Der Emscherkunstweg ist im Ruhrgebiet ein 101 Kilometer langer permanenter Skulpturenweg von künstlerischen Arbeiten im öffentlichen Raum.
Kunstweg mini|hochkant=0.6|Infostele Der Emscherkunstweg ist eine Sammlung von Kunst im öffentlichen Raum entlang der Emscher von ihrer Quelle in Holzwickede bis Duisburg-Bruckhausen. Die Kunstwerke in der Emscherzone sind an ungewöhnlichen Orten entlang der Emscher positioniert, etwa auf ehemaligen Industriebrachen, an früheren Kläranlagen und in Naturräumen. Ein Großteil von ihnen befindet sich auf der Emscherinsel. Die Werke nehmen thematisch Bezug auf den Strukturwandel im Ruhrgebiet, die Emscher und ihre Renaturierung.
Die Sammlung ist im Rahmen der Emscherkunst entstanden und wurde seit 2019 als Kooperationsprojekt von Urbane Künste Ruhr, der Emschergenossenschaft und dem Regionalverband Ruhr unter der Künstlerischen Leitung von Britta Peters als Emscherkunstweg verstetigt und erweitert. Er steht unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen Ina Brandes und wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.Emscherkunstweg. In: Urbane Künste Ruhr. Abgerufen am 13. März 2025
Geschichte Der Emscherkunstweg entstand aus dem Kunstprojekt Emscherkunst, das seit 2010 den Umbau des Emschersystems durch die Emschergenossenschaft begleitete. Es wurde anlässlich der RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas initiiert, die das Ruhrgebiet im Jahr 2010 als Europäische Kulturhauptstadt präsentierte. Anschließend wurde es 2013 und 2016 als Triennale weitergeführt mit dem Ziel, eine Sammlung künstlerischer Arbeiten im öffentlichen Raum aufzubauen.KünstlerInnen & permanente Werke des Emscherkunstwegs. In: Emschergenossenschaft und Lippeverband. Abgerufen am 13. März 2025
Kunstwerke auf der Route Während nach Ende der Emscherkunst.2010 viele Kunstwerke permanent verblieben, entstanden 2013 und 2016 hauptsächlich temporäre Werke für eine jeweils dreieinhalbmonatige Ausstellungsdauer. Seit 2019 ist der Emscherkunstweg ein permanenter Skulpturenweg, der seitdem erweitert wird. Zusätzlich zu den im Rahmen der drei Emscherkunst-Ausstellungen zwischen 2010 und 2016 vor Ort verbleibenden 18 Kunstwerken, die teilweise von den Künstlerinnen und Künstlern überarbeitet wurden, wurde der Emscherkunstweg bis Ende März 2025 um sechs Werke ergänzt.Werke. In: Emscherkunstweg. Abgerufen am 12. März 2025Der Emscherkunstweg im Überblick. In: Emschergenossenschaft und Lippeverband. Abgerufen am 12. März 2025 Dazu gehören die fünf Installationen Neustadt und Emscher Folly in Duisburg, Königsgrube in Herne, Pool Lines und Public Hybrid in Dortmund sowie die Schlafröhren dasparkhotel_inside-outsite in Castrop-Rauxel, die einen zweiten Standort zu den Röhren das_parkhotel im BernePark in Bottrop bilden.Vera Battis-Reese, Karola Geiß-Netthöfel, Ulrich Paetzel, Britta Peters: Emscherkunstweg. Hatje Cantz 2023, S. 26–28
Holzwickede
The Insect Societies (Part I): Das Werk besteht aus zwei kubusförmigen Objekten aus feuerverzinktem und in Weiß pulverbeschichtetem Stahlrohr mit je fast dreieinhalb Meter Kantenlänge. Sie sind in etwa 26 Metern Abstand voneinander auf einem 2000 Quadratmeter großen Feld aufgestellt, auf dem als Bienennahrung heimische Wildblumenarten ausgesät wurden. In jeweils acht Hohlräume der Plastiken wurden hölzerne Honigbienenbeuten und Wildbienenkuben eingesetzt.The Insect Societies (Part I). In: Emscherkunstweg. Abgerufen am 12. März 2025Vera Battis-Reese, Karola Geiß-Netthöfel, Ulrich Paetzel, Britta Peters: Emscherkunstweg. Hatje Cantz 2023, S. 80–83 Künstler: Henrik Håkansson, 2016. Am Rand des Feldes führt ein gepflasterter, mit Metall eingefasster Weg entlang, der den Verlauf der Emscher von der Quelle bis zur Mündung abbildet. Lage: Emscherquellhof, Quellenstraße 2, Hixterwald, Holzwickede (Weitere Ansichten)
Dortmund
