mini|Paradeauffahrt des Generalkonsulats der Russischen Föderation in Bonn (2014) Die KGB-Residentur Bonn () wurde nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Sowjetunion und der Bundesrepublik Deutschland 1955 als legaleDas Bundesamt für Verfassungsschutz definiert die Residenturen so: „Getarnter Stützpunkt eines Nachrichtendienstes in einem anderen Land. Ist der Stützpunkt in einer offiziellen oder halboffiziellen Vertretung (zum Beispiel Botschaft, Handelsvertretung), spricht man von einer Legalresidentur. Hiervon zu unterscheiden ist eine illegale Residentur, die aus einer Gruppe von konspirativ arbeitenden ND-Angehörigen oder Illegalen besteht.“, vgl. Residentur, eingesehen am 5. Januar 2025. Residentur des KGB in den Gebäuden der sowjetischen Botschaft in Bonn eingerichtet, bis 1975 im ehemaligen Hotel „Rolandseck-Groyen“ in der Mainzer Straße 28–30, dann in den Gebäuden auf der Viktorshöhe. Während die Bonner Residentur der KGB-Zentrale Karlshorst in Berlin-Karlshorst, der größten KGB-Residentur außerhalb der Sowjetunion, unterstellt war, unterstanden ihr selbst die legalen KGB-Residenturen in Köln und Hamburg.Christopher Andrew, Wassili Mitrochin: Das Schwarzbuch des KGB: Moskaus Kampf gegen den Westen, Ullstein Verlag, München 2001, S. 782 Anm. 5. ISBN 978-3-548-36266-3 In Köln befand sich diese in den Gebäuden der sowjetischen Handelsvertretung. Für die geheimdienstliche Tätigkeit gab es in der Bonner Residentur die Funkabhörstation „Centaurus-1“ und in Köln „Centaurus-2“.Резидентура КГБ в Бонне, eingesehen am 5. Januar 2025.
Besonders eng war die Zusammenarbeit mit der Hauptverwaltung A (HV A) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) unter den Leitung von Markus Wolf. Die MfS-Residentur befand sich in der Ständigen Vertretung der DDR in der Godesberger Allee 18 in Bonn, bis im Spätsommer 1990 die 70 Stasi-Mitarbeiter das Objekt verließen.
Im Jahr 1991 waren geschätzt in Deutschland ungefähr 700 KGB-Agenten aktiv. Davon sollen 100 KGB-Offiziere in Bonn und Köln gearbeitet haben, die übrigen in München, Hamburg, West-Berlin und im Ostberliner Stadtteil Karlshorst.700 KGB-Agenten in Deutschland aktiv, in: TAZ vom 4. Januar 1991, eingesehen am 5. Januar 2024. Neben den legalen KGB-Residenturen wurden auch illegale betrieben, über die aber nur etwas bekannt ist, wenn sie aufgeflogen waren, wie 1967 als eine illegale Residentur des KGB in Bonn um Jewgenij Jewgenjewitsch Runge bekannt wurde. Besonders über männliche Agenten (Romeo-Falle) wurde versucht, Sekretärinnen in Bonner Ministerien durch Vorspielen von Liebesbeziehungen zu rekrutieren und so an sensible Informationen zu gelangen.
Große Teile der KGB-Strukturen gingen nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 in die heutigen russischen Dienste FSB und SWR auf.
