Die Bundesligakonferenz, auch ARD-Bundesligakonferenz, ist die Live-Sportberichterstattung der ARD anlässlich der Fußball-Bundesliga im Hörfunk. Sie wird von WDR 2 für alle ausstrahlenden ARD-Hörfunkwellen zentral produziert.

Geschichte Die erste Fußball-Konferenzschaltung geschah am 21. September 1952 auf dem öffentlich-rechtlichen Radiosender NWDR unter der Leitung des Sportreporters Herbert Zimmermann, der 2 Jahre später das "Wunder von Bern"-WM-Finale kommentieren würde. Diese Konferenzschaltung 1952 war derart erfolgreich, dass die gesamte ARD sie 1953 übernahm. Bevor in der Konferenz über alle zeitgleich stattfindenden Spiele berichtet wurde, wurden früher nur vier Spiele übertragen. Von den restlichen Spielen waren nach der Konferenz nacheinander die Aufzeichnungen der letzten vier Minuten zu hören.

Eine Bundesligakonferenz gab es nicht nur von den ARD-Sendern, sondern gab es von August 2008 bis Mai 2013 auch vom privaten Internetradiosender 90elf. Im Gegensatz zur ARD-Variante erstreckte sich diese Konferenz über die gesamte Spieldauer. Außerdem hörten sich hier die Reporter nicht gegenseitig. Stattdessen baute der Moderator aus den Einzelspielreportagen der Berichterstatter die Konferenz. Nachdem Sport1 die Bundesliga-Rechte von 90elf übernommen hatte, übertrug dessen Internetsportradio Sport1.FM bis 2017 ebenfalls eine Bundesligakonferenz, die auf demselben Prinzip aufbaute wie die Konferenz von 90elf. Der Musikstreaming-Dienst Amazon Music bot bis 2021 eine Bundesliga-Konferenz an, welche sich mit separaten Konferenz-Kommentatoren über die komplette Spieldauer erstreckte und so der ARD-Konferenz ähnelte.

Zur Saison 2021/22 wanderten die Digital-Radiorechte von Amazon Music zur ARD. Seitdem bietet sie unter dem Namen "Sportschau Live" sämtliche Spiele beider Ligen als Vollreportage oder in der Konferenz an. Die Übertragungen werden dabei über die Website und der App der Sportschau, den Radio-Apps der einzelnen Sender oder in ARD Sounds verbreitet. In der 1. Bundesliga sind die Konferenz-Reporter dieselben wie in der Halbzeit- und Schlusskonferenz, wobei der BR teilweise unterschiedliche Reporter einsetzt, da Bayern 1 bei mehreren bayerischen Vereinen eine eigene Konferenz anbietet. In der 2. Bundesliga ähnelt das Konferenz-Modell dem von 90elf und Sport1.FM: Hier baut die Regie aus den Einzelspiel-Reportagen eine Konferenz ohne die bekannten "Tor in"-Rufe. Eine Ausnahme bildet dabei häufig der letzte Spieltag, an dem eine klassische Konferenz mit den wichtigen Partien angeboten wird.

Sendezeiten der ARD-Bundesligakonferenz Die ARD-Bundesligakonferenz läuft in den linearen Radioprogrammen immer am Ende der beiden Halbzeiten und wird in den Programmen WDR 2 (in der Sendung: „Liga Live“), Bayern 1 (Heute im Stadion), Bremen Eins (Die Fußball-Bundesliga), hr1 (Arena), hr-info, MDR Aktuell (Fußball-Bundesliga), MDR Jump*, MDR 1 Radio Sachsen, MDR Sachsen-Anhalt*, MDR Thüringen*, NDR 2 (Die NDR 2 Bundesligashow), NDR 1 Welle Nord, Inforadio (Sport am Sonnabend), radioeins (Arena Liga live), SR 3 Saarlandwelle (Sport und Musik), SWR1 (Stadion) und gelegentlich auch Bremen Vier, hr3 und SR 1 Europawelle übertragen. (*: nur die Schlusskonferenz)

An Samstagen beginnt die Halbzeitkonferenz um 16:08 Uhr, die Schlusskonferenz um 16:55 Uhr. An den entscheidenden letzten Spieltagen erstreckt sich die Übertragung über längere Anschnitte der Halbzeiten. Vor den gemeinsamen Konferenzen schalten die Sender zu den einzelnen Sportreportern und gestalten so ihre eigene Konferenz mit Fokus auf den Mannschaften auf dem eigenen Sendegebiet.

Die komplette Bundesligakonferenz ist über die digitalen Ausspielwege der Sportschau, den Radio-Apps der ARD und in ARD Sounds aufrufbar.

Art der Übertragung Den besonderen Reiz macht dabei die Art des Kommentars aus. Während im Hörfunk üblicherweise linear über sportliche Ereignisse berichtet wird, nimmt die Bundesligakonferenz die Eigenart des Fußball-Spieltages auf und berichtet in einer Konferenzschaltung parallel über die gleichzeitig stattfindenden Partien. Jede Begegnung wird dabei von einem eigenen Kommentator begleitet, der bei der Zuschaltung in das laufende Programm sekundenaktuell von den Spielsituationen berichtet. Da das bewegte Bild fehlt, entwickelt sich das Spiel bei dieser Art der Übertragung im Kopf des Zuhörers, der sich selbst im Zuge der Live-Schilderung ein Bild vom Spielgeschehen machen muss.

Besondere Spannung entwickelt sich immer dann, wenn der Sportreporter einen Torerfolg ausruft, ohne dabei die erfolgreiche Mannschaft zu erwähnen, z. B. „Tor in Frankfurt“.

