Walpenreuth ist ein Gemeindeteil des Marktes Zell im Fichtelgebirge im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Walpenreuth hat eine Fläche von 2,744 km². Sie ist in 478 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 5741,09 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Tannenreuth.
Geografie Im Dorf entspringt der Tannenreuther Bach, ein linker Zufluss des Lübnitzbaches. Im Osten grenzt der Münchberger Stadtwald an. Im Südosten steigt das Gelände zur Bärenhöhe () an, die bereits zum Fichtelgebirge zählt. Die Kreisstraße HO 39 führt nach Tannenreuth (0,6 km südwestlich) bzw. nach Zell im Fichtelgebirge (2,6 km nordwestlich).
Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1317 als „Waltbotenrute“ erstmals urkundlich erwähnt.D. Hermann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 725.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Walpenreuth aus 21 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft stand dem bayreuthischen Oberamt Gefrees zu. Grundherren waren das Kastenamt Gefrees: 3 Tropfhäuser; das bayreuthische Kastenamt Stockenroth: 4 Halbhöfe, davon einer mit Schmiede; die Rittergüter Ebnath und Schwarzenreuth: 1 Zweifünftelhof mit 2 Häusern, 2 Fünftelhöfe, 1 Viertelhof, 2 Viertelzinsgüter, 2 Zehntelhöfe, 3 Söldengüter, 1 Söldengut mit einem halben Haus, 1 Zehntelhofgut mit einem halben Haus (Diese Bewohner waren pfalz-neuburgische Landsassen).A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 441.
Von 1797 bis 1810 unterstand Walpenreuth dem Justiz- und Kammeramt Gefrees. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Walpenreuth dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Zettlitz zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Walpenreuth, zu der Tannenreuth gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Gefrees zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Gefrees. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 11 Anwesen in Walpenreuth dem Patrimonialgericht Grossenau. 1840 wurde die Gemeinde Walpenreuth an das Landgericht Berneck und an das Rentamt Marktschorgast überwiesen (1919 in Finanzamt Marktschorgast umbenannt). Ab 1862 gehörte Walpenreuth zum Bezirksamt Berneck. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Berneck (1879 in Amtsgericht Berneck umgewandelt). 1929 wurde die Gemeinde schließlich an das Bezirksamt Münchberg (1939 in Landkreis Münchberg umbenannt) und das Finanzamt Münchberg abgegeben. Ab 1970 war das Amtsgericht Münchberg zuständig.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 502. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 2,746 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Walpenreuth am 1. Januar 1972 nach Zell im Fichtelgebirge eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Walpenreuth Jahr 1812 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 207 225 267 275 294 275 278 277 275 293 270 256 239 233 223 209 200 187 182 214 202 197 189 161HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 31 41 42 42 46 35 39 41 Quelle
Ort Walpenreuth Jahr 1812 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2005 2010 2015Einwohner 145 130 203 201 210 178 152 162 155 126 96 91 84 64Häuser 21 29 33 26 30 32 35 Quelle
Religion Walpenreuth ist nach St. Gallus (Zell im Fichtelgebirge) gepfarrt und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Zell im Fichtelgebirge) Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hof) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1317 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Hof