Standort und Struktur mini|Von 1955 bis 1975 sowjetische Botschaft, Mainzer Straße 28/30 (2014) Während des Kalten Kriegs war das geteilte Deutschland ein Zentrum der Aktivitäten des sowjetischen Geheimdienstes KGB gewesen. Im Jahr 1955, nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der UdSSR und der BRD wurde die KGB-Residentur Bonn als legaleDas Bundesamt für Verfassungsschutz definiert die Residenturen so: „Getarnter Stützpunkt eines Nachrichtendienstes in einem anderen Land. Ist der Stützpunkt in einer offiziellen oder halboffiziellen Vertretung (zum Beispiel Botschaft, Handelsvertretung), spricht man von einer Legalresidentur. Hiervon zu unterscheiden ist eine illegale Residentur, die aus einer Gruppe von konspirativ arbeitenden ND-Angehörigen oder Illegalen besteht.“, vgl. Residentur, eingesehen am 5. Januar 2025. Residentur in den Gebäuden der Sowjetischen Botschaft eingerichtet. Diese befanden sich bis 1975 im ehemaligen Hotel „Rolandseck-Groyen“ in der Mainzer Straße 28–30. Im Jahr 1965 waren dort 41 Diplomaten und 60 weitere Botschaftsangehörige tätig.Time & Tide, Band 47, Time and Tide Publishing Company, 1966, S. 170. 1976 zog die Botschaft und mit ihr die KGB-Residentur in der Viktorshöhe um. Zwar befanden sich in Bonn als Bundeshauptstadt während des Kalten Krieges viele Einrichtungen, für den KGB war Köln aber interessanter, da hier das Amt für Verfassungsschutz, die Oberfinanzdirektion, der Militärische Abschirmdienst und andere Strukturen angesiedelt waren.«Семичастный, которого обвинили в побеге Светланы Аллилуевой, был снят с поста председателя КГБ», vom 19. November 2022, eingesehen am 5. Januar 2025. „Es ist erwähnenswert, dass der KGB zwei Residenzen in der BRD hatte - in Bonn (der Hauptstadt) und Köln, während das Innenministerium der PPR nur eine in Köln ("Dworek") hatte. Pitovranov brauchte seinen eigenen Mann in der polnischen Residenz, um die Gesamtstrategie der politischen und wirtschaftlichen Aufklärung in der BRD zu koordinieren. Außerdem waren viele staatliche Strukturen hier und nicht in Bonn angesiedelt. Insbesondere das Amt für Verfassungsschutz, die Oberfinanzdirektion, das Militärische Abschirmdienstamt und andere Institutionen waren in Köln angesiedelt.“
Das Gebäude Venner Straße 31 ist ein Wohnhaus in Bad Godesberg, einem Stadtbezirk von Bonn, das von 1972 bis 1991 als Residenz des sowjetischen und anschließend bis 1999 des russischen Botschafters in der Bundesrepublik Deutschland diente. Es liegt im Ortsteil Schweinheim an der Venner Straße Ecke Waldstraße mit einem bis zur Axenfeldstraße reichenden Grundstück.
KGB-Residentur in Köln Der Abschluss eines Regierungsabkommens mit der Bundesrepublik im April 1958Abkommen über allgemeine Fragen des Handels und der Seeschifffahrt vom 25. April 1958 (), Art. 7 mit Anlage; im Verhältnis zu Russland außer Kraft getreten am 20. Dezember 2000 () ermöglichte eine Handelsvertretung in Köln.Website des Handels- und Wirtschaftsbüros der Botschaft der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland (Abgerufen am 3. September 2014) Die sowjetische Handelsvertretung in der Bundesrepublik Deutschland befand sich zunächst in Bad Honnef bei Bonn. 1960 zog sie in ein Gebäude in Köln, in der Aachener Straße 240–244 um. Weiterhin wurde im April 1973 ein Gebäude in der Lepsiusstraße 103 in Berlin gekauft, um das dortige Büro unterzubringen.Handels- und Wirtschaftsbüro bei der Russischen Botschaft, in: Botschaft der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland, eingesehen am 5. Januar 2024. Als lokale KGB-Residentur sollen Teile der ehemaligen Sowjetischen Handelsvertretung in der Friedrich-Engels-Straße 3, 5, 7 in Köln gedient haben.Besitz-Streit um „KGB-Gebäude“ in Köln. In: Deutsche Welle vom 9. März 2006, eingesehen am 5. Januar 2024.Russland will die leerstehenden Häuser nicht verkaufen. In: Kölnische Rundschau vom 13. Juli 2021, eingesehen am 5. Januar 2024. „Sie wurden noch zu Sowjet-Zeiten Mitte der 1970er-Jahre gebaut und in den Jahren nach dem Ost-West-Konflikt von der Handelsvertretung der russischen Botschaft genutzt. Deshalb ist ein großer Teil der Gebäude Büros, Besprechungsräumen und Konferenzsälen vorbehalten. Daneben gibt es aber auch 80 Wohnungen. Zwei der Häuser stehen seit 2000 leer, in Haus Nummer 7 waren noch bis 2018 Wohnungslose untergebracht.“Relikte der UdSSR stehen seit 2018 leer. In: Rheinische Anzeigenblätter.de vom 19. Mai 2021, eingesehen am 5. Januar 2025. Weitere Gebäude der sowjetischen Handelsmission lagen in der Classen-Kappelmann-Straße 47 und Aachener Straße 240–244.Hans-Wlli Hermans: „Russen-Häuser“ sollen weichen. In: Rheinische Anzeigenblätter vom 16. Dezember 2022, eingesehen am 5. Januar 2025.
