft südlich von Ehrensberg und Hittisweiler und mündet in die Osterhofer Ach im Bereich Schachenwiesen südlich von Hittisweiler. Er ist 1.523 Meter lang, seine Quellhöhe liegt auf ca. 716 m ü. NHN. Der Zufluss NN-IO7 entspringt im Großen Gemeindeholz am Südlichen Rand der Gemarkung Haisterkirch und mündet in die Osterhofer Ach am Südrand von Hittisweiler im Bereich Kapellenäcker/Kapellenwiesen. Er ist 1,363 Kilometer lang, seine Quellhöhe liegt auf ca. 676 m ü. NHN. Hinweis: NN-IO7 ist ein Technischer Name in der amtlichen Gewässerkarte, da der Bach keinen offiziellen eigenen Namen besitzt.mini|Der Hittelkofer Bach Der Guter Brunnen Bach entspringt am Oberen hohen Rain nördlich von Bäuerle. Im Bereich Gaisgraben wird ein Teil seines Wassers für acht Fischweiher genutzt, und er verläuft hangabwärts neben diesen. Seine Mündung in die Osterhofer Ach liegt im Bereich Bachäcker südlich von Heustöckle. Er ist 0,955 Kilometer lang, seine Quellhöhe liegt auf ca. 710 m ü. NHN. Der Tobelbach, der östlich von Haisterkirch in den Pfaffenwiesen entspringt, fließt zunächst durch ein Waldstück und dann durch den Ortskern von Haisterkirch, bevor er an der Kreuzung Körnerweg und Hittelkofer Straße in die Osterhofer Ach mündet. Er ist 1,068 Kilometer lang, seine Quellhöhe liegt auf ca. 695 m ü. NHN. Der Fockentalbach entspringt im Fockental am Nordrand von Haisterkirch, verläuft direkt am asphaltierten Weg den Hang am Fockental entlang und mündet in die Osterhofer Ach im Bereich Hellebardenäcker wenige Meter nördlich von Haisterkirch. Er ist 0,612 Kilometer lang, seine Quellhöhe liegt auf ca. 667 m ü. NHN. Der Hittelkoferbach entspringt in der Stockerei im Wald zwischen Hittelkofen und St. Sebastiane und mündet in die Osterhofer Ach im Bereich Lange Beund. Er ist 1,125 Kilometer lang, seine Quellhöhe liegt auf ca. 708 m ü. NHN. Der Osterhofer Bach entspringt am Vorderberg, wo sich Wasserquellen befinden, die früher zur Trinkwasserversorgung von Haisterkirch dienten, und mündet in die Osterhofer Ach im Bereich Mühlhauserstraße. Er ist 1,249 Kilometer lang uns seine Quellhöhe liegt auf ca. 685 m ü. NHN.

Der Tobelbach, der nördlich von Graben im Gaisgraben entspringt, mündet in die Osterhofer Ach im Bereich Grabenäcker/Würteäcker. Er ist 1,769 Kilometer lang, seine Quellhöhe liegt auf ca. 689 m ü. NHN.mini|Der Tobelbach (Osterhofen), vom Hinterer-Bergweg aus

Regenwasserüberläufe In die Osterhofer Ach werden an verschiedenen Stellen insgesamt vier Regenwasserüberläufe eingeleitet, um bei Starkregenereignissen das Kanalsystem zu entlasten und Überflutungen zu vermeiden.

Staukanal Fockental

Maximal 490 l/s, Ableitung über ein DN800 Rohr Der unterirdische Staukanal Fockental (DN800 Rohr) verläuft entlang der K7933 und biegt dann im rechten Winkel unter einem stellenweise überwucherten Feldweg ab, der in Richtung der Osterhofer Ach führt.

Staukanal Haisterkirch Maximal 1510 l/s, Ableitung über ein DN1600 Rohr Unter dem Fahrradweg von Haisterkirch in Richtung Hittelkofen verläuft ein DN1800-Rohr zur Regenwasserbehandlung/Regenüberlauf.

Regenüberlauf Hittelkofen Der Regenüberlauf Hittelkofen befindet sich entgegen seines Namens nicht in Hittelkofen, sondern in Osterhofen

Das Überlaufbecken befindet sich unter der Hauptstraße auf Höhe von der Eggmannsriederstraße 28, und der Abfluss verläuft unter dem geteerten Weg zur Osterhofer Ach Maximal 450 l/s, der Ablauf ist ein DN900 Rohr

Staukanal Osterhofen Maximal 1040 l/s, Ablauf über ein DN1200 Rohr Der Staukanal ist unter dem geteerten Weg und besteht aus DN1200 und DN1600 Rohren und läuft parallel zur Osterhofer Ach

Biotope, Naturdenkmäler, Moore und Kompensationsmaßnahmen Direkt entlang der Osterhofer Ach liegen mehrere bemerkenswerte Biotope und ein Naturdenkmal.

Biotope

Die geschützte Bachsenke am Römerbühl N Mennisweiler (0,3030 ha) beherbergt einen naturnahen Abschnitt der Osterhofer Ach mit begleitendem Schwarzerlen-Eschen-Wald in einer feuchten Talsenke mit typischer Krautschicht und Totholz.

Das geschützte Biotop Naßwiesen und Feuchtwald südlich Hittisweiler (0,7256 ha) umfasst Nasswiesen mit Quellbereichen und Binsen, eine Hochstaudenflur sowie einen Feuchtwald mit Erlen und Traubenkirschen und üppiger Krautschicht.

