Hildbrandsgrün ist ein Gemeindeteil der Stadt Münchberg im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Hildbrandsgrün liegt in der Gemarkung Poppenreuth.

Geografie Das Dorf ist allseits von Acker- und Grünland umgeben und liegt am Enziusbach, einem rechten Zufluss der Selbitz. Die Bahnstrecke Münchberg–Helmbrechts tangiert den Ort nordöstlich; es gibt dort einen Haltepunkt. Die Kreisstraße HO 24 führt nach Ottengrün (1,4 km nordwestlich) bzw. zur Bundesstraße 289 bei Poppenreuth (1,5 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Maxreuth (1,5 km südwestlich). Wirtschaftswege führen nach Neuhaus (0,6 km westlich), nach Schneidersgrün (1 km südlich) und nach Ruppes (0,6 km nordöstlich).

Geschichte Hildbrandsgrün wurde in der letzten Phase des fränkischen Landesausbaus im 12. Jahrhundert angelegt.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 12. Gründer des Ortes ist vermutlich Hildebrand de Munhiberc, der um 1224 als walpotischer Eigenritter auf dem Turmhügel an der Pulschnitz saß.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 221. Im Jahr 1361 wurde der Ort als „Hiltprantsgrün“ erstmals urkundlich erwähnt. 1373 erwarb der Nürnberger Burggraf Friedrich V. von Brüdern Friedrich, Erhard und Babo von Sparneck u. a. Güter in „Hilt-brandesgrün“.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 12 und 137.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Hildbrandsgrün aus 18 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft stand dem bayreuthischen Stadtrichteramt Münchberg zu. Grundherren waren das Kastenamt Münchberg: 1 Hof, 1 Dreiviertelhof, 3 Halbhöfe, 2 Viertelhöfe, 1 Söldengütlein, 5 Tropfhäuser; das Klosteramt Kulmbach: 1 Halbhof; die Hofkanzlei Bayreuth: 4 Viertelhöfe.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 415.

Von 1797 bis 1810 unterstand Hildbrandsgrün dem Justiz- und Kammeramt Münchberg. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Hildbrandsgrün dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Wüstenselbitz und der zugleich entstandenen Ruralgemeinde Wüstenselbitz zugewiesen. 1848 kam Hildbrandsgrün an die neu gebildete Ruralgemeinde Poppenreuth.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 496f. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Hildbrandsgrün am 1. Juli 1972 nach Münchberg eingemeindet.

Baudenkmäler Haus Nr. 1: Wohnstallhaus Haus Nr. 7: Wohnhaus Haus Nr. 15: Wohnstallhaus

ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 9: Kleinhaus mit Frackdach, 18. Jahrhundert, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss verschalt.T. Breuer: Landkreis Münchberg, S. 21. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.

Einwohnerentwicklung Jahr 1799 1812 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 79 164 149 289 181 170 181 155 168 108 97 66HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 15 20 22 23 23 24 24 27Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 656. Dort als Hildpranzgrün aufgelistet.

Religion Hildbrandsgrün ist bis heute nach St. Peter und Paul (Münchberg) gepfarrt und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 28 und 415.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Münchberg) Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Ersterwähnung 1361