Im Jahr 1982 wies ein Lagebericht des Verfassungsschutzes darauf hin, dass die Handelsvertretung eine besondere Rolle bei der Umgehung der durch die CoCom-Liste festgelegten Embargobestimmungen spielte.o. V.: Moskauer DV-Spione beschäftigen Bonner Beamte. Mitarbeiter der sowjetischen Handelsvertretung wegen illegaler Aktivitäten angeklagt. Website „computerwoche.de“, 6. Mai 1983 (Abgerufen am 5. April 2022) Das Gebäude in der Aachener Straße war schließlich Gegenstand eines 18 Jahre dauernden Rechtsstreits.Stockholm Chamber of Commerce: Sedelmayer v. Russia, Schiedsspruch vom 7. Juli 1998; Vollstreckbarerklärung: Kammergericht, Beschluss vom 16. Februar 2001, 28 Sch 23/99; siehe auch OLG Köln, Beschluss vom 21. März 2014, 11 U 223/12 „Auch der deutsche Geschäftsmann Franz Siedelmeier hat sich das Gebäude der ehemaligen KGB-Residenz in Köln als Sicherheit für eine Schuld gegenüber dem russischen Staat gesichert, die 1998 vom Gericht anerkannt wurde und innerhalb von acht Jahren von 2,35 Mio. $ auf 5 Mio. $ anstieg.“От редакции: Дань призракам vom 10. März 2006, eingesehen am 5. Januar 2025. Im September 2013 wurde das Objekt schließlich zwangsversteigert.Oliver Görtz: Unternehmer siegt gegen Russland, Kölner Stadt-Anzeiger, 19. September 2013 (Abgerufen am 31. August 2014)
KGB-Residentur in Hamburg Neben der legalen KGB-Residentur in Köln unterstand auch die in Hamburg der Residentur in Bonn. „Am 1. November 1972 werden beiderseitig die Generalkonsulate der UdSSR und Bundesrepublik Deutschland in Hamburg und Leningrad eröffnet. Ab 1974 residiert das Generalkonsulat der Sowjetunion, aktuell Generalkonsulat der Russischen Föderation in Hamburg, unter der Adresse Am Feenteich 20 () in Hamburg-Uhlenhorst.“Generalkonsulat der Russischen Föderation in Hamburg (geschlossen), eingesehen am 3. März 2025. Es ist zum 31. Dezember 2023 geschlossen worden, bleibt aber im Besitz der Russischen Föderation.Russisches Generalkonsulat in Hamburg geschlossen. In: ndr.de vom 4. Januar 2024, eingesehen am 3. März 2025.
Geschichtliche Aktivitäten im Kontext (Auswahl)
Die Spiegel-Affäre 1962 war eine politische Affäre in der Bundesrepublik Deutschland, bei der sich Mitarbeiter des Nachrichtenmagazins Der Spiegel aufgrund eines Artikels über die Verteidigungsfähigkeit der Bundesrepublik einem Ermittlungsverfahren wegen möglichen Landesverrats ausgesetzt sahen.
Die Idee zur Gründung der Organisation Generale für den Frieden 1980/1981 kam ursprünglich vom sowjetischen Geheimdienst KGB und der DDR-Staatssicherheit. Sie wurde organisiertRobert Lorenz: Unkonventionelle Politiker-Karrieren in der Parteiendemokratie, S. 419 von dem als „Geschäftsführer“ tätigen Agenten des MfS der DDR, Gerhard Kade, der als Hochschullehrer an der Technischen Hochschule Darmstadt tätig war und unter dem Decknamen „Super“ zugleich als inoffizieller Mitarbeiter für das MfS – ehemalige NATO-Generale zusammengeschlossen hatten. Kade arbeitete auch für den KGB unter dem Tarnnamen „Robust“.Der Stasi-Maulwurf von Bonn (Die Welt, 28. April 2004) Westmitarbeiter der Staatssicherheit hatten die Aufgabe, der Friedensbewegung einen antiamerikanischen Einschlag zu geben und die Meinung zu verbreiten, US-amerikanische Raketen gefährdeten den Weltfrieden, während sowjetische Raketen diesem dienten. Ermittlungen der Bundesanwaltschaft ergaben 1993, dass die Gründung der Gruppe auf eine Initiative der HV A des MfS zurückging.Rüdiger Steinmetz, Tilo Prase: Dokumentarfilm zwischen Beweis und Pamphlet, S. 130