trunken zerebralDer Titel „trunken zerebral“ stammt aus dem Gedicht Schweifende Stunde von Gottfried Benn und bezeichnet in formelhafter Kürze ein Nebeneinander von Intellektualität und Ekstase books.google.de ist ein experimentelles Hörspiel von Heiner Grenzland. Das Werk wurde im Jahr 2001 im Auftrag der Redaktionsgemeinschaft der Hörfunksender Sender Freies Berlin (SFB), Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg (ODR), Radio Bremen (RB) und Österreichischer Rundfunk (ORF) produziert. Die Ursendung fand im Rahmen der Internationalen Digitalen Radiokunst (IDR)Internationale Digitale Radiokunst ISD forschung-kuenstlerpublikationen.de am 21.12.2001 um 22:00 Uhr im SFB Berlin statt.ARD-Hörspieldatenbank hoerspiele.dra.de Die österreichische Erstausstrahlung war am 21.07.2002 im Programm ÖR1 Kunstradio des ORF.ORF Kunstradio kunstradio.at Weitere Ausstrahlungen erfolgten im Jahr 2002 beim Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (27.02.2002, 23:00 Uhr) und bei Radio Bremen (23.08.2002, 22:05 Uhr) sowie Radio Corax (27.05.2011 und 01.05.2012) u. a.

trunken zerebral Hörspiel (Deutschland) Originalsprache: Deutsch Autoren: Gottfried Benn Heiner Grenzland Sounds: Heiner Grenzland Musikeinspielungen: Ensemble Présence Längen: O-Fassg. 31:36'* / 32:31'** / Kurzfssg. 22:02 / 25:49* Gattung: Hörspiel Genre: Ars acustica Sender: SFB, ORB, ORF, RB Jahr der Produktion: 2001 Land der Produktion: Deutschland Sprache der Produktion: Deutsch Erstausstrahlung: 21.12.2001, SFB Sprecher Stimme 1 Simon Böer Stimme 2 Christian Gaul Stimme 3 Joachim Schönfeld crew-united.com Stimme 4 Ann Vielhaben Sonstiges *Ohne / **mit produzierter An- und Abmoderation (0:56'). Unter Mitarbeit von Corinna Zeil und Susanne Rüttler. Mastering: msm-Studio München. Textrechte: Klett-Cotta Verlag, Stuttgart.

Produktionsteam Regie:Heiner GrenzlandRegieassistenz:Alexander GröschnerProduktionsassistenz:Juliane PlodekCasting / Produktion:Jutta SchnirchTon & Technik:Peter Avar, Kathrin WittPostproduction:Christof StickelFederführende Redakteure:Manfred Mixner, Holger Rink

Inhalt / Handlung Trunken zerebral verwendet Texte und Szenen aus den Novellen GehirneMaria Cazzola: Das Werk des frühen Benn. Zu „Gehirne“ u. a.: Tesi di Laurea dspace.unive.it (PDF). von Gottfried Benn. Hinzu kommen Texte von Heiner Grenzland und Zitate von Niels Bohr zur Quantenmechanik. Diese Textteile formen zusammen mit Geräuschen und Musikfragmenten eine klangsprachliche Collage. Der eigentliche Inhalt oder Gegenstand dieser Sprach-Geräusch-Collage ist eine Art Auseinandersetzung oder das Sich-aneinander-Reiben von zwei antagonistischen Vorstellungen bzw. Behauptungen von „Wirklichkeit“.

Anstelle einer durchgehenden Handlung besteht das Werk aus Szenen, Dialogen und Monologen, die inhaltlich, charakterlich sehr unterschiedlich sind. Sie sind teils aufeinander bezogen, teils stehen sie zusammenhanglos nebeneinander. Dabei wechseln verständliche und rationale Textteile mit abstrakten, surrealen oder dadaistischen Passagen. Die Schilderung von banalen Alltäglichkeiten wechselt mit völlig überspannten (pseudo-)intellektuellen Reflexionen. Das Hörspiel setzt auf die individuelle Assoziationsfähigkeit und Fantasie des Hörers und versucht, darüber ein Spiel mit verschiedenen Perspektiven auf das Gehörte und damit auch unterschiedliche Wertungen in Gang zu setzen.

Form Die Form des Werkes besteht aus einem Prolog, einem Epilog und 8 ineinander übergehenden sogenannten „Algorithmen“. Mit Algorithmus bezeichnet der Autor eine Gestaltungsmethode, die „[…] auf Elemente mit gemeinsamen Merkmalen angewendet […] wird“ (Heiner Grenzland). Prolog und Epilog bilden eine Ausnahme, weil sie im Gegenteil dazu vollkommen frei angelegt sind. Im Idealfall können sie bei jeder Ausstrahlung des Werkes neu (und live) improvisiert werden.

Die Teile: Prolog | Solo: „Entstirnt — Das Wort gibt’s doch gar nicht!“ Algorithmus 1 | Präludium: „Kongruenz und Koinzidenz von … von …“ Algorithmus 2 | Gemeinschaft Er und Sie: „Genuss pur.“ Algorithmus 3 | Herrenrunde: „Die tropische Frucht.“ Algorithmus 4 | Mutter und Kind: „Ja guck mal da, das ist die böse, böse Entfremdung …“ Algorithmus 5 | Reminiszenz: „Cabaret Realität.“ Algorithmus 6 | Gemeinschaft Café: „Das Bild, das namenlose Glück.“ Algorithmus 7 | Bandwurm: „Gestatten, mein Name und so weiter.“ Algorithmus 8 | Postludium: „Der bisherige Mensch ist zu Ende. Kaputt.“ Epilog | Tutti: „Soll er doch alleine ‚blau‘ sprechen!“

Rezeption (Auswahl)

Weblinks Anteville Klangkunst Funkkorrespondenz, heute Medienkorrespondenz auf der Werkdoku. Website des Autors Randfunk.de (PDF; 0,2 MB). Gottfried Benn Gesellschaft

Einzelnachweise

Kategorie:Hörspiel (Titel) Kategorie:Sender Freies Berlin (Hörfunk) Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert)