mini|Klosterkirche des Franziskanerklosters Arco mini|Klosterkirche des Franziskanerklosters Rovereto mini|Klosterkirche des Franziskanerklosters Cles mini|Franziskanerkloster Borgo Valsugana mini|Klosterkirche des Franziskanerklosters Pergine Valsugana mini|Franziskanerkloster Mezzolombardo mini|Ehemalige Klosterkirche des Franziskanerklosters Campo Lomaso (Chiesa dei Santi Quirico e Giulitta) mini|Ehemalige Klosterkirche des Klarissenklosters Rovereto mini|Ehemalige Klosterkirche des Klarissenklosters Borgo Valsugana
Die Trienter Franziskanerprovinz (Provincia Tridentina S. Vigilio, Provincia S. Vigilii, Provincia S. Vigilii Episcopi et Martyris, in der älteren deutschsprachigen Literatur auch Tridentinische und Südtirolische Provinz genanntNicht zu verwechseln mit der 1926 von der Nordtirolischen Provinz zum hl. Leopold abgetrennten Südtirolischen Provinz zum seligen Engelbert Kolland; die beiden genannten Ordensprovinzen wurden 2001 wieder vereinigt.) war eine Ordensprovinz der Franziskaner. Sie entstand 1653 durch Abspaltung von der Provincia Veneta (oder Provincia S. Antonii) und umfasste Konvente in der Autonomen Provinz Trient. 2016 wurde sie mit den Ordensprovinzen Provincia di Cristo Re (Emilia-Romagna), Provincia di S. Antonio (Venetien und Friaul), Provincia di S. Bonaventura (Piemont), Provincia di S. Carlo Borromeo (Lombardei) und der Provincia del S. Cuore della Beata Vergine Maria (Ligurien) zur neuen Provincia S. Antonio dei Fratri Minori mit Sitz in Mailand zusammengefasst.
Geschichte Die Trienter Franziskanerprovinz wurde 1643 durch Abteilung von der älteren Provincia Veneta alias Provincia S. Antonii gebildet. Der Name der Provinz variierte im Laufe ihrer Geschichte mehrfach. In der Bulle von Papst Urban VIII. vom 8./18. Januar 1643, in der die Provinz begründet wird, wird sie Provincia S. Vigilii genannt. In einem Diplom von Kaiser Leopold vom 23. März 1696 wird sie dann als Provincia Tridentina S. Vigilii bezeichnet. Sigismondo Cavalli nennt sie 1741 in der ausführlichen Form Provincia Reformata Tridentina S. Vigilii Episcopi et Martyris. Bei Vigilius Greider erscheint sie in der Überschrift zum Abschnitt über diese Provinz als Provincia Tridentina S. Vigilii M. FF. Minorum Reformatorum. Im weiteren Text tauchen die Schreibweisen Provincia Tridentina S. Vigilio und Provincia S. Vigilii Tridentinae auf.
Im 19. Jahrhundert wird der Name auch mit Tirol verbunden. Im Hof- und Staatshandbuch des Kaiserthums Österreich heißt die Ordensprovinz seit mindestens den 1860er Jahren Südtirolische Provinz. Im Schematismus der gesammten Katholischen Kirche Oesterreich-Ungarns steht dann: Südtirolische Provinz zum h. Virgilius (sic). Und in den Acta Ordinis Minorum von 1888 lautet die Schreibweise Provincia S. Vigilii Tyroli Meridionalis. Alfons Žák (1911) nennt sie Südtirolische Provinz zum hl. Vigilius.
Die Provinz bestand bei ihrer Gründung aus sechs Konventen: Trient (Patrozinium: Hl. Bernardin, 1452 bis ?) Arco (Patrozinium: Maria von der Gnaden, 1483/87 bis heute) Rovereto (Patrozinium: Hl. Rochus, 1631 bis ?) Cles (Patrozinium: Antonius von Padua, 1631 bis ?) Borgo Valsugana (Patrozinium: Hl. Franziskus, 1598 bis ?) Pergine Valsugana (Patrozinium: Stigmatisierung des hl. Franziskus, 1606 bis heute).
Hinzu kamen in späteren Jahren Mezzolombardo (Patrozinium: Mariä Unbefleckte Empfängnis) (gegr. 1661, 1670 Kirche geweiht) Campo maggiore im Valle Giudicaria/Comano Terme (Patrozinium: Hll. Quiricus und Julitta, Chiesa dei Santi Quirico e Giulitta, Lage: ) (1661 gegr., Baubeginn von Konvent und Kirche: 1664, Hauptaltar 1671 geweiht, bis 1810, 1924 bis ?) Cavalese (Patrozinium: Hl. Vigilius, gegr. 1662) Rovereto (Patrozinium: Hl. Karl, Klarissen) Borgo Valsugana (Patrozinium: Hl. Anna, Klarissen) Collegio serafico in Villazzano (1906 bis nach 2000).
1810 verfügte Napoleon Bonaparte die Schließung aller Klöster im Trentino. Damit war de facto auch die Tridentische Ordensprovinz erloschen. 1815 erhielt der Franziskanerorden fast alle Klöster mit Ausnahme des Klosters Campo Lomaso/Comano Terme wieder zurück, und die Konvente wurden wieder bezogen. Zur Unterstützung der benachbarten Lombardischen Ordensprovinz vom heiligen Karl Borromäus (mit Sitz in Brescia) wurden zwischen 1836 und 1842 die beiden lombardischen Klöster Rezzato und Dongo übernommen. 1906 wurde das Collegio serafico im (heutigen) Trienter Stadtteil Villazzano eröffnet. Ab 1907 betreuten Ordensbrüder der Trienter Provinz die Wallfahrtskirche Strugnano/Strunjan (Istrien). 1908 übernahmen Ordensbrüder der Provinz die Betreuung einer Wallfahrtskirche in Triest. 1919/20 zählte die Provinz 187 Ordensbrüder. 1924 wurden die Wallfahrtsorte Montesanto und Castagnavizza bei Görz übernommen. 1924 konnte auch das Kloster in Campo Lomaso zurückgekauft und die Residenz in Trient erworben werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat die Provinz die Wallfahrtsorte Strugnano/Strunjan (Istrien), und Castagnavizza und Montesanto bei Görz an die Krainische Franziskanerprovinz ab. Dafür übernahm sie den Wallfahrtsort San Romedio im Nonstal. 1956 übernahm die Provinz die Seelsorge in der Pfarrei SS. Vito e Modesto in Görz (Lage: ), die aber 1988 wieder aufgegeben wurde. Nach 2000 wurden die Klöster Villazzano und Rovereto geschlossen. Auch die Standorte in Triest und S. Romedio wurden (wieder) aufgegeben.
Liste der Provinzialminister