mini|Rob de Nijs bei einem Auftritt 2008 Robert de Nijs (* 26. Dezember 1942 in Amsterdam; † 16. März 2025 in Bennekom) war ein niederländischer Sänger und Schauspieler. Er gehört zu den erfolgreichsten Popsängern in den Niederlanden und hatte seine größten Erfolge in den 1980er und 1990er Jahren.
Biografie Nachdem Rob de Nijs einen Talentwettbewerb gewonnen hatte, begann er zu Beginn der 1960er Jahre, anfangs noch mit seiner Begleitband The Lords (nicht zu verwechseln mit den deutschen The Lords), Singles aufzunehmen. Eine seiner ersten Veröffentlichungen war eine Coverversion von Rhythm of the Rain von den Cascades mit niederländischem Text. Ritme van de regen wurde sein erster Hit, er erreichte in den Top-100-Charts Platz 4 und verkaufte sich über 100.000 Mal. Das Rezept, auf Niederländisch zu covern, behielt er bei und noch im selben Jahr hatte er mit Stil verdriet – im Original Blue on Blue von Bobby Vinton – einen weiteren Hit. Der Erfolg ließ aber wieder nach, mit Anna Paulowna auf die Melodie von Guantanamera hatte er 1966 noch eine niedrigere Platzierung in den zwischenzeitlich etablierten Nederlandse Top 40.
miniatur|De Nijs beim Nationaal Songfestival 1969 in Scheveningen Ende der 1960er Jahre übernahm er eine Rolle als Schauspieler in der beliebten Kinderserie Oebele. In der Serie Kunt u mij de weg naar Hamelen vertellen, meneer? spielte er in der ersten Hälfte der 1970er die Hauptrolle. Musikalisch versuchte er 1969 ein Comeback mit Zaterdagavondshow beim Nationaal Songfestival, dem niederländischen Vorentscheid für den Grand Prix d’Eurovision, er blieb aber ohne Punkte. Erst nach dem Ende der Beat-Ära kehrte er Mitte der 1970er wieder in die Charts zurück. Er setzte auf eigene Lieder geschrieben von Boudewijn de Groot und Lennaert Nijgh und wurde zumindest im Inland zu einem der erfolgreichsten Vertreter des Nederpop. Er nahm auch Lieder auf Deutsch auf, konnte sich im Nachbarland aber nicht durchsetzen. Dag zuster Ursula und Malle babbe waren zwei Top-10-Hits aus der Zeit. Umgekehrt hatte er mit der niederländischen Version eines deutschen Hits, Und es war Sommer von Peter Maffay, einen weiteren Hit in der Heimat. Im niederländischsprachigen Belgien erreichte Het werd zomer außerdem Platz 5. Mit dem zugehörigen Album Tussen zomer en winter kam er erstmals auch in die Top 10 der niederländischen Albumcharts.
In den 1980er Jahren gehört er zu den Künstlern mit dem beständigsten Erfolg in den Niederlanden und fast jedes Jahr veröffentlicht er ein Top-10-Album. Bereits 1980 erschien mit Met je ogen dicht das Album des Jahres mit 230.000 verkauften Exemplaren. Mit dem Song Alles wat ademt hatte er mit Platz 2 in der Heimat und Platz 4 in Flandern seinen bis dahin größten Hit. In der ersten Hälfte der 1990er Jahre ließ der Erfolg dann deutlich nach. Erst 1996, im 34. Jahr seiner Musikkarriere, hatte er noch einmal ein großes Comeback mit dem Album De band, de zanger en het meisje, das Platz 3 erreichte. Es enthielt seinen einzigen Nummer-eins-Hit Banger hart, der nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in Belgien Spitzenreiter war.
1998 hatte De Nijs mit Zo zal het zijn seinen letzten Singlehit, aber bis in die 2020er Jahre hinein veröffentlichte er weiter Alben. Damit war er weiterhin erfolgreich und er erreichte noch eine Reihe von Top-10-Platzierungen. 2000 wurde er von Königin Beatrix zum Ritter ernannt. 2002 wurde er mit dem Edison für sein musikalisches Schaffen ausgezeichnet. Bis 2021 gab er Konzerte vor ausverkauftem Haus, dann wurde allerdings bekannt, dass er an Parkinson erkrankt war, und er musste sich zurückziehen. Rob de Nijs starb 2025 im Alter von 82 Jahren.
Diskografie
Alben
Lieder
Weitere Lieder Ritme van de regen (mit den Lords, 1963; Original: Rhythm of the Rain von den Cascades) Stil verdriet (mit den Lords, 1963; Original: Blue on Blue von Bobby Vinton) Ik wil je (1982) ’n Beetje meer (1984) Johnny soldaat (1985) Land van Maas en Waal (1988) Huis in de zon (1991) Arme ziel (2005)
Quellen Netherlands: Nationaal Songfestival 1969, Eurovision World, abgerufen am 20. März 2025
Weblinks
Offizielle Homepage (niederländisch)
Rob de Nijs bei NL Discografie (niederländisch)
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