Pool Lines: Das Kunstwerk besteht aus hüfthohen und ein Meter breiten Betonmauern. Die Mauern bilden auf einer Wiese zwei liegende Dreiecke mit den Maßen 19 × 34 Meter und sind vollständig mit kleinen in verschiedenen Grüntönen schimmernden Mosaikfliesen aus Keramik verkleidet, die an die Fliesenpflasterung in Hallenbädern erinnern. Das Innere weist denselben Gras- und Wildbewuchs wie die umgebende Landschaft auf.Pool Lines. In: Emscherkunstweg. Abgerufen am 12. März 2025 Zur Mitte hin sind die Mauern geöffnet und abgeflacht und zwischen ihnen verläuft ein Weg.Vera Battis-Reese, Karola Geiß-Netthöfel, Ulrich Paetzel, Britta Peters: Emscherkunstweg. Hatje Cantz 2023, S. 84–93 Künstlerin: Sofía Táboas, 2023. Lage: Ringofenstraße 45A, Schüren (Weitere Ansichten)
Public Hybrid: Das Werk besteht aus mehreren Skulpturen entlang des Emscher-Wegs, die durch ihre amorphen Formen auf den ersten Blick einem Naturdenkmal ähneln. Die einzelnen Objekte sind aus gebrochenem Ruhrsandstein aus dem nahegelegenen Sprockhövel und 3D-Druckelementen aus recyceltem, in Farbverläufen von Rot-Lila bis Gelb-Türkis-Blau farbigem Kunststoff zusammengesetzt.Public Hybrid eröffnet. In: Emscherkunstweg vom 26. November 2021. Abgerufen am 4. April 2025Public Hybrid. In: Emscherkunstweg. Abgerufen am 12. März 2025 Dazu wurden insgesamt 27 Steine gebrochen und anschließend gescannt, um die passenden Kunststoffgegenstücke zu fertigen, auf denen die Steine ruhen.Vera Battis-Reese, Karola Geiß-Netthöfel, Ulrich Paetzel, Britta Peters: Emscherkunstweg. Hatje Cantz 2023, S. 94–103 Künstler: David Jablonowski, 2021. Lage: Emscher-Weg, Nähe Adelenstraße, Schüren (Weitere Ansichten)
Spirits of the Emscher Valley. „Totem mit Elster“ und „Vogelfrau“: Die vier Meter hohe „Totem“-Figur aus Aluminium zeigt drei Kinder, die sich gegenseitig auf den Schultern tragen. Ganz oben sitzt auf der Hand des kleinsten Jungen ein Vogel. Die „Vogelfrau“ stellt eine geflügelte Frauenfigur dar, deren weit geöffnete Flügel-Arme an den mythologischen Feuervogel Phönix erinnern.Studio Orta: Selected Artworks Emscherkunst. Abgerufen am 12. März 2025 Die Vogelfrau verbindet symbolisch die früher durch ein Viadukt („Hympendahlbrücke“) verbundene Ost- und Westseite des Phoenix-Areals.Studio Orta: Bird Woman. Spirits of the Emscher Valley. Abgerufen am 12. März 20252 Diese Skulpturen stehen dauerhaft am neuen Standort in Hörde am Fuß- und Radweg der Eliasbahntrasse nördlich des Phoenix-Gymnasiums und nördlich des ehemaligen Magazingebäudes der Hermannshütte.Spirits of the Emscher Valley. In: Emscherkunstweg. Abgerufen am 12. März 2025Vera Battis-Reese, Karola Geiß-Netthöfel, Ulrich Paetzel, Britta Peters: Emscherkunstweg. Hatje Cantz 2023, S. 104–107 Künstlerkollektiv Studio Orta: Lucy Orta, Jorge Orta, 2016. Lage: Emscher-Weg, Hörde, Vogelfrau, Totem mit Elster (Weitere Ansichten Totem mit Elster), (Weitere Ansichten Vogelfrau)
Zur kleinen Weile: begehbare Skulptur mit den Maßen 920 × 540 × 550 cm aus armierten Stahlbetonfertigteilen mit einem Spritzbetonaufbau, die dadurch eine amorphe spitz zulaufende Form erhält. Das Innere besteht aus einem golden angestrichenen kugelförmigen Raum, der durch kleinere Öffnungen unten und eine große runde Öffnung oben eine besondere Akustik aufweist. Der Raum wird durch einen kleinen Lichtschacht erhellt, bei Dunkelheit durch elektrisches Licht. Der leicht erhöhte Raum ist über eine Rampe betretbar.Zur kleinen Weile. In: Emscherkunstweg. Abgerufen am 12. März 2025Vera Battis-Reese, Karola Geiß-Netthöfel, Ulrich Paetzel, Britta Peters: Emscherkunstweg. Hatje Cantz 2023, S. 112–115 Künstlerkollektiv raumlabor: Andrea Hofmann, Axel Timm, Benjamin Foerster-Baldenius, Christof Mayer, Florian Stirnemann, Francesco Apuzzo, Frauke Gerstenberg, Jan Liesegang, Markus Bader, 2016. Lage: Emscher-Weg, Huckarder Straße 260, Dorstfeld (Weitere Ansichten und Tonaufnahme)
