mini|Grabstelle der Familie Otto Schwabach auf dem Friedhof Gohlis Carl August Otto Schwabach (geboren am 28. Mai 1873 in Leipzig; gestorben am 28. Januar 1944)Angaben laut Grabstelle auf dem Friedhof Gohlis war ein deutscher Bauunternehmer und Vorsitzender des Reichsverbandes für das Steinsetz-, Pflasterer- und Straßenbaugewerbe mit Sitz in Leipzig. Daneben war er im Vorstand des Landesausschusses des Sächsischen Handwerks und im Vorstand der Leipziger Ortskrankenkasse.Nachrichten für Naunhof und Umgegend vom 6. Dezember 1924, S. 14.

Leben und Firmengeschichte Otto Schwabach war Steinsetzmeister. Er übernahm mit 24 Jahren als selbstständiger Handwerksmeister den väterlichen Straßenbaubetrieb und baute ihn zu einem leistungsfähigen Unternehmen aus.Strassenbau-jahrbuch, Volk und reich verlag., 1939, S. 67.

1904 wurde er zum Obermeister und Vorsitzenden der 1899 gegründeten Steinsetzerinnung zu Leipzig gewählt.Leipziger Tageblatt und Anzeiger vom 8. September 1904, S. 2.

Im November 1919 ließ er als Steinsetzobermeister seine Firma Otto Schwabach Steinsetzmeister in Leipzig(-Gohlis) in das Handelsregister beim Amtsgericht Leipzig eintragen.Sächsische Staatszeitung vom 24. November 1919, S. 7.Fa. Otto Schwabach KG, Steinsetzmeister, Leipzig. HRA 9837, Bd. 1 auf www.archiv.sachsen.de Ebenso wie Max Pommer und Eduard Steyer hatte Schwabach einen bedeutenden Beitrag zur baulichen und industriellen Entwicklung von Leipzig geleistet. Er war auch im Eisenbahnbau und Erd- und Tiefbau tätig. Sein Firmensitz war in der Landsberger Straße 32.Leipziger Adressbuch 1949, S. I-768.

Zu Jahresbeginn 1937 trat er als Inhaber seiner Firma zurück und legte diese in die Hände seiner Söhne Karl und Erich Schwabach.Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger vom 14. Januar 1937, S. 17. Danach war er u. a. im Aufsichtsrat der Leipziger Handels- und Verkehrsbank Aktiengesellschaft vertreten. Er starb im letzten Kriegsjahr 1944. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Gohlis in Leipzig.

Vermächtnis Noch während des Zweiten Weltkrieges wurde durch die Arbeitsgemeinschaft Weißflog KG/Otto Schwabach die Trümmerbahnen im Leipziger Süden angelegt und bis zu ihrer Enteignung 1946 betrieben.Christoph Kaufmann: Mit Volldampf durch die Stadt. Die Leipziger Trümmerbahnen 1944–1956. Zumindest seit 1949 firmierte seine frühere Firma unter Otto Schwabach GmbH laut Leipziger Adressbücher.

Ab 1955 wurde sein früheres Unternehmen laut Handelsregisterauszug eine Kommandit-Gesellschaft.Handelsregisterauszug Otto-Schwabach-Kommanditgesellschaft auf www.online-handelsregister.de Die Otto Schwabach KG wurde in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen,Otto Schwabach auf www.archiv.sachsen.de ehe das Unternehmen 1972 schließlich ganz in Volkseigentum überführt und mit den Unternehmen Pommer Spezialbetonbau, Eduard Steyer, Richter und Berger zum VEB Ingenieurbau Leipzig zusammengeschlossen wurde, das fortan als Verkehrs- und Tiefbaukombinat firmierte.Otto Schwabach auf www.archiv.sachsen.de, Verkehrs- und Tiefbaukombinat Leipzig auf www.archiv.sachsen.de

In der Leipziger Denkmalliste befindet sich die Villa Flemming, deren zugehöriges bossiertes Hofpflaster 1914 von Otto Schwabach gelegt wurde.Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen - Denkmaldokument 09291951. Abgerufen am 1. April 2025

Schwabach wurde deutschlandweit vor allem als Vorsitzender des Reichsverbandes für das Steinsetz-, Pflasterer- und Straßenbaugewerbe bekannt, in dessen Eigenschaft er an zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen wie den Allgemeinen Deutschen Steinsetzertagen teilnahm und maßgeblich am Zustandekommen des Reichs-Tarifvertrages für Steinsetz-, Pflasterer-, Steinschlag- und Straßenbauarbeiten vom 21. März 1931 beteiligt gewesen ist.Reichs-Tarifvertrag (pdf, abgerufen am 1. April 2025).

Daneben war Schwabach in seiner Jugend aktiver Radrennfahrer, über 30 Jahre Vereinsvorsitzender des Leipziger Radfahrer-Vereins „Teutonia“ und 2. Vorsitzender des Flugplatzvereins Lindenthal-Leipzig.

Einzelnachweise

Weblinks Reichstarifvertrag für Steinsetz-,Pflaster-, Steinschlag- und Straßenbauarbeiten vom 21. März 1931. Website der Friedrich-Ebert-Stiftung (PDF, 575 KB)

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