Während die unmittelbare Schilderung aktueller Ereignisse traditionell den Schwerpunkt der ARD-Bundesligakonferenz bildete, hat heute die Schilderung des länger zurückliegenden Spielgeschehens eine zunehmende Bedeutung; das Nacherzählen der vorangegangenen Minuten des Spiels nimmt zusehends mehr Raum ein als die sekundenaktuelle Liveübertragung der gerade im Stadion geschehenden Ereignisse. Während einige Konferenzschaltungen von ARD-Sendern einen hohen Anteil von Nacherzählungen zurückliegender Spielminuten enthalten, war der Anteil sekundenaktueller Schilderungen bei 90elf sehr hoch.

Stellenwert in der Medienlandschaft Die ARD-Bundesligakonferenz genießt großen Zuspruch bei der Bevölkerung. Die Schaltkonferenz der letzten 20 Spielminuten, die von 14 ARD-Radiosendern übertragen wird, erreichte 2009 regelmäßig 8,02 Millionen Hörer. 2006 waren es 6,89, 2003 7,42 Millionen Radiohörer.Karolin Schmidt/Lothar Mai: Die Fußball-Bundesliga im Radio. Ergebnisse einer Nutzungsanalyse im Zeitverlauf. Zum Vergleich: 90elf erreichte zum Finale der Spielzeit 2008/2009 600.000 Hörer,Felix Hügel: Fußball live. 90elf überträgt die Bundesliga, Deutschlandfunk, Markt & Medien, 8. August 2009. Hier Sendemanuskript online. die ARD-Konferenz kam auf 6,25 Millionen.

2010 erhielt die Redaktion der WDR-2-Variante „Liga Live“ den Deutschen Radiopreis für das Format. Deutschland sei nicht „denkbar ohne die samstägliche Bundesligakonferenz“, hieß es in der Jurybegründung.Deutscher Radiopreis 2010 – Die Begründungen der Jury, www.deutscher-radiopreis.de Einige besonders dramatische Schlusskonferenzen wurden 2013 als BuchTooor … in Deutschland! Die dramatischsten Schlusskonferenzen aus 50 Jahren Bundesliga. WDR (Hrsg.), Suhrkamp Taschenbuch, Berlin, ISBN 978-3-518-46428-1. veröffentlicht oder sind als Mitschnitt auf CD verfügbar.Hessischer Rundfunk. Das Herzschlag-Finale in Frankfurt - nie mehr 2. Liga! Live-Mitschnitt der ARD-Konferenzschaltung vom Finale der Zweiten Fußball-Bundesliga am 25. Mai 2003. Frankfurt am Main, hrMedia. 2003. (Enthält auch Ausschnitte der Schlusskonferenz vom letzten Bundesliga-Spieltag 1998/99.)

Der Fußball-Podcast Rasenfunk hat für den wöchentlichen Rückblick auf den aktuellen Bundesliga-Spieltag als Hommage an die ARD-Bundesligakonferenz den Titel Schlusskonferenz gewählt.

Über Jahre war die ARD-Bundesligakonferenz neben dem Teletext die einzige Möglichkeit für den Fußballfan, die Spiele der Bundesliga gleichzeitig zu verfolgen. Erst durch die Premiere-Berichterstattung und die zunehmende Verbreitung des Internets kam es zu ernstzunehmenden Alternativen. Die Bundesligakonferenz im Bezahlfernsehen nimmt hierbei eine Sonderrolle ein, da seit der Saison 2000/01 erstmals eine Konferenzschaltung angeboten wird, die nicht auf das Hören beschränkt ist.

Reporter & Moderatoren (Auswahl) mini|Karlheinz Kas (2020) mini|Sabine Töpperwien (2016; erste weibliche Reporterin in der Bundesligakonferenz)

Reporter Die Reporter der Bundesliga-Konferenz arbeiten in der Regel für die Landesrundfunkanstalt der Heim-Mannschaft und sitzen im Stadion. In seltenen Fällen kommentieren Reporter ein Spiel in einem anderen Sendegebiet.

Aktuell Michael Augustin (NDR) Stephanie Baczyk (RBB) Moritz Cassalette (NDR) Marc Eschweiler (WDR) Daniel Günther (SWR) Philipp Hofmeister (HR) Burkhard Hupe (WDR) Stefan Kersthold (SWR) Taufig Khalil (BR) Martina Knief (WDR) Armin Lehmann (WDR) Detlev Lindner (SWR) Julia Metzner (SWR) Heiko Neugebauer (Radio Bremen) Jens-Jörg Rieck (SWR) Guido Ringel (RBB) Ann-Kathrin Rose (SWR) Christian Schulze (WDR) Andre Siems (BR) Philipp Sohmer (SWR) Thorsten vom Wege (MDR) Philipp Weißkirch (MDR) Florian Winkler (SWR)

Ehemalig Tom Bayer (WDR) Alexander Bleick (NDR) Manfred Breuckmann (WDR) Heribert Faßbender (WDR) Werner Hansch (WDR) Stephan Kaußen (WDR) Karlheinz Kas (BR) Günther Koch (BR) Gerd Rubenbauer (BR) Sabine Töpperwien (WDR) Andreas Witte (RBB)

Moderatoren Die Rahmenprogramme für die Bundesligakonferenz im linearen Hörfunk werden von verschiedenen Moderatoren der einzelnen Sender moderiert. Zu den bekanntesten Stimmen gehören Sven Pistor (WDR), Jens Wolters (SWR) oder Martin Roschitz (NDR).

Das Online-Radio "Sportschau Live" wird abwechselnd Lisa Tellers, Julia Kleine, Constantin Kleine (alle WDR) und Anne Hilt (SR) moderiert.

Weblinks Livestream des WDR 2, www.wdr.de Welche Reporter sind in den Stadien?, www1.wdr.de

Einzelnachweise

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