Milzau ist eine Ortschaft und ein gleichnamiger Ortsteil der Stadt Bad Lauchstädt im Saalekreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland).
Geografie Milzau liegt an der Laucha, ca. 8 km nördlich des Geiseltalsees, 9 km westlich von Merseburg und 22 km südlich von Halle (Saale).
Ortsgliederung und Eingemeindungen Die Ortschaft Milzau besteht aus neun Ortsteilen:
Bischdorf Burgstaden Kleingräfendorf Krakau Milzau Netzschkau Oberkriegstedt Schadendorf Unterkriegstedt
Die Ortsteile wurden zu folgenden Zeiten eingemeindet: mini|Herrenhaus in Milzau Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Bischdorf 01.04.1937 Eingemeindung nach Milzau Burgstaden 01.07.1950 Eingemeindung nach Milzau Kleingräfendorf 01.07.1950 Eingemeindung nach Milzau Krakau 01.04.1939 Eingemeindung nach Kleingräfendorf Milzau 01.01.2010 Eingemeindung nach Bad Lauchstädt Netzschkau 01.04.1937 Eingemeindung nach Milzau Oberkriegstedt 01.04.1937 Eingemeindung nach Burgstaden Schadendorf 01.04.1937 Eingemeindung nach Burgstaden Unterkriegstedt 01.04.1937 Eingemeindung nach Burgstaden
Geschichte Milzau wurde im zwischen 881 und 899 entstandenen Hersfelder Zehntverzeichnis erstmals als Milisa genannt. Die heutigen neun Ortsteile der Ortschaft Milzau gehörten zum Hochstift Merseburg, welches seit 1561 unter kursächsischer Hoheit war und zwischen 1656/57 und 1738 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Merseburg gehörte. Die neun Orte gehörten zu folgenden ÄmternKarlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 84 f.:
Ort Amtszugehörigkeit Bischdorf Amt Merseburg Burgstaden Amt Merseburg Kleingräfendorf Amt Lauchstädt Krakau Amt Lauchstädt Milzau Amt Merseburg Netzschkau Amt Lauchstädt (Exklave) Oberkriegstedt Amt Merseburg Schadendorf Amt Lauchstädt Unterkriegstedt Amt Merseburg
Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen die neun Orte der heutigen Ortschaft Milzau zu Preußen und wurden dem Kreis Merseburg im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem sie bis 1952 gehörten. Am 1. April 1937 erfolgte die Eingemeindung von Bischdorf und Netzschkau nach Milzau und die von Schadendorf, Ober- und Unterkriegstedt nach Burgstaden. Krakau wurde am 1. April 1939 nach Kleingräfendorf eingegliedert. Burgstaden mit seinen drei Ortsteilen und Kleingräfendorf mit seinem Ortsteil wurden wiederum am 1. Juli 1950 nach Milzau eingemeindet, wodurch der Ort nun aus neun Ortsteilen bestand.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt 1952 kam Milzau zum Kreis Merseburg im Bezirk Halle, der 1994 im Landkreis Merseburg-Querfurt und 2007 im Saalekreis aufging.
Von 2005 bis 2009 gehörte Milzau zur Verwaltungsgemeinschaft Bad Lauchstädt. Bis zur Eingemeindung in die Goethestadt Bad Lauchstädt am 1. Januar 2010StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010 war Milzau eine selbständige Gemeinde mit den zugehörigen Ortsteilen Bischdorf, Netzschkau, Burgstaden, Unterkriegstedt, Oberkriegstedt, Schadendorf, Kleingräfendorf und Krakau. Letzter Bürgermeister Milzaus war Günter Teichmann.
Wappen Blasonierung: „In Grün auf goldenem, mit einem blauen Wellenbalken belegtem Schildfuß eine silberne Eiche mit neun Blättern und sechs Früchten.“
Verkehrsanbindung mini|Neubaustrecke bei Milzau Die Gemeinde liegt in unmittelbarer Nähe der Bundesautobahn 38, die Ausfahrt Merseburg-Nord (24) ist 2 km entfernt.
In Milzau befand sich ein Bahnhof an der Bahnstrecke Merseburg–Schafstädt.S.a. Meßtischblatt Merseburg 2679 (West), 1930, Deutsche Fotothek Die Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle wurde bei Milzau unter die inzwischen eingestellte Bahnlinie gelegt. Milzau ist heute durch den Landesbus 728 der Personennahverkehrsgesellschaft Merseburg-Querfurt im Landesnetz Sachsen-Anhalt erreichbar.
Persönlichkeiten Aus Kriegstedt stammen Carl Friedrich Rudolph von Grünberg (1785–1850), königlich-sächsischer Oberhofgerichtsrat zu Leipzig, Hof-, Regierungs- und Landrat in Merseburg und Ludwig Weidlich (um 1807–1877), Landrat des Kreises Merseburg.
Sehenswürdigkeiten In Milzau und seinen Ortsteilen gibt es mehrere Kirchen und Gutshäuser.
Literatur Steffan Bruns: Ortschronik Krakau: inkl. Klein Gräfendorf (Sachsen-Anhalt, Saalekreis, Schwarzeichetal), mit dem Ortsfamilienbuch der Gemeinden. Vollständige Auswertung der Kirchenbücher für die Jahre 1599–1899. Plaidt: Cardamina 2014, ISBN 978-3-86424-194-9
Weblinks
www.gemeinde-milzau.de
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Bad Lauchstädt) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Saalekreis) Kategorie:Ort im Saalekreis Kategorie:Ersterwähnung im 9. Jahrhundert Kategorie:Gemeindeauflösung 2010