Bärbel Balke (* 2. November 1947 in Saalfeld/Saale) ist eine deutsche Schriftstellerin.

Leben Von 1967 bis 1970 studierte Bärbel Balke Ökonomie des Verkehrswesens mit dem Abschluss Ingenieur oec. und arbeitete anschließend als Redakteurin, Kellnerin und Pressereferentin in Berlin. Es folgte von 1981 bis 1984 ein Studium am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig. Seit 1981 lebt und arbeitet sie als freie Schriftstellerin in Berlin. Neben Kriminalromanen veröffentlichte sie Erzählungen, Reportagen, Portraits, und Hörspiele. Sie verfasste Texte für Chansons unter anderem für Thomas Schneider, Detlef Hörold, Barbara Kellerbauer und Gerlinde Kempendorff, die auf dem Plattenlabel Amiga erschienen. Wegen ihrer Beiträge für die Zeitschrift Das Magazin wurde sie als eine der erfreulichsten Entdeckungen bewertet. Zu den differenzierten Erwartungen der Krimileser in der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland äußerte sie nach der Wende und friedlichen Revolution in der DDR:„Der Wessi sucht im Krimi Unterhaltung – der Ossi hoffte, Subversives zu finden.“

Rezensionen Ihr 1987 erschienener Band mit Erzählungen Die kleine Weltreise wurde von der DDR-Presse überwiegend negativ aufgenommen. Während die Literaturzeitschrift neue deutsche literatur eine ausführliche Rezension brachte und der Autorin darin Talent, Phantasie, eine „scharfe Beobachtungsgabe und das Sichtbarmachen feiner Gefühlsregungen“ bescheinigte, gab es in den Tages- und Wochenzeitungen reichlich Kritik: Detlef Gwosc meinte in Unsere Zeit, es seien sämtliche für Schreib-Neulinge typische „Untugenden“ zu finden: Klischees, Detailverlorenheit und mangelndes Darstellungsvermögen. Derselbe war auch bei einer Lesung anwesend. Er befand den Vortrag unprofessionell, die Geschichten „halbfertig“ und bar jeglicher Originalität, kurzum als „ein Ärgernis“, das sich im anschließenden Diskussions-Desinteresse ausgedrückt habe. Klischees, Unoriginalität und Nebensächlichkeiten beanstandeten auch die Rezensenten vom Sonntag, vom Neuen Deutschland, von der Norddeutschen Zeitung sowie der Leipziger Volkszeitung. Des Weiteren war von einer Überfrachtung mit „modischen“ Problemen, einer Art „Problemkatalog“, die Rede. Steffen Lüddemann schrieb zwar in der Leipziger Volkszeitung, die Ausgänge von Balkes Geschichten seien „neben ihrer Oberflächlichkeit überwiegend versöhnlich und beruhigend“, aber weder er noch sein Kollege der Norddeutschen Zeitung hielten diese für angemessen.

Das 1994 erschienene Sachbuch Frauen töten einsam – Begegnung mit weiblicher Gewalt, in dem Balke das Leben von 12 in der DDR nach Tötungsdelikten verurteilten Frauen beschreibt, wurde als „ein wichtiges Buch, das nicht nur extreme Reaktionen von Frauen in Konfliktsituationen aufzeigt, sondern [...] auch eine neue Gesprächsebene für einen produktiven Ost-West-Dialog über das Thema Täterin-Opfer/weibliche Gewalt hinaus anbietet.“ rezensiert. Gemäß einer Besprechung in der Sächsischen Zeitung handelt es sich um ein „sehr lesenswertes und aufschlußreiches Buch“ bei dem die Autorin „ihr an eigener Kriminalliteratur und zahlreichen Liedtexten erprobtes stilistisches Können“ einsetzt.

Werke (Auswahl) Im Schwitzkasten. Kriminalerzählung, Blaulicht (Romanreihe), Das Neue Berlin, Berlin 1982. Der Fall Zcernik. In: Temperamente. Blätter für junge Literatur, 8 (1983), Heft 4, S. 114–126. Die kleine Weltreise. Erzählungen, Greifenverlag, Rudolstadt, 1987. Pas de deux in den Tod. Das Neue Berlin, Berlin 1991, ISBN 978-3-359-00501-8. Frauen töten einsam: Begegnung mit weiblicher Gewalt. Das Neue Berlin, Berlin 1994, ISBN 978-3-359-00740-1. Blanko. Erzählung. In: Thea Dorn, Bärbel Balke, Frank Goyke, Heiner Lau und Carl Wille, Berlin noir, Rotbuch, Hamburg 1997, S. 115–144, ISBN 3-88022-433-1.

Hörspiele 1984: Matt mit Dame – Regie: Horst Liepach Originalhörspiel, Kurzhörspiel (Original-Hörspiel, Kurzhörspiel – Rundfunk der DDR )ARD-Hörspieldatenbank (Matt mit Dame, Rundfunk der DDR 1984)

Weblinks Literatur von und über Bärbel Balke im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Literatur von und über Bärbel Balke im Katalog des Deutschen Literaturarchivs Marbach

Einzelnachweise

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