mini|Rolf Brunner auf der Porträt-Postkarte K. 1409 des Verlags Photochemie, fotografiert von Alexander Binder
Rudolf Xaver „Rolf“ Brunner (* 20. Februar 1881 in München; † 30. November 1965 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler und Sänger bei Bühne und Stummfilm mit einigen Ausflügen zur Filmregie.
Leben und Wirken Brunner kam als Sohn der Köchin Walburga Brunner in München zur Welt.Stadtarchiv München, Geburtsregister Standesamt München I, Nr. 1376/1881 (online; PDF; 125 MB). Über seine Ausbildungszeit und erste Stationen ist derzeit nichts bekannt. Sein erstes nachweisbares Festengagement trat Rudolf „Rolf“ Brunner in der Spielzeit 1908/09 in Bamberg als Sänger an. Es folgten Theaterstationen u. a. in Würzburg, Hamburg (hier großer Erfolg in der Gilbert-Operette Die keusche Susanne) und Breslau, wo er sowohl als Sänger (an der jeweiligen Operette) als auch als Schauspieler auftrat. 1914 kam er nach Berlin, um dort zu Beginn des Ersten Weltkriegs ein Engagement am Thalia-Theater unter der Leitung von Jean Gilbert anzutreten. Der heiteren Muse mit Gesangsauftritten blieb er am Theater auch weiterhin verbunden, so sah man ihn anfänglich in der Hauptstadt beispielsweise in der Posse Krümel vor Paris am Residenz-TheaterSzenenfoto mit Molly Wessely und Ferry Sikla in Sport im Bild, XX. Jahrgang, 6. November 1914, S. 1174. und Jahre später am Wallner-Theater in der Fridericus-Rex-Operette Des Königs Nachbarin.
Zeitgleich begann Brunner zu filmen. Man besetzte ihn während des gesamten Krieges mit zahlreichen Haupt- und großen Nebenrollen in künstlerisch anspruchsarmen Filmen, in denen er mit bekannten Regisseuren wie Franz Hofer, Walter Schmidthässler, Eugen Illés, Joe May und Jaap Speyer zusammenarbeitete. Dabei gab er, an der Seite populärer Diven wie Lya Ley, Erna Morena und Ellen Richter, oftmals elegant gekleidete Herren aus der Gesellschaft, in Lustspielen ebenso wie in Melodramen. In den Jahren 1919 bis 1921 konzentrierte sich Rolf Brunner im Auftrag kleinerer Berliner Produktionsfirmen ohne größere Resonanz ganz auf die Filmregie und inszenierte unter anderem mehrere Detektivfilme. Mit dem in Bozen entstandenen Aldini-Sensationsfilm Jagd auf Menschen beendete Brunner im Sommer 1926 seine nur gut ein Jahrzehnt währende Tätigkeit vor der Kamera.
Brunner war ab 1919 mit Marie Krämer verheiratet.Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin-Schöneberg II, Nr. 175/1919 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). Er starb – nur zwei Wochen nach seiner Ehefrau – Ende November 1965 im Sankt-Gertrauden-Krankenhaus in Berlin-Wilmersdorf.Landesarchiv Berlin, Sterbebuch Standesamt Wilmersdorf von Berlin, Nr. 3030/1965 (online auf Ancestry, kostenpflichtig).
Filmografie Als Schauspieler, wenn nicht anders angegeben: 1915: Der Eremit 1915: Liebe und Alkohol 1915: Seelen, die sich nachts begegnen 1916: Der verkaufte Schlaf 1916: Der Handwerksbursche 1916: Im Angesicht des Toten 1916: Welker Lorbeer 1917: Der Waldbrand 1917: Im stillen Ozean 1917: Eine Perle auf dunklem Grunde 1917: Das Hochzeitsgeschenk 1917: Ein nasses Abenteuer 1917: Lulu 1918: Wogen des Schicksals 1918: Die Ehe der Gräfin Wetterberg 1918: Ein Flammentraum 1919: Die törichte Jungfrau (Regie) 1919: Sein letzter Trick (Regie) 1920: Die Lackstiefel (auch Regie) 1920: Das Sahnebaiser (auch Regie) 1920: Der Meisterschuss (Regie) 1920: Die Wölfin (Regie) 1920: Im Banne des Andern (Regie) 1921: Pique Sieben (Regie) 1921; Hans im Glück (Regie) 1922: Die Strandnixe 1922: Die Tragödie im Hause Bang 1923: Gobseck 1924: Kampf um die Scholle 1926: Jagd auf Menschen
Weblinks
Rolf Brunner in den Reichskulturkammerakten
Einzelnachweise
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