Die Felsentaube (Columba livia) ist eine Vogelart aus der Familie der Tauben (Columbidae). Sie ist die alleinige Stammform der Haustaube und damit auch der Stadttaube. Diese domestizierte und verwilderte Form zählt zu den erfolgreichsten Vögeln der Erde und ist mittlerweile, von der Arktis und Antarktis abgesehen, weltweit verbreitet. Die Wildform ist dagegen auf Eurasien und Afrika beschränkt.
Merkmale mini|links|Kopfporträt Die Felsentaube ist etwa 33 Zentimeter lang (Schnabelspitze bis Ende Schwanzfedern), ihre Flügelspannweite beträgt etwa 63 Zentimeter und sie wird etwa 330 Gramm schwer. Damit ist sie deutlich kleiner als die Ringeltaube, aber größer als die Türkentaube.
Die Geschlechter sind äußerlich sehr ähnlich: Kopf, Hals, Brust und Rücken sind blaugrau mit bei den Männchen ausgeprägterer, glänzend gelblich, grünlich und rötlich-violett schimmernder Färbung den Nacken entlang und an den Schwingen. Die Flügeldecken sind heller mit zwei dunklen Binden, der Schwanz trägt eine bläulich-graue Binde, beide Spitzen sind dunkel.
Der Schnabel ist dunkelgrau bis rosa, während sich die helle Wachshaut auffällig abhebt. Schwanz und Flügelspitzen sind dunkel. Felsen- und auch Haustauben kann man in eine große Anzahl von verschiedenen Phänotypen aufteilen, zum Beispiel blau-, dunkel gesprenkelte und rote.
Verbreitung mini|Dunkelrot: ungefähre heimische Verbreitung. Rosa: eingeführte nicht heimische Populationen Felsentauben sind in Europa, Nordafrika und West-, Südwest-, West-Zentral- und Südasien heimisch. Insgesamt beträgt die weltweite Population (einschließlich nicht heimischer und verwilderter Populationen) 140.000.000 Vögel.
Die Felsentaube lebt ganzjährig im gesamten Mittelmeerraum, im Osten bis zum Kaspischen Meer sowie in Schottland, Irland, auf den Shetland- und Färöer-Inseln.
Lebensweise mini|Ei, Sammlung Museum Wiesbaden Der natürliche Lebensraum der Felsentauben sind Felsklippen an der Meeresküste, im Landesinneren auch in Berggebieten. Ihr Lebensraum muss Felshöhlen und Felsspalten als Nistgelegenheit bieten. In Afrika bewohnt sie sogar unterirdische Brunnen. Zur Nahrungssuche sucht sie Kulturland, offenes Gelände und Brachland auf. Felsentauben ernähren sich von Getreidesamen, Eicheln und Samen von Koniferen, Knospen, Beeren und vereinzelt auch von Schnecken, Insekten und Würmern.
Die Brutdauer beträgt 17 Tage. Die Jungvögel sind nach 4 Wochen flügge.
Unterarten mini|Taube im Flug Es werden 14 geographische Unterarten unterschieden: Columba livia livia Gmelin, JF, 1789 Columba livia atlantis Bannerman, 1931 Columba livia canariensis Bannerman, 1914 Columba livia nigricans Buturlin, 1908 Columba livia palaestinae Zedlitz, 1912 Columba livia gaddi (Zarudny & Loudon, 1906) Columba livia targia Geyr von Schweppenburg, 1916 Columba livia dakhlae Meinertzhagen, R, 1928 Columba livia schimperi Bonaparte, 1854 Columba livia neglecta Hume, 1873 Columba livia gymnocycla Gray, GR, 1856 Columba livia lividior Bates, 1932 (ungültig bei einigen Autoren, da es sich um Columba livia gymnocycla handelt) Columba livia butleri Meinertzhagen, 1921 (ungültig bei einigen Autoren, da es sich um Columba livia schimperi handelt) Columba livia intermedia Strickland, 1844
Feinde In weiten Teilen des Verbreitungsgebietes ist die Felsentaube bzw. Straßentaube eine Hauptbeute des Wanderfalken.
Gefährdungssituation Die Felsentaube wird von der Weltnaturschutzunion IUCN in der Roten Liste gefährdeter Arten geführt. Obwohl die Bestände abzunehmen scheinen, wird nicht erwartet, dass die Lage schnell Gefährdungskriterien erreichen könnte. Auch wegen des insgesamt sehr hohen Bestands und ihrer sehr weiten Verbreitung wird die Felsentaube als nicht gefährdet (engl.: „Least Concern“) bewertet.
Belege Literatur R. C. Banks, R. W. McDiarmid, A. L. Gardner: Checklist of Vertebrates of the United States, the U.S. Territories, and Canada. Fish and Wildlife Service, Washington 1987. David Burnie (Hrsg.): Vögel, München 2008, Dorling Kindersley, ISBN 978-3-8310-1272-5 Apelle Dei: Scritti di ornitologia Senese. Accademia, Siena 1996. Richard F. Johnston: Rock dove. In: The Birds of North America. Nr. 13, Washington 1992. Alois Münst und Josef Wolters: Tauben – Die Arten der Wildtauben, 2. erweiterte und überarbeitete Auflage, Verlag Karin Wolters, Bottrop 1999, ISBN 3-9801504-9-6.
Weblinks
Javier Blasco-Zumeta, Gerd-Michael Heinze: Geschlechts- und Altersbestimmung (PDF-Datei, englisch) Federn der Felsentaube
Einzelnachweise
Kategorie:Feldtauben