mini|Carl-August-Allee 8–10 Die Carl-August-Allee 8/10 in Weimar ist eine Zweigstelle des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz. Die beiden Gebäude liegen nahe des Buchenwaldplatzes. Es betrifft die Gemarkung Weimar / Flur 25 / Flurstück(e) 167.Denkmalliste Thüringen (Suchmaske))
Beschreibung Die Gestaltung der mehrgeschossigen, reich verzierten Gebäude erinnert an Bauten der italienischen Renaissance. Beide Gebäude sind spiegelsymmetrisch angeordnet und durch einen Mitteltrakt miteinander verbunden. Sie sind mit Risaliten versehen und besitzen zudem jeweils einen Erker, der über dem Dachgeschoss als turmartiger, mit einer schiefergedeckten Haube abgeschlossener Aufsatz erscheint. Auch die Ecktürmchen und der turmartige Vorsprung des Mitteltrakts sind mit ebensolchen turmartigen Aufsätzen versehen. Der Mitteltrakt hat die Hausnummer Meyerstraße 37a.
Geschichte Die repräsentative gründerzeitliche Anlage entstand in den 1880er Jahren im Bahnhofsviertel Weimars. Als Bauherrin wird Jenny von Gustedt genannt, für die sie 1884 errichtet worden sein soll.Kerstin Sucher, Bernd Wurlitzer: Weimar: Sehenswürdigkeiten, Kultur, Events – Mit Dornburger Schlössern, Schloss Kochberg und Bad Sulza, Trescher Verlag, Berlin 1923, S. 121. Doch in den Weimarer Adressbüchern erscheint der Name nie. Im Weimarer Adressbuch von 1884 gibt es diese Gebäude noch nicht.Weimarer Adressbuch 1884, S. 119. Im Weimarer Adressbuch von 1885 wird sie als Neubau bezeichnet. Also ist als Baujahr 1884/85 anzunehmen. Als Eigentümer ist ein Herr Gutmann zumindest für Haus Nr. 8 angegeben und für Hausnummer 10 wieder Herr Gutmann, der als Ingenieur hier als einziger Bewohner aufgeführt wird.Weimarer Adressbuch 1885, S. 127. Georg Gutmann, der auch Eisenbahnunternehmer, Bauunternehmer und Ingenieur warWeimarer Adressbuch 1887, S. 26., hatte diese vermietet, denn ab 1887 erscheinen außer ihm weitere Namen im Weimarer Adressbuch, die den angegebenen Berufen zufolge dem Bürgertum zuzurechnen sind.Weimarer Adressbuch 1887, S. 134. Der Entwurf kam von dem Architekten K. Weise.Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile. Reinhold, Erfurt 2009, S. 680. Zur Zeit seiner Erbauung hieß die Carl-August-Allee Sophienstraße. Zumindest 1931 war diese Adresse Sitz des Thüringer Wirtschaftsministeriums.Handbuch des öffentlichen Lebens, Band 6..., 1931, S. 131. An dieser Stelle befand sich im Nationalsozialismus das Polizeipräsidium, und seit dem 1. Januar 1934 das erste „Thüringer Geheime Staatspolizeiamt“. Dieses hatte eine weitere Dienststelle in der Marstallstraße 2.Polizeipräsidium - Lernort Weimar e.V. Zu DDR-Zeiten war hier der VEB Forstprojektierung Betriebsteil Weimar bzw. die Kombinatsleitung des VEB Spezialbaukombinat Wasserbau Weimar ansässig.https://konbriefing.com/mad/ddr/orte/weimar.html In der Carl-August-Allee 8/10 befindet sich heute eine Außenstelle des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz.
Die Gebäude stehen auf der Liste der Kulturdenkmale in Weimar (Einzeldenkmale).
Weblinks
Blick auf die Kreuzung Leninstraße (heute Carl-August-Allee) / Meyerstraße auf fotoarchiv.weimar.de
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk des Historismus in Weimar Kategorie:Kulturdenkmal in Weimar Kategorie:Erbaut in den 1880er Jahren