Gabriele „Gabi“ Wohlauf (* 1950 in Hamburg) ist eine deutsche Historikerin und Kuratorin. Sie war von 1985 bis 2015 Leiterin der Abteilung Produktionstechniken am Deutschen Technikmuseum und lebt in Berlin.
Leben Wohlauf studierte Geschichte, Soziologie und Pädagogik an der Universität Hamburg. Seit 1977 war sie dort als Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte tätig und gab 1980 gemeinsam mit Ulrich Troitzsch das Sammelwerk Technik-Geschichte heraus.Ulrich Troitzsch und Gabriele Wohlauf (Hrsg.): Technik-Geschichte. Historische Beiträge und neuere Ansätze, (= stw 319), Suhrkamp, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-518-07919-0. In ihrer Dissertation befasste sie sich mit der Technologie der Spiegelglashütte auf dem Grünen Plan im 18. Jahrhundert und deren Arbeits- und Sozialstruktur.Gabriele Wohlauf: Die Spiegelglasmanufaktur Grünenplan im 18. Jahrhundert. Eine Studie zu ihrer Betriebstechnologie und Arbeiterschaft. Joachim Heitmann Verlag, Hamburg 1981. Zugl. Hamburg, Univ., Diss., 1980. ISBN 3-87300-382-1. Gemeinsam mit Günter Bayerl, Gerhard Zweckbronner und Helmut Lindner initiierte Wohlauf 1982 den Gesprächskreis Technikgeschichte, der sich zu einem Forum für den wissenschaftlichen Nachwuchs entwickelte.Gerhard A. Stadler, Anita Kuisle (Hrsg.): Technik zwischen Akzeptanz und Widerstand. Gesprächskreis Technikgeschichte 1982–1996. Waxmann, Münster 1999, S. 9. 1983 promovierte er über die Geschichte der vorindustriellen Papiermacherei.
Nach einer kurzen Tätigkeit am damaligen Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim (heute Technoseum) wechselte sie an das 1983 eröffnete Museum für Verkehr und Technik in Berlin. Dort entwickelte sie auf Basis einer Technikgeschichte als Geschichte der ArbeitGünter Bayerl, Gabriele Wohlauf: Technikgeschichte als Geschichte der Arbeit – Überlegungen am Beispiel der Handpapiermacherei. In: Modell und Probleme einer integrierten Arbeitslehre. Didaktischer Dienst Franzbecker, Bad Salzdetfurth, Hildesheim 1984, S. 183–211. die Konzeption für den Bereich Produktionstechniken.Gabriele Wohlauf: Produktionstechniken. In: Maria Borgmann (Hrsg.): Der Anhalter Güterbahnhof als Museumsstraße. Vision, Plan, Gestalt. (= Schriftenreihe des Museums für Verkehr und Technik. Bd. 13.) Nikolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 1994, S. 34–41. ISBN 3-87584-533-1. Besondere Schwerpunkte bildeten dabei die Kofferherstellung und die Schmuckherstellung.Gabriele Wohlauf: Eine kunstvolle Technik. Schmuckherstellung. In: Museumsjournal 11(1997), 2, S. 92–94. Im modernen Fertigungsprozess interessiert sie die Normierung von Mensch und Maschine.Gabriele Wohlauf: Moderne Zeiten – Normierung von Mensch und Maschine. In: Horst Gundlach (Hrsg.): Untersuchungen zur Geschichte der Psychologie und der Psychotechnik. Profil Verlag, München 1996, S. 147–164.
Interessenschwerpunkte Wohlauf befasste sich kritisch mit der Frage, warum es gerade seit den 1970er Jahren zu einem Boom von Neugründungen technik- und industriegeschichtlicher Museen gekommen ist, der in Berlin, Nürnberg und Hamburg, in Mannheim und Winterthur, Rüsselsheim und Wuppertal, aber auch in den Rheinlanden und Westfalen sowie in Paris und Kopenhagen zu verzeichnen war.Gabriele Wohlauf: Technikmuseum – Orientierungshilfen für die Zukunftsbewältigung? In: Festschrift Förderverein des Museums für Verkehr und Technik e.V. 25 Jahre. Berlin 1985, S. 22–24.
Sie engagiert sich für historische Frauenforschung. Bei der Gründung der Gesellschaft für Technikgeschichte rief sie 1991 den Arbeitskreis „Frauen und Technik“ ins Leben.Arbeitskreis Gender und Technik, abgerufen am 9. März 2025 und entwickelte „Thesen zur Rezeption von Frauen- und Geschlechtergeschichte in den technik-, industrie- und arbeitsgeschichtlichen Museen der Bundesrepublik“.Gabriele Wohlauf: Weibliche Restmechanik. Thesen zur Rezeption von Frauen- und Geschlechtergeschichte in den technik-, industrie- und arbeitsgeschichtlichen Museen der Bundesrepublik. In: Cornelia Brink (Hrsg.): Schneewittchen im Glassarg? Frauen im Museum. Geschichtswerkstatt H. 27, S. 25–27. Calenberg Press Weigang, Garbsen 1993.
Sie ist Mitinitiatorin und langjährige Impulsgeberin des MMS-Netzwerkes der Miss Marples Schwestern, einem seit 1990 aktiven Netzwerk von Frauengeschichtsforscherinnen und -vermittlerinnen aus dem deutschsprachigen Raum. Diese spüren die lokale Geschichte von Frauen auf und verschaffen Frauen mit Exkursionen zu frauenhistorischen Orten Zugang zu ihrer Geschichte.Miss Marples Schwestern, online abgerufen am 9. März 2025 Sie engagierte sich für einen Gedenkort für die Widerstandskämpferin Hilde Radusch in Berlin-Schöneberg.Gedenkort für Hilde Radusch, abgerufen am 9. März 2025.
Einzelnachweise
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