Das Biotop Feldgehölze N Hittisweiler (Biotopnummer 180244360128) ist ein geschütztes Feldgehölz, das sich kurz nach Hittisweiler an der Osterhofer Ach befindet. Es besteht aus zwei Teilflächen mit einer Gesamtfläche von 0,0530 Hektar. Das nördliche Feldgehölz befindet sich auf einer Böschung und ist lückig bewachsen, während das südliche in einer Mulde liegt und eine dichte Strauchschicht aufweist. Das Biotop beherbergt eine Vielzahl von Pflanzenarten wie Hainbuche, Hasel, Schlehe, Vogel-Kirsche, Pfaffenkäppchen, Holunder, Espe, Hartriegel, Busch-Windröschen, Gundelrebe, Heckenkirsche, Veilchen und Gold-Kälberkropf. Es dient als ökologischer Ausgleichsraum und ist durch die Ablagerung von Lesesteinen im nördlichen Teil beeinträchtigt. Das Biotop Auengehölz im Weiten Ried (Biotopnummer 180244367668) ist ein geschütztes Auengehölz, das sich direkt an der Mündung der Osterhofer Ach in die Umlach befindet. Es besteht aus zwei Teilflächen mit einer Gesamtfläche von 0,1712 Hektar. Die östliche Teilfläche ist ein dichtes, strauchreiches Gehölz, während die westliche Teilfläche parkartigen Charakter mit mächtigen Bäumen aufweist. In beiden Bereichen ist die Krautschicht gut entwickelt. Das Biotop beherbergt eine Vielzahl von Pflanzenarten, darunter Berg-Ahorn, Schwarz-Erle, Grau-Erle, Hänge-Birke, Hainbuche, Roter Hartriegel, Gewöhnliche Hasel, Espe, Gewöhnliche Traubenkirsche, Stiel-Eiche und verschiedene Weidenarten. Es dient als Pufferbereich zwischen Grünland und Bachlauf und wird als Gebiet von lokaler Bedeutung eingestuft.

Sommerlinde an der Friedhofsmauer Die Sommerlinde an der Friedhofsmauer in Haisterkirch ist als Naturdenkmal ausgewiesen und stellt ein prägendes Element des Ortsbildes dar.

Anlage von Kleingewässern zur Förderung der Kreuzkröte mini|Bild der Fläche der Anlage zur Förderung der KreuzkröteZur Kompensation von Eingriffen im Rahmen des Bebauungsplans ‚Drei Eichen VI‘ im Neubaugebiet Reute (Bad Waldsee) wurde eine Ökokonto-Maßnahme durchgeführt. Direkt im Osten, angrenzend an das Biotop ‚Auengehölz im Weiten Ried‘, entstand auf einer Fläche von rund 61.000 m² eine artenreiche Nasswiese, die speziell die Lebensräume von Kiebitz (Vanellus vanellus (Linnaeus, 1758)) und Kreuzkröte Epidalea calamita (Laurenti, 1768) fördert. Die Maßnahme, die unter dem Aktenzeichen 421-364.522 bei der Zulassungsbehörde geführt wird, nutzte 449.971 Ökopunkte.

Sowohl der Kibitz (Vanellus vanellus) als auch die Kreuzkröte (Epidalea calamita) werden auf der Roten Liste gefährdeter Arten als stark gefährdet geführt.

Mühlhauser Weite Ried Die Osterhofer Ach durchfließt kurz vor ihrer Mündung in die Umlach, einen Ausläufer des Mühlhauser Weite Ried, der von Anmoor- und Niedermoorböden geprägt ist. Sowohl die eigentliche Mündung der Osterhofer Ach als auch das Auengehölz im Weiten Ried befinden sich außerhalb dieses Riedausläufers, nachdem die Ostehofer Ach diesen durchquert hat. Ein Teil der Fläche der „Anlage zur Förderung der Kreuzkröte“ erstreckt sich jedoch in diesen Riedausläufer hinein.

Artenvorkommen mini|Kreuzkröte

Stark gefährdet Stark gefährdete Arten umfassen solche, deren Populationen erheblich zurückgegangen sind oder die durch aktuelle und zukünftige menschliche Einflüsse stark bedroht werden, sodass ohne Abwendung der Gefährdung eine Hochstufung in die Kategorie "Vom Aussterben bedroht" wahrscheinlich ist.

Die Kreuzkröte (Epidalea calamita) ist unter anderem in der Anlage von Kleingewässern zur Förderung der Kreuzkröte zu finden, wird als stark gefährdet eingestuft und zeigt sowohl langfristig als auch kurzfristig eine starke Abnahme des Bestandes. mini|Kibitz Der Kibitz (Vanellus vanellus) ist ebenfalls in der Anlage von Kleingewässern zur Förderung der Kreuzkröte zu finden, wird als stark gefährdet eingestuft und weist langfristig einen sehr starken Rückgang und kurzfristig eine sehr starke Abnahme des Bestandes auf.

Gefährdet Gefährdete Arten sind solche, deren Populationen einen merklichen Rückgang aufweisen oder die durch aktuelle und absehbare menschliche Einwirkungen bedroht sind, sodass ohne Abwendung der Gefährdung eine Hochstufung in die Kategorie "Stark gefährdet" wahrscheinlich ist. mini|WeißstorchDer Weißstorch (Ciconia ciconia) ist im gesamten Verlauf der Osterhofer Ach anzutreffen und wird als gefährdet eingestuft, wobei der langfristige Bestandstrend einen starken Rückgang zeigt, der kurzfristige Bestandstrend jedoch als gleich bleibend beschrieben wird.