mini|Wallfahrtskirche Pöllauberg, Orgelempore mit vier Evangelisten und zwei Propheten 1691 Joseph Antonio Serenio, auch Giuseppe Serena (* in Arogno im Bezirk Lugano der Schweiz ?; † 30. August 1710 in GrazMatriken Grazer Stadtpfarrkirche Hl. Blut, Sterbebuch XI 1705–1722/S. 233. Bei den Dominikanern in die Gruft gelegt.), war ein österreichischer Bildhauer und Stuckateur.
Leben Der aus dem Bezirk Lugano in der Schweiz zugewanderte Junggeselle Alessandro Serena, seiner Kunst ein Stuckateur, verheiratete sich am 21. Jänner 1659 in Graz. Vom 30. November 1659 bis 1665 sind drei Kinder, bis 1678 weitere drei dokumentiert. Ein Sohn Josef Anton ist nicht dabei. Bei den Stuckaturen 1682/83 in der Beletage von Schloss Eggenberg arbeitete Josef Anton Serenio bereits mit. Er übernahm 1688 nach dem Tod des Vaters Alexander Serenio die Werkstätte. Anmerkung In der Literatur wird er als Sohn des Alexander bezeichnet. Der Kunsthistoriker Albert IlgDie Fischer von Erlach. S. 21. nennt Giuseppe Serenio einen Verwandten (Sohn ?). Ein Kind aus einer Heirat in der Heimat ?.
Werke (Auswahl) Schloss Eggenburg Im Schloss Eggenburg gestaltete Alexander Serenio mit seiner Werkstätte und Sohn Josef Anton die Festsäle in den Jahren 1682/83. Der Maler Hans Adam Weissenkircher schuf die Gemälde.Schweigert: Dehio Graz. S. 244. Mausoleum Ehrenhausen im Bezirk Leibnitz Der Vater Alexander Serenio († 1688) arbeitete ab 1685 in der oberen Kuppelzone des Mausoleums Ehrenhausen. nach seinem Tod setzte Joseph Anton Serenio die Arbeiten in der unteren Kuppelzone fort. Es ist möglich, dass er nach einem Riss des jungen Fischer von Erlach arbeitete.Ehrenhausen. in: Dehio-Handbuch. Steiermark (ohne Graz). S. 80.Landesbibliothek Steiermark. Günther Perchtold, Johann Bernhard Fischer von Erlach. Dekorationen im Mausoleum des Ruprecht von Eggenberg in Ehrenhausen.
Kirche und Mausoleum Kaiser Ferdinands II. in Graz Die Entwürfe für die Stuckdekorationen im Grazer Mausoleum lieferte 1687 Johann Bernhard Fischer von Erlach. Die Arbeiten führten 1688/89 Josef Serenio, Girolamo RossiRossi Girolamo, Deckenmalereien und Antonio QuadrioQuadrio, Antonio, Artisti Italiani in Austria. aus. 1694 erfolgte eine Restaurierung der Arbeiten des Mathias Camin von 1640 im unteren Gruftraum durch Josef Antonio Serenio.Schweigert: Dehio Graz. S. 26.Patrick Windischbauer, Das Mausoleum in Graz. Eine Baumonografie. Diplomarbeit der TU Wien. Allerheiligenkirche in Graz Eggenberg Die Stuckdekorationen der Allerheiligenkirche (Graz) von 1690 werden ihm zugeschrieben.Schweigert: Dehio Graz. S. 238 f. Palais Kollonitsch in Graz Die Stuckarbeiten im Palais Kollonitsch werden Joseph Antonio Serenio, die Malereien Antonio Maderni zugeschrieben.Maderni, Antonio, Artisti Italiani in Austria.Schweigert: Dehio Graz. S. 102. Palais Welserheimb in Graz Die Gewölbe im Palais Welsersheimb wurden 1691–1694 reich stuckiert, die im 1. und 2. Stock können aus stilistischen Gründen Sereni zugeordnet werden. Wallfahrtskirche Pöllauberg im Bezirk Hartberg In der Wallfahrtskirche Pöllauberg stuckierte Serenio 1691 die Orgelempore auch mit plastischen FigurenPöllauberg Wallfahrtskirche. in: Dehio-Handbuch. Steiermark (ohne Graz). S. 371. Grazer Dom ‚Mater Dolorosa‘–Kapelle Die Mater Dolorosa-Kapelle im südlichen Seitenschiff der Kirche wurde 1618 errichtet. Der Landeshauptmann der Steiermark Graf Georg von Stubenberg stifrtete 1695 den Umbau, Joseph Antonio Sereni gestaltete Akanthus-Stuckaturen. (Heute Kinderkapelle)Schweigert: Dehio Graz. S. 21.
Florianikirche in Graz-Straßgang In der Florianikirche in Straßgang wurden Akanthus-Deckenstuckaturen 1697 von Josef Antonio Serenio modelliert. 1957 erfolgte eine Restaurierung durch den Künstler Toni Fötsch.Schweigert: Dehio Graz. S. 255.TU Graz Pfarrkirche Mariahilf, ehem. Minoritenkloster in Graz Im „Minoritensaal“, als ehemaliges „Sommerrefektorium“ für die Mönche von Baumeister Joachim Carlone 1691 erbaut, auch im Stiegenhaus das Deckenstuck – in der Art des Joseph Antonio Serenio.Schweigert: Dehio Graz. S. 163.Minoritensaal Foto:Tomasz Zegan
Literatur
Max Pfister, Bernard Anderes: Serenio Ant. Giuseppe (d. Alessandro) In: Repertorium Tessiner Künstler. Der vergessene größte Kulturbeitrag der Schweiz an Europa. Band 2. (alphabetisch) 1994. Horst Schweigert: Serenio Joseph Antonio, Stuckateur. In: Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Graz. Verlag Ferdinand Berger, Horn/Wien 1979, ISBN 978-3-85028-401-1, S. 11. Kurt Woisetschläger, Peter Krenn: Serenio, Josef, Stuckateuer. In: Dehio-Handbuch. Steiermark (ohne Graz)D Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1982, ISBN 3-85028-439-5, S. 192. Rochus Kohlbach: Steirische Baumeister: tausendundein Werkmann. Grazer Domverlag 1961.
Klosterkirche der Minoriten, Sommerrefektorium
Weblinks category:Joseph Antonio Serenio. wikimedia commons YouTube Der Minoiritensaal von Graz. Stuckaturen von Joseph Serenio.
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Österreich) Kategorie:Stuckateur Kategorie:Person (Habsburgermonarchie vor 1804) Kategorie:Geboren im 17. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1710 Kategorie:Mann