Kunstpause: Die Installation wurde in einem großen, verwilderten Haselnusshain aufgebaut. Bei der landschaftsgärtnerischen Gestaltung wurde der ursprüngliche Charakter des Ortes erhalten, wobei gezielt Bewuchs entfernt wurde und an anderen Stellen Neupflanzungen angelegt wurden. Die Fläche im Waldstück wurde außerdem mit hölzernen Stegen, Plattformen und Terrassen aus Lärchenholz und Staketenzäunen strukturiert. Im August 2024 wurde die Installation wegen eines Pilzbefalls des Holzes abgebaut. Der Haselnusshain ist weiterhin begehbar.Kunstpause. In: Emscherkunstweg. Abgerufen am 12. März 2025Vera Battis-Reese, Karola Geiß-Netthöfel, Ulrich Paetzel, Britta Peters: Emscherkunstweg. Hatje Cantz 2023, S. 116–119 Künstlerkollektiv atelier le balto: Véronique Faucheur, Marc Pouzol, Nil Lachkareff, Marc Vatinel, Lilith Unverzagt, 2016. Lage: Emscher-Weg, Huckarder Straße 197, Huckarde (Weitere Ansichten)
Vögel: Ausgangspunkt für die Installation war ein bereits seit mehreren Jahren leerstehendes und mit Graffiti besprühtes Haus. Oberhalb des nicht mehr genutzten Ladenlokals befand sich eine nur noch teilweise erhaltene senkrecht angeordnete alte Leuchtreklame, die wahrscheinlich den Schriftzug „Möbel“ bildete. Vom Schriftzug waren nur die Buchstaben „Ö“ und „L“ mit dazwischenliegenden Leerstellen erhalten, die mit den handgefertigten und bewusst von der originalen Typografie abweichenden neuen Neon-Buchstaben „v“, „g“ und „e“ ergänzt wurden, so dass die einstige Werbebotschaft zum Wort „Vögel“ wurde. Die zur Emscherkunst 2016 in Betrieb genommene Lichtinstallation ist außer Betrieb.Vögel. In: Emscherkunstweg. Abgerufen am 12. März 2025Vera Battis-Reese, Karola Geiß-Netthöfel, Ulrich Paetzel, Britta Peters: Emscherkunstweg. Hatje Cantz 2023, S. 108–111 Künstler: Samuel Treindl, 2016. Lage: Rheinische Straße 131, Dorstfelder Brücke, Innenstadt-West (Weitere Ansichten)
Castrop-Rauxel
dasparkhotel_inside-outsite: Die drei Schlafröhren zur Übernachtung mit elektronischem Zugangssystem, Bettzeug und -wäsche und Wandmalerei stehen am Rand des Geländes um den Hof Emscher-Auen (früherer Name: Hof Emschertal). Das Areal gehört der Emschergenossenschaft. Die Schlafkabinen sind aus ausgebauten, industriell gefertigten Kanalröhren aus Beton hergestellt. Bereits 2005 entstand in Österreich ein „dasparkhotel“, gefolgt von einem weiteren im Bottroper BernePark 2010.dasparkhotel_inside-outsite. In: Emscherkunstweg. Abgerufen am 12. März 2025Vera Battis-Reese, Karola Geiß-Netthöfel, Ulrich Paetzel, Britta Peters: Emscherkunstweg. Hatje Cantz 2023, S. 120–125 Künstler: Andreas Strauss, 2022. Lage: Hof Emscher-Auen, Rittershofer Straße 170, Castrop-Rauxel (Weitere Ansichten)
Zusätzlich wurde ein halbrunder Pavillon aus Wellstahl in einem künstlich aufgeschütteten Erdhügel zur Natur- und Vogelbeobachtung angelegt. Die Rückwand des Pavillons besteht aus einem Stahlzaun, der bis auf vier Sichtfenster mit Weidengeflecht geschlossen wurde. Künstler: Andreas Strauss, 2022. Lage: Hof Emscher-Auen, Rittershofer Straße 170, Castrop-Rauxel (Weitere Ansichten)
Black Circle Square: In die weitläufige Landschaft um das Hochwasserrückhaltebecken am Hof Emscher-Auen ist eine weiße quadratische Betonfläche von 10,5 × 10,5 Metern Kantenlänge gebaut, die von einer kleinen weißen Mauer eingefasst ist. In deren Mitte befindet sich ein kreisrunder Pool mit einem Durchmesser von 7,83 Metern und 4,20 Meter Wassertiefe. Gleichzeitig dient das Wasserbecken als Löschteich für den benachbarten Hof. Da das Wasserbassin schwarz beschichtet ist, entsteht von oben betrachtet ein schwarzer Kreis auf einem weißen Quadrat. Das Kunstwerk bezieht sich auf die Bilder „Das Schwarze Quadrat auf weißem Grund“ und „Schwarzer Kreis“ des Malers Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch.Black Circle Square. In: Emscherkunstweg. Abgerufen am 12. März 2025Vera Battis-Reese, Karola Geiß-Netthöfel, Ulrich Paetzel, Britta Peters: Emscherkunstweg. Hatje Cantz 2023, S. 126–129 Künstler: Massimo Bartolini, 2016. Lage: Hof Emscher-Auen, Rittershofer Straße 170 (Weitere Ansichten)
Recklinghausen